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12.11.05 in Jena


Konzertrückblick Lichtreigen 14 > KIRLIAN CAMERA Fantreffen:
Kategorie: Spezial
Wörter: 857
Erstellt: 14.11.2005
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KIRLIAN CAMERA – welchem Liebhaber anspruchsvoller, düsterer, elektronischer [Pop]Musik ist das kein Begriff? Schon seit 1980 begeistern Angelo Bergamini und seine häufig wechselnden musikalischen Mitstreiter die interessierte Hörerschaft mit immer wieder außergewöhnlichen Kompositionen. Im Zuge dieser langen Schaffensphase, einhergehend mit vielen Tonträger-Veröffentlichungen und Konzerten, sowie diversen Clubhits, wie z.B. ‚Eclipse‘, hat man sich die Verehrung vieler Musikfreunde ‚erspielt’. Grund genug, um nun endlich einmal ein erstes offizielles Fantreffen stattfinden zu lassen. So geschehen am 11. und 12. November im Alten Gut in Jena, im Rahmen des 14. Lichtreigen. An diesem Wochenende konnte der KC Begeisterte seiner Leidenschaft vollends frönen. So gab es am Freitag die KIRLIAN CAMERA Party auf zwei Ebenen, mit Autogrammstunde der Band und als Höhepunkt des Fantreffens konnte man am Samstag Abend SIDERARTICA und URANIUM USSR 1972, zwei KC Nebenprojekte, live auf der Bühne bewundern.
Da ich leider Freitag nicht in Jena war, folgt nun also lediglich mein samstäglicher Konzertbericht: Bei unserem Eintreffen gegen 22:30 Uhr im Alten Gut, war die Lokalität mit ca. 250 Leuten schon sehr gut gefüllt. 23 Uhr sollte der Auftritt von URANIUM USSR 1972 beginnen, doch Angelo Bergamini ließ etwas länger auf sich warten. Man vertrieb sich indes die Zeit mit netten Unterhaltungen und einem Besuch am Merchandise Stand und wurde aus der Konserve von batcavedominierter Musik beschallt. Gegen 24 Uhr war es dann soweit: Herr Bergamini gab sich die Ehre auf der Bühne und stellte sein Projekt URANIUM USSR 1972 erstmalig live in Deutschland vor. Das Publikum bekam kühle, schroffe Dark Ambient Klänge zu hören, die visuell durch eine von militärischen Bildern geprägte Videoinstallation untermalt wurden, von der man allerdings nur etwas mitbekam, wenn man sich in der vollen Räumlichkeit einen Platz in Bühnennähe erkämpfen konnte. Der Auftritt war leider nach 20 Minuten zu Ende und hinterließ ein etwas irritiertes Publikum, welches recht unterschiedlich auf das soeben Gehörte reagierte. Obwohl das Konzert kurz war, hat mir URANIUM USSR 1972 persönlich sehr gut gefallen und Lust auf mehr gemacht.
Nach 20 minütiger Pause betrat dann 1 Uhr Elena A. Fossi im sehr körperbetonten Lackoutfit die, wegen der Aufnahmen für eine Live-DVD von mehreren Kameras umstellte, Bühne. Ihr zur Seite standen Andrea Fossi an der Gitarre und Andrea Savelli am Keyboard und zwei leicht bekleidete Tänzerinnen. Angelo Bergamini war nicht zugegen. Da dies mein erster SIDERARTICA Kontakt war, wurde ich doch anfänglich, trotz Ankündigung, sehr von der klangtechnischen Ähnlichkeit zu KIRLIAN CAMERA überrascht. Dieser erste Eindruck änderte sich allerdings sehr schnell, denn SIDERARTICA sind bei weitem popiger und seichter als KC. Interessant aber auch durchaus passend ist, daß Elena Fossi bei diesem Projekt optisch und auch durch ihr Auftreten und ihre Bewegungen auf der Bühne viel mehr mit ihrer Weiblichkeit spielt, als man das bei KC gewohnt ist. Unterstrichen wurde diese feminine Note auch durch das Auftreten der Tänzerinnen und das zweimalige Wechseln der Outfits von Elena. Allerdings empfand ich die Performance der Tänzerinnen als schwach und nicht aussagekräftig, zudem sind sie neben dem Charisma und der Präsenz einer Frau Fossi irgendwie untergegangen. Dem männlichen Publikum wird es wohl trotzdem gefallen haben.
Nach dem zweiten Titel gab es erst einmal eine ‚technische Panne’, aufgrund eines losen Kabels. Dabei entstand eine gewisse Situationskomik unter dem Einfluß des italienischen Temperaments im Gespräch und wilden Gestikulieren zwischen den etwas aufgeregten Musikern auf der Bühne und dem schweizer Tontechniker Fabrizio am Mischpult, der durch die Angelegenheit zu einer gewissen Popularität gelangte. Nach ca. 5 bis 10 Minuten ging es dann weiter im Programm. SIDERARTICA wußten das Publikum mit ihrer eingängigen, aber doch auch anspruchsvollen, technoid angehauchten Popmusik zu begeistern. Ich persönlich kann zwar mit STALINGRAD und KC mehr anfangen, aber Frau Fossi auf der Bühne zu sehen und singen zu hören, ist immer wieder genial. Besondere Glanzlichter des Auftritts waren Elenas Einsatz an der Gitarre und die beiden sehr interessant interpretierten Coverstücke - zum einen war das ‚Atmosphere‘ von JOY DIVISION, der einen etwas orientalischen Anstrich bekommen hatte und zum anderen ‚Mad World‘ von TEARS FOR FEARS, welcher als letzter Titel des Hauptsets gespielt wurde. Natürlich forderte das sehr begeisterte Publikum mehrfach Zugaben. Die bekam es viermal. Dabei wurde dann auch doch noch ‚Dead Zone in the Sky’ von KIRLIAN CAMERA [ohne Bergamini auf der Bühne], vom ‚Invisible Front.2005‘ Album, gespielt. Nach 1,5 Stunden war dann der Auftritt gegen 2:30 Uhr vorbei. Abschließend gab es Disco auf zwei Ebenen mit DJ Spinne, der die Gothic Rocker bediente und Projekt Hirn.Holz, die die Freunde des Neofolk und Industrial auf ihre Kosten kommen ließen. Da es meines Erachtens ein sehr schöner Konzertabend war, bleibt mir nur zu hoffen, das vielleicht nächstes Jahr noch mal ein KC Fantreffen stattfindet [dann vielleicht auch tatsächlich mit KC auf der Bühne ;-)]
 
D. Willer für Lichttaufe, Nov. 05
[Vielen Dank an Michael, für ergänzende Informationen.]
 
 

 
für nonpop.de


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