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Michael We.

Entweder/ Oder: MARK ADAMS (SAINT VITUS)

Der Bassist der US-Doomer im Interview


Entweder/ Oder: MARK ADAMS (SAINT VITUS)
Kategorie: Spezial
Wörter: 1152
Erstellt: 06.06.2012
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Hallo MARK! BLACK SABBATH sind Eure großen Vorbilder, das ist kein Geheimnis und wird in jedem Interview erwähnt. OZZY oder RONNIE?


Wenn ich wählen muss, dann OZZY. Er ist einfach das Original, und er war während meiner Schulzeit der Sänger bei BLACK SABBATH, als ich die Band hörte. Er klingt sehr speziell und unterscheidet sich von DIO, trotzdem hat RONNIE natürlich einen guten Job gemacht. Ihn mochte ich sogar schon vor seiner Zeit bei SABBATH.

Einige ältere Songs habt Ihr nach eigener Aussage mit IRON MAIDEN auf den Kopfhörern geschrieben. "Run To The Hills" oder "2 Minutes To Midnight"?

Das gilt nicht wirklich für mich. Ich habe zwar "Psychopath" und "Angry Man" geschrieben, aber ich war und bin kein großer MAIDEN-Fan. Ich besitze nur ihr erstes Album, und das höre ich mir kaum an.

Wo wir thematisch gerade bei eurer Frühphase sind: SST oder HELLHOUND? (Anmerkung der Red.: zwei Ex-VITUS-Labels ...)

Beide haben für uns ihre besondere Bedeutung. Ich habe wirklich viel über Musik und das Tourleben gelernt, als wir mit SST unterwegs waren. Das war eine sehr gute Zeit in meinem Leben. HELLHOUND hat uns nach Europa gebracht, uns damit eine neue Welt eröffnet und die Band dadurch weitergebracht. Allerdings hätte es HELLHOUND ohne SST nie gegeben.

Angeblich waren die Nachfrage des niederländischen ROADBURN FESTIVALS (2009) und die enthusiastischen VITUS-Fans dort dafür verantwortlich, dass es Euch überhaupt noch gibt. ROADBURN oder WACKEN? Oder anders: Kleinere oder lieber auch mal ein richtig großes Festival?

ROADBURN, das war wirklich eine ganz große Liebe. Ich kann es kaum erwarten, dort wieder mal zu spielen. WALTER (Anmerkung der Red.: WALTER HOEIJMAKERS, der Veranstalter) und seine Frau sind großartige Menschen. WACKEN haben wir nie gespielt, dafür aber das FULL FORCE 2003. Auch das war großartig, aber um ehrlich zu sein: Ich spiele überall, großes Festival oder kleine Bar, es macht einfach Spaß.

In Eurer Heimat USA spielt Ihr vor 50 Leuten, bei Doomfestivals in Europa vor 500 oder mehr. USA oder Europa?

Das war früher mal so, aber SAINT VITUS ziehen inzwischen auch in den USA besser. Wir haben daheim also Fortschritte gemacht, aber momentan würde ich immer noch sagen: Europa.

Das neue Album "Lillie: F-65" trägt den Titel eines starken Beruhigungsmittels mit heftigen Nebenwirkungen, das sich DAVE CHANDLER früher gerne mal reingepfiffen hat. Euer Durchschnittsalter liegt inzwischen jenseits der 50. Immer noch Drogen, oder inzwischen Kräutertee?

Keine harten Drogen für mich, bitte. Ich rauche ein bisschen Gras und trinke ziemlich viel Bier, aber keinen Kräutertee. Kaffee morgens muss allerdings sein.

Euer Namensgeber, der HEILIGE VEIT, ist Schutzpatron für viele Berufe, darunter auch diese zwei: Bierbrauer oder Winzer?

Na wenn ich viel Bier trinke – der Brauer natürlich ...

Und noch eine Frage in Richtung 'älter werden': Übernachtungen bei Konzerten im Van oder im Hotel?

Wenn wir im Bus unterwegs sind und einen Fahrer haben, dann versuchen wir, nachts während der Fahrt zu schlafen. In diesem Sommer sind wir allerdings mit einem Van unterwegs und pennen im Hotel. Es liegen jeweils einige Tage zwischen den Auftritten, wir spielen nicht jeden Abend in einer anderen Stadt.

Du bist das einzige Bandmitglied ohne sichtbare Tattoos. Bilder oder reine Haut?

