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Stellungnahme von S. Pockrandt

...zum Buch "Ästhetische Mobilmachung"


Kategorie: Vorschau
Wörter: 1189
Erstellt: 22.08.2002


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Autor: Administrator

Viel wurde in letzter Zeit über das Buch "Ästhetische Mobilmachung" diskutiert. Höchste Zeit die "Angeklagten" selbst zu Wort kommen zu lassen und so manches Licht ins Dunkel der Anschuldigungen zu bringen.
Gleich voran, ich habe dieses Buch nicht vollständig gelesen. Interessehalber habe ich mir wenigstens das Kapitel über mich kopieren lassen und laut Aussage eines Freundes stehe ich in den "Personenregistercharts" auf Platz 3.

Doch will ich mich hier weder rechtfertigen noch distanzieren, sondern einfach ein paar Worte zur Arbeit der Buchautoren verlieren, die alle ein oder mehrere Pseudonyme benutzten (die bösen "rechten Neofolker" könnten ihnen ja was antun). Ein Autor - Christian Dornbusch - der schon länger kritische Beiträge (u.a. über mich) in linksextremen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichte, scheint besonders kenntnisreich und profund. Daß er auch Thomas Naumann oder Patrick Schwarz usw. ist, kann hier nicht ausgeschlossen werden.
Vor zwei Wochen tauchte nun der Name "Christian Dornbusch" auf meinem Kontoauszug auf, merkwürdigerweise im Namensfeld eines mir wohlbekannten Bestellers und guten Bekannten. Verwundert hackte ich seinen mir bekannten Namen in die Suchmaschine Google.de und siehe da, der angebliche Student arbeitet genau dort, wo auch Christian Dornbusch laut diversen Kurzbiographien arbeiten soll, und zwar als Dipl.-Soz.-Päd. Verwirrt ging ich in mich, rief Freunde und Mitarbeiter an: er? Nein - er kann doch nicht, oder doch? Schnell stand fest, daß er, der gute Bekannte, überall ein guter Kunde ist und bei bestimmten Versandhäusern zweimonatlich für schon mal 1000 EUR bestellt, jeden meiner Tonträger in allen Ausführungen (CD, LP, Freundeseditionen, ...) hat und ausschließlich den "Machern" in der Szene (Künstlern, Labelchefs, Szenejournalisten) gut bekannt ist – hingegen nicht dem normalen Publikum. In seiner Heimatstadt kannte ihn niemand.
Sofort wurde diskutiert, was man mit dem Herrn - sollte er wirklich Dornbusch sein - tun sollte. Während die Einen meinten, man solle ihn im Dunkeln lassen, aber vorsichtig sein, bzw. ihm eine Falle stellen, entschied ich mich, mit offenen Karten zu spielen. Als ich ihn endlich am Telefon hatte, stellte ich ihm nach etwas Smalltalk die Frage, warum er mir unter dem Namen C. Dornbusch Geld überwiesen hätte. Was folgte, war weniger schön ("...das muß an der Bank liegen.") und erst nachdem ich ihn bat, zu sagen was zu sagen sei und ihm (eigentlich selbstverständlich) zusicherte, das er von meinem Freundeskreis und mir nichts zu befürchten hat, rang er sich durch, zu sagen: "Ja Stephan, Du hast recht, ich bin Christian Dornbusch." Vorgeblich erleichtert erzählte er (fortan CD genannt) mir vieles, sowieso wollte er es mir ja schon immer sagen (weil unser Verhältnis so gut sei)...
Noch heute bin ich darüber entsetzt, aber nicht weil ich etwas zu verbergen habe, sondern über die Perfektion seiner Verstellung. CD befolgte alle Codes der Szene, war bei jedem Konzert in der vollen Tarnuniform (wieviel Uniformierte kommen wohl noch aus diesem Spektrum?) oder bündischer Tracht dabei, plauderte mit den (später im Buch angeschwärzten) Künstlern und uns aufs Innigste, schilderte seine Verbundenheit mit der Neofolkszene und den "bündischen" Strömungen im allgemeinen und traf sich mit meinem Freund und Mitarbeiter Gero M. gar zum Plausch bei Bier und Zigarre in seiner Heimatstadt. Freilich war CD auch immer mit der Kamera dabei und fotografierte was das Zeug hielt (von ihm stammen sicherlich viele Fotos des Buches). CD bestellte alle limitierten Tonträger, bat als "Fan" um rare Liveaufnahmen und kam sogar in den Genuß von nur für den Freundeskreis bestimmten Tonträgern.
Gleichzeitig führte er mit mir einen zweiten Mailkontakt (als Christian Donbusch) wo er mir als der auch aus dem Buch sprechende Linksextreme Autor und Kritiker schrieb. Vergleiche ich beide Kontakte miteinander, muß ich feststellen, das sie unterschiedlicher nicht sein könnten, obwohl sie doch beide von der selben Person stammen. Schizophrenie?

