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ALBIN JULIUS / DER BLUTHARSCH

Im Bett mit DER BLUTHARSCH


 ALBIN JULIUS / DER BLUTHARSCH
Kategorie: Spezial
Wörter: 1049
Erstellt: 12.10.2007
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Wie stehst du - als jemand, der immer gern Samples benutzt hat - zur Frage des Copyrights? Mal ehrlich, hast du wirklich JEDES Sample geklärt? Das mag ich nicht glauben... In der Auseinandersetzung mit dem Autoren des umstrittenen, inzwischen zurückgezogenen Buches „Battlenoise“ ging es ja aber nicht zuletzt genau darum ...
 
In der Diskussion bzgl. „Battlenoise“ ging es lediglich um Aspekte des Copyrights, dass Photos genommen wurden, an denen die Autoren schlicht und einfach keine Copyrights hatten, detto die Texte. Ich lasse mir das einfach nicht gefallen... und das muss ich ja nicht, oder? Bezüglich meiner musikalischen Zitate, sind all Samples, die ich verwendet habe, natürlich geklärt, ebenfalls zahle ich z.B. für die „La Barca“-Coverversion GEMA-Gebühren, und nicht wenig, das kannst du mir glauben. Aber das ist nur rechtens, dass die Menschen, die das Werk geschaffen haben, auch Ihren gerechten Lohn dafür erhalten. Ich hab SEHR großen Respekt vor geistigem Eigentum... In meiner CD Sammlung – ich habe ca. 4000 CDs – findest du maximal 20 gebrannte CDs, die ich einfach nicht im Original  auftreiben konnte, sonst kaufe ich mir Musik, da ich finde, dass ein Musiker auch für seine Arbeit bezahlt werden sollte, wie jeder arbeitende Mensch. Du gehst ja auch nicht einfach in eine Bäckerei und nimmst dir ein Stück Brot?

Okay, okay, ich weiß zwar nicht, wie du es geschafft hast, z.B. die Rechte an den Sprachaufnahmen von alten Filmen zu bekommen, aber wenn du es sagst ...


Sprachaufnahmen unterliegen komischerweise nicht dem Copyright... zumindest in UK, und da die relevanten Alben damals dort veröffentlicht wurden ... Das habe ich mit WSD damals schon geklärt, keine Angst, ich habe meine Hausaufgaben gemacht.
 
Im Übrigen finde ich das Thema Sampling etwas komplizierter als den Themenkomplex Raubkopien/Filesharing - ähnlich wie bei Kollagen kommt es für mich beim Sampling nur darauf an, dass daraus ein neues, eigenständiges Kunstwerk entsteht. Ich finde es affig, dass du heutzutage theoretisch dazu verpflichtet bist, auch Sekunden-Schnipsel zu klären, du siehst das anders?

 
Na ja... es kommt halt immer drauf an, finde ich. Weniger bedenklich sehe ich das bei klassischen Aufnahmen von Komponisten die schon eine sehr lange Zeit nicht mehr unter uns weilen (LAIBACH haben ja so ein ganzes Album gemacht, das übrigens sehr gut ist.), aber bedenklich und arrogant finde ich es z.B., wenn von anderen Bands gesampelt wird und dann daraus unverändert ein „eigenes“ Stück gemacht wird. Ich will jetzt keine Namen nennen...

Das letzte Album  „When Did Wonderland End?“ zeigte 2005, dass DER BLUTHARSCH in eine neue Phase tritt - es geht immer weiter weg vom Post-Industrial und Neo-Folk, hin zum, wie du immer sagst   „Rock'n'Roll“ - war besagte Auseinandersetzung mit dem Autoren des o.g. Buches ein Schlusspunkt oder darf ich das als Teil einer weiteren Abnabelung von einer bestimmten „Szene“ verstehen?
 
A friend of mine when recently he saw Albin Julius in a lowdown Budapest pub drop his pants in front of an old gypsy woman and stick out his buttocks, wasted, in a torn checked T, he said that “Martial industrial is dead.”
 
