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Michael We.

HERZ JÜHNING: Samsara

Basteln zwischen Leben, Tod und Industrial


HERZ JÜHNING: Samsara
Genre: Angst Pop
Verlag: Galakthorrö
Erscheinungsdatum:
Juli 2018
Medium: CD / LP
Preis: ~14,00 €
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"HERZ JÜHNING kann hart und brutal sein, aber auch ruhig und nachdenklich." So erklärte der Sachse vor einigen Jahren sein Schaffen im nonpop/index.php?type=special&area=1&p=articles&id=2260">NONPOP-Interview. Inzwischen ist HERZ (KAY) JÜHNING längst zu einem festen Bestandteil der GALAKTHORRÖ-Familie geworden, kümmert sich auf inzwischen zwei EPs und einem Album wie auch seine Labelgenossen um körperliche und seelische Abstrusitäten. Mit "Samsara" ist gerade das zweite Vollzeit-Werk erschienen, ein Konzeptalbum um "den Kreislauf von Werden und Vergehen", beschreibt das Label. Tatsächlich sehen wir den Musiker im Artwork auf einem Seziertisch, auch die Wahl der Songtitel wie "Koma" oder "Wiedereintritt" erschließt sich damit sofort. "Eine höhere Ebene" habe HERZ JÜHNING erklommen, bekommen wir außerdem noch mitgeteilt. Tatsächlich erscheint mir der Sound auf "Samsara" nun noch eigenständiger - im Vergleich zu den großen Vorbildern HAUS ARAFNA und NOVEMBER NÖVELET - und außerdem extrem facettenreich, vor allem was die Vocals angeht.

Mit "Kreislauf" (01) schleicht sich das Album langsam an, noisig zerrend und knisternd. Wütende Schreie sowie düsterer, dröhnender Gesang fegen über das verlassene Schlachtfeld. "Blood Will Boil" (02) nimmt Tempo auf, tickende, kratzende Beats und Sprechgesang zu einer flirrenden Synthie-Melodie, ein fast waviger Gesamteindruck. Noisiger Ambient in "Corona" (03) besteht aus melodiösem Brummen und nachdenklichen Vocals. Je weiter wir in die Mitte vordringen, desto bewegter und rhythmischer scheint "Samsara" zu werden, "Phantom Pain" (05) lässt eine ganze Batterie aus knatternden Beats los, das passende Schreien wechselt mit "Nataraja" (06) dann wieder in dunkles, waviges Singen zu schnaubenden, voranschiebenden Klängen. Werden und Vergehen schimmert als Thema stets deutlich durch, etwa wenn lebenserhaltende Geräte piepen und langsamer werden oder eine Stimme in Maschinensprech fordert: "Schalt' mich ab!".
Höhepunkt der zweiten Hälfte ist für mich "Pain Sets In" (09), ein Industrialkracher mit schreienden Vocals, und melodiösen, mächtigen Zwischenparts, sehr rhythmisch, bevor es eher ruhiger und mit "Wiedereintritt" (12) sogar spacig und fast verträumt dem Ende - oder einem neuen Anfang - entgegen geht.

Es gibt Kinder, die können blind in jeden Baukasten greifen und bringen mit den vorhandenen Materialien etwas Außergewöhnliches zustande. Auch HERZ JÜHNING scheint, so wie es auch sein Label lobend formuliert, die Gabe zum Erschaffen zu haben. Aus seinem reichhaltigen Elektro-Baukausten wählt er mit Bedacht die noch recht gewöhnlichen Einzelteile und fügt sie zu Hits zusammen, wie wir das schon auf vorigen Veröffentlichungen bemerkten. Dieses Mal entstehen aus ähnlichen Bauteilen aber noch mehr unterschiedliche Werke, was Geschwindigkeit, Rhythmik oder vor allem den Einsatz der Stimme angeht. Zwischen derbem Schreien, Flüstern, Rezitieren und Singen ist alles dabei. Angst Pop der industriellen Sorte, natürlich - wie von GALAKTHORRÖ gewohnt - auf allerhöchstem Niveau.

 
Michael We. für nonpop.de


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Zusammenfassung
HERZ JÜHNING greift in seinen reichhaltigen Elektro-Baukausten, wählt mit Bedacht die Einzelteile aus und fügt sie zu Hits zusammen. Auf dem zweiten Album überrascht vor allem die Varianz der Stimme. Angst Pop der industriellen Sorte, natürlich - wie vom Label gewohnt - auf allerhöchstem Niveau.

Inhalt
01. Kreislauf
02. Blood Will Boil
03. Corona
04. Metastase
05. Phantom Pain
06. Nataraja
07. Koma I - Army Of Misery
08. Koma II - Abschalten
09. Pain Sets In
10. Echoes Of Void
11. Dead Air
12. Wiedereintritt
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