Seit seiner "Enttarnung" stellte ich ihm verschiedenste Fragen, die er mir nur undeutlich beantworten konnte, wenn auch der Kontakt sehr rege ist.
(In runden Klammern die Zusammenfassungen seiner Antworten)
1)Warum es der "Linken" immer nur möglich ist, "link" zu handeln. Geht es nicht auch ehrlich? Kann man nicht mit seinem Namen dafür einstehen, was man macht, so wie ich es tue? Er hätte die gleichen Tonträger bekommen - i.O., die für den Freundeskreis nicht-, die gleichen Konzerte besuchen können. Ihm wäre nichts passiert. Was auch? Ich habe niemals auch nur eine Gewalttätigkeit bei einem Neofolkkonzert erlebt, es sei denn die anonyme ANTIFA schlug zu.
(Ich habe Euch ja nur teilweise unterwandert, die Musik mag ich schon.)
2) Wer die ganzen Tonträger bezahle?
Man muß dazu wissen, das CD bei der bundesweit einzigen Arbeitsstelle für Rechtsextremismus arbeitet, die aus den Mitteln eines Wissenschaftsministeriums bezahlt wird. Es ist durchaus legitim zu vermuten, daß der steuerzahlende Neofolker die immensen Tonträgerkäufe dieses Institutes mitfinanziert. Wohlgemerkt Käufe von limitierten Editionen, die er sich in dieser Menge selbst kaum leisten kann.
(Also das ist eine Manie geworden und zum größten Teil bezahle ich die Tonträger selbst. Ich sammle die Sachen einfach.)
3) Was diese Denunzianten- und Spitzelarbeit [so wie sie auch von Gestapo, Stasi, VS und allen anderen Geheimdiensten getätigt wird] rechtfertigt – daß das Ergebnis mager ist, zeigt das mir gewidmete Kapitel. Alle darin stehenden Informationen sind für jedermann frei zugänglich gewesen.
(Ich wollte wissen, wie es wirklich ist.)
4) Ob er und seinesgleichen, wenn sie Uniformen u.ä. tragen, nicht mitschuldig am "Auftreten" der Szene sind, schließlich kann der äußere Beobachter nicht zwischen (linken) Spitzeln und (rechten) Mitläufern unterscheiden.
(Du weißt ja, der Spion ist immer perfekter als sein Gegner.)
5) Warum in dem Buch definitive Lügen, bspw. über Death in June [Stichwort "antisemitisch" – dieser ungeheure Vorwurf wird nicht einmal begründet] stehen.
(Ich wollte nicht, daß das über Death in June ins Buch kommt, weil es nicht richtig ist und habe mich geärgert als es doch im Buch war)

Bleibt zum Abschluß des Ganzen die Frage, ob sich nicht staatlich finanzierte Institute Opfer suchen müssen, bei denen es dem äußeren Anschein nach plausibel ist, sie mit dem Stempel des Rechtsextremismus ins gesellschaftliche Nichts zu drängen. Denn ein solches Institut bekommt auch nur Geld, wenn es ausreichend Rechtsextremismus gibt. Schnell ist so ein Betrachtungsgegenstand zur Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes [siehe auch Verfassungsschutz] gefunden.
Diese Fragestellung ist durchaus berechtigt, wenn ich damit auch keinesfalls jede Kritik am Neofolk, der Szene und mir unterdrücken möchte.

Für konstruktive Anmerkungen bin ich dankbar. Jene, die meinen, sie könnten mich aus einer Position wie "Ich und meine Meinung sind mehr wert als Du und Deine", mit Schmutz und Schimpfwörtern belasten, sollten sich die Mühe sparen.

Stephan P.
Herausgeber Zinnober Magazin
www.eislicht.de

PS: Eventuell ist Ihnen ausgefallen, das ich den realen Namen von Christian Dornbusch, seine Heimatstadt usw. im Text nicht genannt habe.
Das liegt zum einen daran, das eine öffentliche Denunziation, gleich welcher Art und Weise nicht mein Ding ist. Ich habe CD versprochen, ihn nicht zu "outen". Selbstverständlich wissen aber die betroffenen Labels und Künstler Bescheid.
Zum Anderen denke ich, das er mir weder durch seine Texte, noch durch das Buch geschadet hat. „Ästhetische Mobilmachung" dient letztendlich nur dazu, den Verschwörungstheorien weniger linker Genossen eine Plattform zu geben. Und wie man an den peinlichen „Geheimgesellschaften" von J.v.H. bemerkenswert studieren konnte, finden derlei Inhalte immer ihre begeisterten Nachplapperer.


 
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