Ich kann mich daran nur noch marginal erinnern, ich bin am nächsten Tag total verkatert neben Simone (Spiritual Front) in seinem Hotelzimmer aufgewacht (er hat mir aber hoch und heilig geschworen, dass nichts zwischen uns gelaufen ist!!) – aber so sehe ich das auch. FUCK martial industrial!

Ich habe mich nie wirklich als Teil einer Szene gesehen, auch wenn die Musik nun mal in einer bestimmten Szene gut angekommen ist. Aber um von Szene zu sprechen, mich öden „Szenen“ nun mal an, es ist mir einfach viel zu inzestuös.
 
Ich weiß, dass du früher mal Mod warst - aber auch die sind bekannt dafür, historisch Anti-Rock(er) zu sein; hatte Rock schon mal zuvor eine Bedeutung in deinem Leben oder gab es da wie beim HipHop mit DÄLEK irgendein Erweckungserlebnis?
 
Na ja, Mod war ich so mit 18 herum – die Vespa fahre ich im Sommer aber immer noch, so gesehen bin ich immer noch Mod,  und liebe nach wie vor THE WHO als auch THE JAM... was auch gleich wieder die Frage beantwortet, natürlich hatte Rock'n'Roll eine Bedeutung für mich. Ich wuchs am Bodensee auf, und da bedeutet Mod sein nicht, sich mit anderen zu prügeln, es war ein Lebensgefühl... aber sehr harmonisch gegenüber anderen Jugendkulturen, man war ein Außenseiter neben anderen Außenseitern. Ich hatte Freunde, die Punks, Rockabillies, Skinheads,  Hippies waren. Wir waren damals einfach eine große Clique, in der jeder sein konnte, was er wollte.

Zudem hatte ich das Glück, in einer damals sehr guten Gegend aufzuwachsen... in dieser Zeit sah ich Bands wie: GUN CLUB, MOTÖRHEAD, SPACEMEN 3, THE FALL, SAVAGE REPUBLIC, YOUNG GODS (Zweites Konzert, das sie je gespielt hatten), ANNE CLARK, FAD GADGET (1986 !!), GRACE JONES, LEGENDARY PINK DOTS, KLINIK, DONOVAN (an seinem 50. Geburtstag!!!), MY BLOODY VALENTINE, FUZZTONES, VIOLENT FEMMES, NEW MODEL ARMY,  THE MIRACLE WORKERS, HÜSKER DÜ, DEAD KENNEDYS... und das ALLES, bevor ich noch 18 wurde... ich glaube schon, dass Rock'n'Roll eine Bedeutung hatte. Zumal meine erste selbergekaufte LP „Elvis“ war! How much more Rock'n'Roll can it get?

Es gibt ja auch dieses Foto von dir als ELVIS, wohlgemerkt in der etwas dekadenteren Spätphase (erkennbar an der Frisur und der Sonnenbrille) - was - außer der ersten selbstgekauften Platte - verbindet dich mit dem King? Glaubst du auch, dass er noch lebt?
 
Er lebt weiter, das ist ganz klar, und seine Spätphase finde ich die interessanteste, ich bin ja auch ein Fan von Las Vegas und seinem „Glanz“, als ich dort war, konnte ich „The Tiger“ live in concert sehen, TOM JONES in Las Vegas in der ersten Reihe, was will man mehr, natürlich war das Liberace Museum auch ein Pflichtbesuch.

ELVIS wird heute in seiner Rolle sehr unterschätzt, ich behaupte, es war die letzte große musikalische Revolution, die auch die Gesellschaft beeinflusst hat. Denk einfach nur daran, in den späten 50er Jahren kommt ein „white kid“ und adaptiert die Musik der Schwarzen und macht sie dadurch erst wirklich populär, und das zu einer Zeit, als es noch getrennte Wasserhähne nach Rassen gab. Und dann diese sexuelle Positionierung mit einem einzigen Hüftschwung... so etwas bekommt heute doch kein Rockstar mehr hin!

So konsequent waren nachher nur noch die ROLLING STONES, die ja auch „schwarzer Musik“ zu einem Popularitätsschub verholfen haben.

 
für nonpop.de


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