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Thomas L.

BURZUM: Umskiptar


BURZUM: Umskiptar
Genre: Black Metal
Wörter: 611
Medium: CD
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Im vergangenen Winter veröffentlichte VARG VIKERNES sein Buch „Sorcery and Religion in Ancient Skandinavia“, das auch eine sehr persönliche Interpretation der „Voluspa“ beinhaltet, die VARG mit diesem Album auch musikalisch umsetzt. Sein Buch wird sicherlich nicht als Meilenstein in die Geschichte neuheidnischer Literatur eingehen, ist aber auch nicht so schlecht, wie es die vielen BURZUM-Gegner gerne hätten, die natürlich per se dazu verpflichtet sind, jeglichem Schaffen von VIKERNES Qualität absprechen zu müssen. Das neue Album hingegen wird nicht nur von den VARG-Hassern kritisch aufgenommen, sondern hat auch die eigentlich recht treue Anhängerschaft des Norwegers ordentlich gespalten: Schlecht bis mäßig wird das dritte Album der Post-Knast-Ära von der Hörerschaft aufgenommen; kritisiert wird die vorgebliche Langweile und vor allem das Fehlen des wehklagenden Geschreis, seit jeher Hauptmerkmal von BURZUM.
Und tatsächlich ist VARGs Gesang diesmal jenseits von „Aske“; VIKERNES erzählt, flüstert, singt und spricht. Das mag nun nicht eben jedem Gefallen und manche alteingesessene Hörer verschrecken, aber der neue Stil hat sicherlich auch das Potenzial, sich eine neue Hörerschaft zu erschließen. „Umskiptar“ ist näher an nordischen Heroen des heidnischen Zwielichts wie ULVER und STORM als an DARKTHRONE und Konsorten. Was dem einen ein Anzeichen für den Niedergang der Black Metal-Kultur ist, empfindet der andere als musikalische Erweiterung des Horizontes und letzterer Interpretation schließt sich der Verfasser dieser Zeilen an: „Umskiptar“ ist eine musikalische Reise in die nordische Mythenwelt, irgendwo zwischen Black Metal, Hörbuch und Edda-Vertonung. Auch wenn das jetzt manche gar nicht nachvollziehen können, aber mich hat dieses Album an „Of Ruine Or Some Blazing Starre“ von CURRENT 93 erinnert – ebenfalls ein grandioses Konzeptalbum, das sich erst nach und nach erschließt und nur in seiner Gesamtheit wirklich Sinn hat und ein bewusstes Hören verlangt.
Nach dem obligatorischen Intro mit Lurenklängen beginnt das Album mit „Joln“ noch im typischen BURZUM-Stil der letzten Alben; das Stück ist zweifellos eine Brücke zu „Belus“ und „Fallen“ und wird sicherlich jeden Anhänger dieser Alben beglücken. Mit „Alfadanz“ wird es dann komplexer; beginnend mit repetitiven Pianoklängen, deren Leitmotiv bald von der E-Gitarre umgesetzt wird, spricht und erzählt VARG die Verse der „Voluspa“ – und hier wird's eben schwierig für den klassischen Black Metal-Fan, denn der Erzähler VARG verlässt stimmlich den Tieftonbereich des vermeintlich Bösen, sondern nutzt eben auch die klare und deutliche Sprache, was zumindest in meinen Augen für die nötige Abwechslung sorgt und eben auch die verschiedenen Passagen der „Voluspa“ unterstreicht.
Das folgende „Hit Helga Tre“ ist ähnlich aufgebaut; epische Länge und die bekannten minimalen, aber dennoch brachialen Gitarrenriffs, die den Hintergrund für die Aufzählung der eddischen Zwerge liefern. „Galgvidr“ ist ein hypnotisches Stück, das mit spartanischen Riffs und dem beschwörenden, reinen Gesang eine hymnische und sakrale Stimmung transportiert. Mitunter wurde kritisiert, dass VARGs Aussprache des Altnordischen stümperhaft sei – das mag durchaus sein, ist für das Hören bzw. Gefallen/Nichtgefallen ziemlich irrelevant.
Musikalisch wird man nach dem dritten Stück der CD nicht mehr sonderlich überrascht, aber da die Qualität dieser eben recht gut ist, ist auch das nicht weiter störend. Wer also ein offenes Ohr für die Variante „Nordischer Hörbuch-Black-Metal“ hat, der wird zweifelsohne seine wahre Freude an diesem Album haben, das auch optisch gewohnt anspruchsvoll aufgemacht ist. Mir persönlich sagt dieser Stil weitaus mehr zu als die von VARG produzierte Computerspielmusik der Gefängnisjahre. Wer sich zudem den Hörgenuss nicht verderben will, der sollte auch die Promo-Photos zum Album meiden, die wahlweise auf Humor, Wahnsinn oder zuviel Alkohol schließen lassen. Aber gut, Black Metal will in erster Linie gehört werden und sollte nur bedingt auf intellektueller Ebene ausdiskutiert werden. Aus diesem Grunde auch keine weiteren Worte über VARGs Weltsichten; hier kann jeder Erwachsene selbst entscheiden. Musikalisch hat mich „Umskiptar“ vollauf überzeugt.

 
Thomas L. für nonpop.de


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