Haut! Ich habe tatsächlich kein einziges Tattoo, das ist einfach nicht mein Ding. Wenn ich mir jemals eines stechen lassen sollte, dann wäre es wohl das Logo von VITUS, aber das wird vermutlich nie passieren.

Seit Jahren (fast Jahrzehnten) haben viele Fans auf eine Reunion und ein neues Album gewartet. Hat Euch das unter Druck gesetzt, oder ist "Lillie: F-65" aus purem Spaß entstanden?

Purer Spaß, kein Druck. Seit unserem ersten Album hat keines so viel Spaß gemacht wie dieses.

Was für ein Gefühl war es, seit Urzeiten wieder mit – bis auf den verstorbenen Schlagzeuger ARMANDO ACOSTA – dem alten Line-Up, also mit Ex-Sänger WINO und DAVE zu arbeiten? Freundschaft oder Geschäftsbeziehung?

Freundschaft. Das hätte niemals funktioniert, wenn wir nicht befreundet wären. Außerdem lieben wir alle dieselbe Musik. ARMANDO wird immer in unseren Herzen sein. Ruhe in Frieden, ARMANDO.

"Lillie: F-65" ist wieder mal nur knapp über 30 Minuten lang. Vinyl- oder CD-Länge?

Nun, es ist eine CD. Und sie ist nur ungefähr fünf Minuten kürzer wie unsere anderen Alben, und fast genauso lang wie "Master Of Reality" von SABBATH. Also gar nicht sooo kurz, oder? Gut, vielleicht hätten wir noch einen Song draufpacken können, aber das hätte auch nur vier oder fünf Minuten gebracht ...

Wie geht es denn jetzt unmittelbar nach Eurer neuen Veröffentlichung weiter – Tour oder zurück ins Privatleben?

Wir werden viel auf Tour sein. Ende Mai starten wir eine Woche lang mit Konzerten durch die USA, dann fast zwei Monate Europa, und hinterher im Herbst noch eine ausgedehnte US-Tour. Im kommenden Frühjahr sind wir dann schon wieder in Europa unterwegs, dazu werden sicher ein paar Konzerte kommen, die noch nicht feststehen. Sieht so aus, als wären wir ganz schön beschäftigt!

Vor allem DAVE CHANDLER hat sich in vielen Interviews über den finanziellen Misserfolg von SAINT VITUS ausgelassen. Rückblickend, war die Band die richtige Entscheidung, oder wäre es irgendein anderer Job plus Gründung einer Großfamilie gewesen?

Für mich ganz persönlich war und ist die Band die richtige Entscheidung. Sie ist meine große Liebe und meine Bestimmung.

Wie sieht die Zukunft von SAINT VITUS aus? Gute Verkaufszahlen und volle Konzerte, oder erneute Auflösung?

Ich denke, wir werden ganz gut verkaufen und erfolgreiche Konzerte spielen und eine Weile zusammenbleiben. Wir haben dieses Mal wirklich Spaß und wissen das alles viel mehr zu schätzen. Alles fühlt sich nicht mehr so schwierig an wie früher, wir bekommen zum Beispiel Unterstützung durch unseren Manager RODNEY PAWLAK. Er kümmert sich um all das Graubrot, was uns das Leben wiederum leichter macht. Wir können einfach nur spielen.

Und welche Zukunft gibst Du dem Doom-Genre? Bleibt langsame Metal-Musik wichtig, oder ist dafür in der immer schneller werdenden Welt mit neuen, ultraschnellen und aggressiven Bands kein Platz mehr?

Doom ist größer denn je, und er wird uns erhalten bleiben. Es gibt ihn schon so lange, ebenso gibt es viele schnelle Bands ja schon eine ganze Weile. Es mag ja nicht jeder dasselbe, und meiner Meinung nach gibt es auf der Welt genug Platz für jede Art von Musik.

Und – das ganz große Fass – wie sieht die Zukunft von Amerika aus: OBAMA oder ROMNEY?

Weder noch. Ich habe mit Politik nichts am Hut, ich habe noch nie gewählt ...

MARK, danke für das Interview und viel Erfolg mit SAINT VITUS!


SAINT VITUS @ WITH FULL FORCE 2003



 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» SV-Labelseite (SEASON OF MIST)
» SV @ Wiki
» SV @ discogs
» SV @ myspace

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