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Tony F.

LAIBACH: Iron Sky - We Come In Peace

Original Soundtrack


LAIBACH: Iron Sky - We Come In Peace
Genre: Filmmusik
Verlag: Mute
Vertrieb: Mute
Erscheinungsdatum:
April 2012
Medium: CD
Preis: ~10,00 €
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Es ist natürlich immer wieder herrlich, wenn es zu kreativen Arbeiten eine Legende zu ihrer Entstehung gibt. Im Fall des Films "Iron Sky" will es also die Legende, dass den Machern die Idee dazu irgendwann in der finnischen Sauna gekommen ist. Die weiteren Umstände soll man sich vermutlich denken. Eng verbunden mit der Idee, einen Film über Nazis zu machen, die mit ihren Reichsflugscheiben in den 40er-Jahren zum Mond geflogen sind, dort Jahrzehnte auf der erdabgewandten Seite gelebt haben und nun zur Erde zurückkehren, war demnach allerdings auch, dass LAIBACH die perfekte Band für den Soundtrack wären. 

Tatsächlich hat es von den Filmmachern wohl schon früher Anfragen an LAIBACH wegen anderer Filmprojekte gegeben, die aber ablehnend beschieden wurden. Diesmal hat man sie letztendlich überzeugt. Und tatsächlich ist die Idee, LAIBACH für diesen Soundtrack zu gewinnen, ja nicht so abwegig, bedenkt man das Spiel mit Ästhetik und Reiz von totalitären Ideologien, dem sich die Band seit Jahrzehnten verschrieben hat. Die Frage, ob es dem Film gelingt, diese Doppelbödigkeit, dieses Entlarven von Denkmustern und diese Ironie, die in dem Projekt LAIBACH steckt, ebenfalls so konsequent herauszuarbeiten, bleibt allerdings kritisch zu stellen. 

Mit "Iron Sky - We Come In Peace" liegt zum Filmstart auch der Soundtrack zum Film vor, wobei man deutlich darauf hinweisen muss, dass es sich eben nicht um ein verkapptes - meint: wie auch immer geartetes 'normales' - LAIBACH-Album handelt, sondern tatsächlich um filmmusikalische Untermalung. Die rund 40 Stücke bewegen sich also irgendwo zwischen kurzen Sequenzen und zwei- bis dreiminütigen Stücken, die in der Regel mit symphonischem Bombast aufwarten, der hier und da mit elektronischen Bässen oder Ähnlichem angereichert wird. Teilweise wurde die Musik auch mit Dialogen aus dem Film unterlegt, so dass für Abwechslung gesorgt ist. Auf der anderen Seite stellt man aber auch einmal auf skurrilere Ausarbeitungen ab, wenn es zu überzogenen Walzern kommt oder, nun ja, einer Art Volksmusik. Überhaupt hat man das Gefühl, dass die Musik immer einen Tick zu überzogen, zu heroisch, zu pathetisch klingt, was bei einem als Satire angelegten Film nun nichts Ungewöhnliches ist. Vielmehr fällt einem wieder einmal unangenehm deutlich auf, wie oft einem dieser heroische Bombast auch in unreflektiertem Patriotenkino um die Ohren gehauen wird. Als insgesamt besonders herausragend würde ich den Soundtrack allerdings nicht bezeichnen.

'Echte' LAIBACH-Stücke gibt es aber auch noch. Da ist zum einen das schon von den Trailern bekannte "B-Mashina", das allerdings kein neues Stück ist, sondern bereits auf dem "WAT"-Album zu Ehren kam. Hier wurde das Ganze aber noch einmal wuchtiger und räumlicher aufbereitet. Zudem übernimmt nun MILAN FRAS - ein Gewinn, was die Wirkung angeht - den stimmlichen Anteil von TOMI MEGLIC, der für die Version auf "WAT" am Mikro stand und auch als SIDDHARTA-Mitglied eigentlicher Urheber des Songs ist. Zudem ist "America" - ursprünglich auf "Volk" - auf dem Album vertreten. Hier wurde allerdings der Part von MILAN FRAS komplett aus dem Stück genommen und das Ende mit Dialog-Teilen aus dem Film bestückt. "Under The Iron Sky" ist dann schließlich ein tatsächlich neues Stück, das durch den weiblichen Gesang sehr poppig ausgefallen ist und eine perfekte Kopie von üblichen Stücken vor den 'End-Titles' darstellt. Klanglich bildet dieser Song aber zusammen mit "B-Mashina" eine perfekte Klammer. MILAN FRAS übernimmt hier allerdings nur einige kurze Parts.
Pop-Musik und LAIBACH? Da gab es doch noch folgendes Zitat: "Pop is music for sheep and we are wolves disguised as shepherds." Aber keine Angst, sie kommen in Frieden…

Offizieller Filmtrailer für Deutschland


Offizieller Filmtrailer (international)

 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» LAIBACH Homepage

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