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Tony F.

DESIDERII MARGINIS, EMPUSAE, BJÄRGÖ-Live

... in Utrecht


DESIDERII MARGINIS, EMPUSAE, BJÄRGÖ-Live
Kategorie: Spezial
Wörter: 752
Erstellt: 25.04.2013
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Die Spiegelbar im Utrechter Tivoli Oudegracht dürfte dem einen oder anderen Konzertgänger ja von Ambient- oder Industrial-Konzerten im Rahmen des Summer-Darkness-Festivals bekannt sein. Im Rahmen ihrer „Spring-Tour“ machten hier jedenfalls DESIDERII MARGINIS, EMPUSAE und PETER BJÄRGÖ halt, um ein jeweils kompaktes Set abzuliefern. Nachdem man die Frische des Frühlings an den urigen Grachten der Utrechter Innenstadt genossen hatte, ging es jedenfalls hinauf in den für seine schwierigen Belüftungsverhältnisse bekannten Saal.

Den Anfang machte PETER BJÄRGÖ, der neben dem Gesang immer wieder zur Gitarre griff. Unterstützt wurde er dabei von NICOLAS VAN MEIRHAEGHE (EMPUSAE) an den Hand- und Standtrommeln. Die restliche Musik kam aus der Konserve. Weibliche Unterstützung beim Gesang wie bei früheren Solo-Auftritten gab es somit nicht, was sicherlich dem möglichst gering zu haltenden Aufwand für die Tour geschuldet war, wobei aber auch zu Gute gehalten werden muss, dass ein weiblicher Gesangsanteil auf den BJÄRGÖ-Solo-Alben ohnehin nur sporadisch vorhanden ist. Während der eher minimalistischen Show auf der Bühne wurden im Hintergrund einige Bilder aus dem Cover-Artwork der BJÄRGÖ-Alben an die Wand projiziert. Nach einem ruhigen, flächigen, instrumentalen Intro verlegte sich PETER BJÄRGÖ fast ausnahmslos auf die dynamischen Stücke seiner bisher erschienenen beiden Solo-Alben, sodass die druckvolle, orientalisch angehauchte Perkussion gut zur Geltung kam. Das doch recht zahlreiche Publikum war trotz der frühen Stunde schon gut aufgelegt und wurde somit entsprechend schnell warm. