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Michael We.

REI REA: Selected Works I (Still Suns)

Gitarrenwände aus dem Keller


REI REA: Selected Works I (Still Suns)
Genre: Drone
Verlag: Union Finale


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Wenige Wochen nach 'Eröffnung' wartet UNION FINALE bereits mit einigen interessanten Alben auf. Das Label aus Montreal, geführt von STEVE und GENEVIÈVE alias MENACE RUINE, präsentiert gerade zum Beispiel eine Compilation von REI REA, einem ebenfalls in Montreal ansässigen Bildenden Künstler und Musiker. CHRISTIAN DUBÉ, so der Klarname, bearbeitet schon seit mehr als zehn Jahren unter diesem Moniker E-Gitarren und mehr in seinem Keller, verzerrt und verfremdet die Sounds teilweise bis zur Unkenntlichkeit und erinnert damit im Klangbild an der einen oder anderen Stelle an die 'Wall of Sound' von MENACE RUINE. Vorzugsweise verwendet er Instrumente, die bereits kaputt sind oder, wie häufig in der Elektroakustik, entsprechend präpariert werden. Das knapp 40minütige Tape beinhaltet acht Stücke aus neueren Jahren, die zwischen 2008 und 2011 entstanden sind.

Gleich "Duchess" (01) ist ein Klanghammer, eine bedrohliche Gitarrenwand aus dauerhaftem Dröhnen, aus der sich immer wieder eine knappe Melodie hervorquält, begleitet von wildem Monstergeknurre – ich musste unweigerlich an DAS TIER aus den MUPPETS denken, nur ohne Ketten. In "Throne Of Papa" (02) stehen sich wiederholende Töne einer E-Gitarre, tausendfach verstärkt und geloopt, dicht wie ein Bergmassiv, aus dem sich erneut, nach und nach, eine Melodie herausschält. Dramatik, Apokalypse, Bedrohung ... Das lange "Deader" (03) vermittelt wieder das Gefühl von schreienden Tieren, vor langen, unergründlichen Gitarrenlayern im Vorder- und Drones im Hintergrund. Die Intensität bleibt während der gesamten elf Minuten hoch – eine weitere Soundmauer. Einige der folgenden Stücke der Kassette sind zurückhaltender, gehen eher in Richtung Dark Ambient, höhlig und abwartend. "Omal" (08) beendet die "Selected Works" als leisestes, langsamstes Stück, in dem die Gitarrendrones vibrieren und wie Gongs in der Luft hängen.

Der Charme dieser acht Tracks speist sich aus mehreren Quellen: dem Lo-Fi-Ambiente, den sehr ansprechenden Kombinationen aus Melodie und 'Krach' sowie der hypnotisierenden, einsaugenden Wirkung der repetitiven Gitarrenwände, ähnlich wie eben bei MENACE RUINE. Ich kannte REI REA bis dato noch nicht und hoffe nun, dass diesem Teil I der "Selected Works" bald ein zweiter folgt, um meine Lücken aufzufüllen. Die sehr limitierte Kassette erscheint auch als separater Download, so dass alle zum Zuge kommen.

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» REIREA @ Discogs
» REIREA @ Bandcamp
» MENACE RUINE

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