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Michael We.

TRISOMIE 21: Elegance Never Dies

Wie früher, nur anders


TRISOMIE 21: Elegance Never Dies
Genre: Cold Wave
Verlag: Chromo Music...
Vertrieb: Broken Silence
Erscheinungsdatum:
09. März 2018
Medium: CD / LP
Preis: ~15,00 €
Kaufen bei: Bandshop


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Es ist nicht nur Nostalgie, die meine Augen leuchten lässt, wenn es Neuigkeiten von TRISOMIE 21 gibt. Gut, die alten Songs waren wirklich klasse. Stoische, kühle, aber nicht unromantische Synthiesounds und -beats kombiniert mit der immer leicht schrägen, franko-englischen Stimme - eine Mischung, für die ich das Genre Cold Wave immer als zu kurz gegriffen empfand. Aber seit knapp 15 Jahren ist das französische Brüderpaar auch wieder mit neuem Material aktiv und - nach ruhigen und recht erfolglosen 1990er-Jahren - so gut wie eh und je.
Acht Jahre nach dem letzten Studioalbum "Black Label" (nonpop/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=1751">Besprechung) kommt nun im März 2018 "Elegance Never Dies" auf den Markt, verknüpft mit einigen Auftritten von HERVÉ und PHILIPPE LOMPREZ in europäischen Städten. Um den Jahreswechsel erschienen zudem liebevoll aufgemachte und preiswerte CD- und LP-Boxen mit Wiederveröffentlichungen und Raritäten. Scheint so, als ob TRISOMIE 21 fast 40 Jahre nach ihrer Gründung noch einmal voll da sind.

Alle, denen "Black Label" etwas zu aufgepumpt und rockig klang, dürfte "Elegance Never Dies" vom ersten Ton an gefallen. Das neue Album erinnert viel mehr an frühere Stücke, nicht etwa aufgrund von Monotonie oder überschaubarer Instrumententzahl, im Gegenteil. Eher wegen der reduzierten, zurückhaltenden Anmutung sämtlicher Lieder, selbst wenn hier und da mal eine lautere Gitarre auftaucht.

Der Opener "Where Men Sit" (01) ist stellvertretend für die gesamten 47 Minuten: Zu spartanischen Synthiedrones und der einsetzenden E-Gitarre singt die immer leicht schiefe, entfernt wirkende Stimme. Selbst das rockige Schlagzeug ändert nichts an der insgesamt extremen Zurückhaltung. Keine Bretter, aber sehr gut geplante Abwechslung einzelner Elemente, manchmal die Stimme fast acapella, zwischendurch technoides Tuckern. Dieses Konzept verfolgen die Brüder weiter. Auch in "Our Trip" (02) greifen einzelne, unterschiedliche Sounds sanft ineinander, wie zum Beispiel ein vorsichtiges, synthetisches Glockenschlagen. Die Stimme wird teils verfremdet, was noch mehr für entfernte Kühle sorgt, der Rest minimalistisch; ein bisschen Gitarre, ein bisschen Schlagzeug. Ob industrielle Trommeln, quietschende Drones, spacige Soundbetten oder minimale Pianoklänge - die erste Hälfte des Albums bleibt auf diesem Niveau, inklusive einer weiteren Auflage von "Is Anybody Home?" (05), einem Song, der sich in Varianten durch mehrere T21-Alben zieht.
Die zweite Albumhälfte erinnert noch deutlich stärker an 80-Jahre-Alben. Es kommen weniger Elemente zum Einsatz, das Englisch der klagenden Stimme französelt, der Beat scheint ganz gleichmäßig vom Computer gesteuert.

Ein bisschen wie früher, nur anders. Die Produktion ist natürlich deutlich moderner, es gibt viel mehr unterschiedliche Klänge, aber die kühle Zurückhaltung alter Werke schimmert durch. Ein Mix aus Ambient, Goth Rock (ganz wenig) und Cold Wave, sehr einhüllend und mit starken Melodien, die vielleicht erst beim zweiten oder dritten Mal haften bleiben. "Black Label" und "Elegance Never Dies" scheinen mir wie zwei unterschiedliche Facetten von TRISOMIE 21 im neuen Jahrtausend zu sein. Ich mag beide.

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» T21 @ Facebook
» T21 Bandseite

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» TRISOMIE 21: Rendez-Vous En France


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Zusammenfassung
Die kühle Zurückhaltung alter Werke schimmert durch, auch wenn die Produktion natürlich viel moderner klingt. Ein Mix aus Ambient, Goth Rock (ganz wenig) und Cold Wave, sehr einhüllend und mit starken Melodien, die vielleicht erst beim zweiten oder dritten Mal haften bleiben.

Inhalt
01. Where Men Sit
02. Our Trip
03. No Man Can Imagine
04. Something Else
05. Is Anybody Home? (Part 5)
06. During All These Years
07. Over The Noisy Keys
08. Rebirth
09. Tender Now
10. Alice
11. Is Anybody Home? (Part 5 Instrumental)

~ 47 min.
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