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Allerseelen in Kopenhagen


Kategorie: Spezial
Wörter: 698
Erstellt: 21.03.2005
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Autor: Axel Meese

Bericht über die Konzertveranstaltung in Kopenhagen mit Solblot, Die weiße Rose und Allerseelen
Am Sonnabend, den 19. März 2005, richtete die Bragagild-Gemeinschaft im malerischen Kopenhagen in relativ kleiner Runde eine Konzertveranstaltung mit Solblot, Die weiße Rose sowie Allerseelen aus. Der Veranstaltungsort war das LAB mitten in der dänischen Hauptstadt. Wir reisten gegen 13 Uhr an, da der offizielle Beginn auf 15 Uhr festgelegt war. Das LAB liegt in einem Hinterhof, und als wir den Raum betraten, fanden wir eine riesige Garage vor mit einem provisorischen Tresen sowie wild im Raum stehenden Tischen und Stühlen. Ich fragte mich anfangs, wo denn die Musiker spielen sollten, denn so etwas wie eine Bühne war nicht vorhanden. Das änderte sich jedoch schnell, als ein Wagen mit dem entsprechenden Zubehör vorfuhr. In gemeinschaftlicher Arbeit waren die Materialien schnell ausgeladen, und in 1 Stunde stand alles!
Die Zahl der Gäste war auf 60 beschränkt, und der Preis betrug 200 Dänische Kronen (ca. 29 EURO) für ein Buffet (Salate und Wildschwein) sowie 3 Bands, also ein mehr als verträglicher Preis.
Nachdem man alte Bekannte begrüßt hat und mit den Leuten von Bragagild ins Gespräch gekommen war, wurde das Buffet eröffnet. Nebenbei lief der Soundcheck, der durch diem Professionalität der Technik und der Musiker relativ kurz verlief.
Gegen 18 Uhr betrat dann das schwedische Projekt Solblot die Bühne: 3 Musiker, instrumental ausgerüstet mit Bläser/Akkordeon, akustischer Gitarre sowie Trommel. Die Band lieferte ein sehr schönes Neofolk-Konzert ab, gerade wegen des Akkordeons vielleicht etwas mit Forseti vergleichbar, allerdings deutlich „schneller" gespielt. Leider dauerte der Vortrag nur knapp eine halbe Stunde. Ich wünsche mir, von dem Projekt demnächst mehr zu hören (Aufnahmen gibt es noch nicht), denn die haben Potential und wussten jeden zu begeistern. Gesungen wurde in ihrer Muttersprache.
Anschließend wurde das Konzept des „Talking Bone" vorgestellt: man hält einen Knochen in der Hand und äußert dazu laut seine Gedanken, Wünsche etc. Dieser machte die Runde, und so konnte sich jeder den Gästen mitteilen.
Danach dann der Auftritt des dänischen Projektes Die weiße Rose: 4 Trommler, von denen 2 auch zum Mikrofon griffen und Manifeste verkündeten. Der Rest kam vom Band, und im Hintergrund lief Filmmaterial ab. Die Intensität der Trommeln passte sehr gut zu den Samples, jedoch gerieten einige Stücke etwas zu lang. Die Musiker standen nach ihrem Trommel- und Spracheinsatz teilweise 5 Minuten still auf der Bühne und ließen die Samples auf das Publikum wirken. Das macht in meinen Augen eigentlich mehr Sinn, wenn man das zuhause vom Plattenteller hört. Davon abgesehen habe ich in der Vergangenheit wesentlich überflüssigere Dinge über mich ergehen lassen. Es wird auf jeden Fall interessant sein, zukünftige Veröffentlichungen im Auge zu behalten.
Der Höhepunkt des Abends war auf jeden Fall Allerseelen: Gerhard am Mikro, die beiden Cawatana-Trommler sowie Marcel P. am Bass. Und was soll ich sagen: ein phantastisches Konzert! Die Trommler entfachten, unterstützt vom Bass, ein wahres Feuerwerk, es war so laut, dass die Samples vom Band kaum zu hören waren. Das machte aber auch nichts, da das Live-Konzept von Allerseelen mit den hochkarätigen Musikern eine perfekte Alternative zu den Studioaufnahmen darstellt. Gerhard hielt während des gesamten Auftritts den Knochen in der Hand und schleuderte seinen Sprechgesang förmlich ins Publikum. Es kam richtig Bewegung in die Runde, jeder im Raum war gefesselt von der treibenden Musik. Allerseelen spielte sich quer durch das gesamte Repertoire und hat sich mittlerweile seinen eigenen Stern am Himmel der hochkarätigen Livebands gesichert. Ich kann nur an die Standhaftigkeit der Rosenheimer appellieren, dass das Allerseelen-Konzert nächsten Monat im Blackout-Club auch stattfindet, sie würden sonst wirklich etwas verpassen. Nach den 2 lautstark vom Publikum geforderten Zugaben war der musikalische Teil des Abends beendet, und wir konnten bis Mitternacht noch das slowenische Bier genießen, die Reste des Buffets vertilgen und die Unterhaltungen fortsetzen.
Ich kann jedem empfehlen, die Aktivitäten von Bragagild im Auge zu behalten. Besucht deren Internetseite www.bragagild.dk, dort finden sich Verweise zu den Veranstaltungen und Projekten, und man kann deren eigene Produktionen dort beziehen. Zu letzteren vielleicht demnächst etwas an anderer Stelle, da ich mich damit noch in Ruhe auseinander setzen möchte.
Vielen Dank an Bragagild für die ausgezeichnete Organisation und für den Genuß der dänischen Gastfreundschaft!

Axel Meese, März 2005

 
Archivar für nonpop.de



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