Die Seite wird geladen... einen Moment bitte.
Thomas L.

DARKWOOD: Schicksalsfahrt


DARKWOOD: Schicksalsfahrt
Genre: Neofolk
Wörter: 624
Medium: CD
Kaufen bei: Amazon


Schrift vergrößern Schrift verkleinern

„Schicksalsfahrt“ ist das nunmehr zehnte Album von DARKWOOD alias HENRYK VOGEL, der seit der Veröffentlichung von „In The Fields“ im Jahre 1999 zu den Pionieren des nicht immer deutschsprachigen, aber zumindest des deutschstämmigen Neofolks zählt. War das Debütalbum inhaltlich noch deutlich von den britischen Vorbildern geprägt und musikalisch etwas holprig, so haben DARKWOOD über die Jahre hinweg enorm an Profil gewonnen und ihren ureigenen Stil entwickelt, der mit dem aktuellen Album seinen Höhepunkt findet.
Thematisch nimmt sich „Schicksalsfahrt“ der Fliegerei an und thematisiert die Flüge und dahinter stehende Philosophien von Himmelsschwärmern wie SAINT-EXUPERY oder der Dresdener Flugpionierin AMELIE BEESE. So zeigt das Cover dann auch konsequenterweise ein Abbild BEESEs, das von einer Gedenktafel ihres Dresdener Geburtshauses stammt. Die strenge und heroische Ästhetik dieses Reliefs fügt sich gut in das Gesamtwerk DARKWOODs ein, auch wenn der Referenzpunkt ein gänzlich anderer ist als bei den vorherigen Werken. Gleiches gilt für die im Booklet angeführten Fliegerzitate, die das Fliegen als Lebensessenz schildern, die zu erleben das Wagnis des möglichen Todes wert ist bzw. dessen Entzug einen selbst in den Tod treiben kann, wenn man das tragische Schicksal des Freitodes von MELLI BEESE bedenkt.
Mit „Secret Places“ geht es gleich stimmungsvoll los; ein treibendes, flottes Stück in bester DARKWOOD-Tradition – allerdings wird spätestens im zweistimmigen Refrain auch deutlich, dass sich trotz Werktreue einiges getan hat, denn die Melodien und Arrangements sind komplexer und abwechslungsreicher geworden und auch gesanglich liefert HENRYK VOGEL hier seine zweifellos beste Leistung ab. Nach diesem optimalen Einstieg wird es mit „Nightshade“ dann wieder etwas experimenteller und ruhiger; die Gitarre zupft und streicht zu verzerrten Rhythmen, die an DARKWOODs industriallastiges Werk „Heimat & Jugend“ erinnern – ein ruhiges und sehr atmosphärisches Stück.
Das „Fliegergedicht“ ist wieder DARKWOOD pur, schnell und melodiös, der zurückhaltende Gesang wird von einer melancholischen Geige untermalt, im Hintergrund ertönt das Cello – wunderbar: „Wir treiben kein leichtes, vermessenes Spiel, wir haben ein stolzes, ein köstliches Ziel!“. Basierend auf einem Gedicht von R.W. SCHULTE hat HENRYK VOGEL hier erstklassigen deutschen Neofolk geschrieben.
Bei „Scattered Clouds“, das wieder experimenteller geraten ist, rattern im Hintergrund die Flugmonitore und HENRYK VOGEL erhält an der Stimme weibliche Unterstützung. Monotone Bass-Spur und Keyboards lassen dann gar Erinnerungen an 80er Jahre Wave-Bands wach werden – sehr schön!
Eines der schönsten Stücke des Albums ist „Der letzte Flug“, der dezente Sprechgesang ist zutiefst emotional pointiert und Textpassagen wie „... dann werde ich Flamme mit Euch sein und Kraft in eurer Hand“ sprechen eine klare Sprache. Gerade bei diesem Stück stellt man erfreut fest, wie routiniert und sicher DARKWOOD über die Jahre geworden sind und warum sie neben FORSETI und ORPLID zu den besten Vertretern des deutschen Neofolks zählen.
Und erfreulicherweise wird dieses hohe Niveau bis zum Ende der CD durchgehalten, einen musikalischen Ausfall gibt es auf „Schicksalsfahrt“ dann auch tatsächlich nicht. DARKWOOD haben mit diesem Album ein ambitioniertes und gereiftes Werk abgeliefert, das sowohl musikalisch als auch inhaltlich Akzente setzt und das ich daher mit Abstand für das beste DARKWOOD-Werk halte. Nie war die musikalische Leistung besser als auf „Schicksalsfahrt“. Mit dem Fliegerkonzept wird das heroische Element der alten Scheiben auf eine neue Ebene übertragen. Erstaunlicherweise gelingt diese Übertragung geräuschlos gut, denn die martialische und klare Sprache der vorherigen Veröffentlichungen braucht hier niemand vermissen. Sie funktioniert umso mehr, wenn sie sich aus dem soldatischen Kontext löst und sich hier über den Wolken in neuer Gestalt zeigt. Gerade die sehnsüchtigen Momente, das Verlangen nach dem Himmel, das Ausgesetztsein in der Wüste, die Einsamkeit in einer gefahrvollen Zwischenwelt haben DARKWOOD Melodien und Stimmungen abgerungen, die dieses Album zu einem Meilenstein des deutschen Neofolks werden lassen.
Ein wunderschönes Neofolkalbum, das wieder einmal verdeutlicht, dass entgegen aller Unkenrufe in diesem Genre noch immer gute und hervorragende Alben veröffentlicht werden.

 
Thomas L. für nonpop.de


Themenbezogene Artikel:
» VARIOUS: Places (DARKWOOD u.a.)
» DARKWOOD: Ins dunkle Land
» DARKWOOD: Notwendfeuer
» DARKWOOD/CHAOS AS SHELTER: Lapis

Themenbezogene Newsmeldungen:
» DARKWOOD mit Konzert im März
» DARKWOOD - ins dunkle Land
» Neues Album von Darkwood
» Neues von Darkwood

Anzeige:
Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln ausschließlich die Meinung des jeweiligen Verfassers bzw. Interviewpartners wieder. Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung durch den Betreiber dieser Seite.
Link-Code zu diesem Artikel:
Wöchentliche Artikelübersicht per Mail
Werde NONPOP- Redakteur...
» Diesen Artikel bewerten
» Kommentar zum Artikel verfassen
Zusammenfassung
Ein wunderschönes Neofolkalbum, das wieder einmal verdeutlicht, dass entgegen aller Unkenrufe in diesem Genre noch immer gute und hervorragende Alben veröffentlicht werden.

Positiv aufgefallen
Ausgefeiltere und komplexere Arrangements
Melodien statt Minimalistik
Bislang bestes DARKWOOD-Album

Inhalt
1. Secret Places
2. Nightshade
3. Fliegergedicht
4. Scattered Clouds
5. Der letzte Flug
6. Flughymne
7. Silence At Night
8. Nightwind
9. Broken Wings
10. Dream Of Flowers
NONPOP RADIO
Nonpop Radio starten:

Hier Popup
Ebay- Angebote zum Thema:
Darkwood
 
cialis cialis fiyat seo sorgulamahacklink seo backlink sorgulama hacklink satış backlink satış makale programı Tanıtım Yazısı site analiz seo analiz seo aracları seo sorgula backlink satış instagram takipçi hilesi meme küçültme pubg hile al hacklink satışbacklink al google sıra bulucu
darkwood deutschen neofolks schicksalsfahrt