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Sonne Hagal, Sonnentau, Fire+Ice

in Halle


Sonne Hagal, Sonnentau, Fire+Ice
Kategorie: Spezial
Wörter: 659
Erstellt: 29.12.2003
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Autor: Stefan Romey

Ein Weihnachtsgeschenk der schöneren Art bereiteten EIS & LICHT und NOLTEX am 1. Weihnachtstag in Halle. Nach Axels sehr gutem Bericht möchte ich hier noch eine etwas andere Sichtweise nachtragen. Gerade der Beitrag von UWE NOLTE, den ich als ORPLID ich doch sehr verehre, hat mir an diesem Abend gar nicht gefallen, aber dazu weiter unten mehr.

SONNE HAGALl begannen den Reigen und schafften es innerhalb kürzester Zeit, das Publikum in Wallung zu bringen. Der leider viel zu kurze Auftritt beinhaltete nicht nur Stücke der "Helfahrt" - auch älteres Material von der "Sinnreger" wurde dargeboten. An OLIVERs früher öfters mal beklagter Gesangstechnik ist m.E. mitterlerweile nichts mehr auszusetzen. Lediglich die Mimik, bzw. die gänzlich fehlende Gestik gibt Abzüge in der Live-Note.

Ganz anders war da doch die darauffolgende Einlage von UWE NOLTE, die nicht nur ich wohl zuerst für einen Auftritt ORPLIDs hielt. Unterstützt nur von Trommeln und Gitarre sang/brüllte er einige Textzeilen ins Mikrofon. Seine Stimme halte ich in der deutschen Neofolkszene für die mit Abstand beste. Die Texte, die von ORPLID vertont werden, haben eine Ausdruckskraft und eine Wortgewalt, wie sie nur selten mit solch einer beständigen Qualität zu finden ist. Hier allerdings kam nur wenig davon rüber: Zu plakativ, zu simpel gestrickt war der Kurzauftritt. Trotzdem: einem lautstarken und wohl auch bierseligen Teil des ansonsten sehr angenehmen Publikums schien gerade diese Einfachheit der Sprache und der Gedanken entgegenzukommen, was sie dementsprechend mit lautstarken Beifallsbekundungen quittierten. NOLTE selbst beendete seinen Auftritt dann jedoch selbstironisch mit den Worten, dass man nun wieder zu etwas Schöngeistigerem kommen würde: Den bislang kaum bekannten und von vielen mit Spannung erwarteten SONNENTAU.

Auch dieser Auftritt war sehr kurz. SONNENTAU spalteten deutlich das vorher noch von UWE NOLTE zu einer härteren Gangart angestachelte Publikum. Für die doch sehr folkloristischen und ruhigen Töne war die Empfangsbereitschaft dementsprechend nicht sehr groß. Schade, dass hier viele Störer nicht die Möglichkeit nutzten, wenn sie schon nicht die Muße hatten, der Sängerin zu lauschen, derweilen an den Plattenständen im Nebenraum zu stöbern oder ihrer Bierseligkeit im Foyer zu frönen. SONNENTAU ist eine Gruppe, gerade in der Bestzung mit Cello und Gitarre und eben ohne Rhythmusinstrumente, die besser in ein bestuhltes Konzert passt. Hier war leider nicht der richtige Rahmen. Vielleicht sehen wir sie ja einmal - im Rahmen des WGTs - in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals?

Nachdem FORSETI nun schon den ganzen Abend in Teilen präsent war - Akkordeon bei SONNE HAGAL, Cello bei SONNENTAU - folgte als Intro zu FIRE&ICE, wo sie ja als Begleitung von IAn READ auf der Bühne stehen würden, eine Zwischeneinlage dieser immer und überall präsenten Band. Erinnert sich noch jemand an die Querelen vor fünf Jahren in Buchau, als FORSETI als Überraschungsband gemeinsam mit DIJ und FIRE&ICE spielten? Damals waren die Altstars anfänglich genervt von der jungen deutschen Band - heute sind sie nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Szene geworden und spielen gemeinsam mit jenen auf!

So eben auch mit IAN READ als FIRE&ICE: Dem unumstrittenen Höhepunkt dieses Abends. Es gibt kaum Sänger mit einem derartigen Charisma wie READ! Seine Stimme zieht immer wieder und so auch diesesmal die Zuhörer in seinen Bann und verzaubert sie regelrecht. Geboten wurde ein - auch leider zu kurzes, aber ich könnte ihnen gerne stundenlang lauschen - Programm, das die "Hits" der letzten Jahre beinhaltete. READ wirkte gelassen und zufrieden, das Publikum war begeistert und "Guilded By The Sun" und "The Rising Of The Moon" wurden nicht nur verhalten mitgesungen. Die Symbiose aus Publikum und Darbietenden war perfekt, so wie es bei einem guten Konzert auch sein sollte. Sehr persönlich wirkte dann auch der Aufruf READs, dieses Land hier wieder zu dem Zentrum der Kultur zu machen, das es einmal gewesen sei. Dass es wieder so werden wird, dies sei sein Wunsch. "Es liegt in Eurer Hand. Bitte enttäuscht mich nicht." Letztendlich war es diese von IAN READ heraufbeschworene Stimmung, die das Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließ.


 
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