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Michael We.

BLACK LIGHT ASCENSION: Ashes

Dunkler Elektropop von einem Drittel KNIFELADDER


BLACK LIGHT ASCENSION: Ashes
Genre: Electro
Verlag: HauRuck!
Vertrieb: TESCO
Erscheinungsdatum:
Frühjahr 2011
Medium: CD
Preis: ~14,00 €
Kaufen bei: Tesco


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Zusammen mit dem legendären JOHN MURPHY bilden die Briten ANDREW TRAIL und HUNTER BARR das Trio KNIFELADDER, in der Namensgebung inspiriert vom Foto einer Leiter mit Schwertern statt Sprossen. Gegründet in den 1990er-Jahren (1997), erfanden die drei mit 'Organic Industrial' ihr eigenes Genre; hypnotische, elektronische Basteleien verziert mit Industrial-Geräuschen, rituell und apokalyptisch. Einigen NONPOP-Lesern sind KNIFELADDER vielleicht durch ihre Freundschaft mit NAVEUS bekannt. Neben einer Split-Produktion mit dem Londoner Duo wirkten sowohl HUNTER BARR als auch JOHN MURPHY als Begleiter auf diversen NAEVUS-Alben mit, BARR wird seit der letzten NAEVUS-Veröffentlichung (NONPOP-Besprechung) gar als festes Mitglied an den Drums geführt.
Nun meldet sich der dritte KNIFELADDER-Musiker, ANDREW TRAIL, überraschend mit einem Soloprojekt. Weit entfernt von der Ursprungsband ist BLACK LIGHT ASCENSION songorientiert und gut verdaulich, nichtsdestotrotz äußerst interessant: düsterer Elektropop mit einer umwerfend tiefen und mitreißenden Stimme, die ebenso düstere Lyrics predigt ("... this world is a better place without you ...").

Der Opener "Ocean" (01) ist gleich ein richtiger Kracher: Ein tiefer, mitreißender Beat, die unglaublich tiefe und vibrierende Stimme und ein tuckernder Schlagzeugbesen genügen, um eine enorme hypnotische Wirkung zu entfalten. Die Vocals erinnern mich stellenweise an PETER MURPHY (sein ähnlich betitelter Song "Deep Ocean" kann durchaus als Referenz herhalten), dessen Organ ebenfalls wie ein weites, dunkles Meer klingt. Einige brummende und quietschende Geräusche im Hintergrund verweisen auf den Industrial-Ursprung, und zwischendurch verdichten sich alle Bestandteile zu hohen, mächtigen Wellen, in die später auch eine E-Gitarre mit einfließt. So viel Energie reicht anderen für ein ganzes Album!
Viele weitere Songs sind ähnlich aufgebaut: ein starker Beat, mal Schlagzeug mal Synthie, dazu die Kellerstimme (auch mal im Hintergrund) und ein überschaubares, aber hochkarätiges Arsenal an Beistellern, etwa den wavigen, also unwiderstehlichen NEW ORDER-Gitarren. "The Pact" (05) ist ein weiteres Highlight, im einprägsamen Refrain sticht die markante Stimme besonders hervor; sie muss sich nicht einmal besonders anstrengen, um den Eindruck persönlicher, eindringlicher Ansprache zu herzustellen. Die Tracks 06 bis 08 erwecken den Eindruck leichter Wiederholung oder eines Energieabfalls (auf Normalniveau), aber "The Dream" (09) dreht noch einmal gewaltig auf: Hymnischer Refrain mit schnarrender Gitarre, dazwischen nur leiser Beat plus beschwörende Stimme, und die Energie reicht auch noch für die Ballade zum Schluss.  

ANDREW TRAIL hat die wenigen Samples von Hand gebastelt, analoge Synthesizer (KORG natürlich) und alte 'drum machines' verwendet. Das Resultat sind eine Reihe von starken Songs, die nach elektronischem Wavepop der 80er im Sound der Neuzeit klingen, unter anderem mit Verweisen auf CLAN OF XYMOX, NEW ORDER, PETER MURPHY oder HUMAN LEAGUE, immer krachig und gewölbig. Elektro-Empfehlung 2011, mehr davon!

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» NONPOP-Interview mit NAEVUS

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Zusammenfassung
Das Soloprojekt von ANDREW TRAIL (KNIFELADDER). Songorientiert und gut verdaulich, nichtsdestotrotz interessant: düsterer Elektropop mit einer umwerfend tiefen Stimme, krachig und gewölbig. Elektro-Empfehlung 2011!

Inhalt
01 Ocean
02 Your Time
03 Club Death
04 Blinding Colour
05 The Pact
06 In The Garden
07 Jack In/Burn Out
08 This World
09 The Dream
10 Killing Cycle
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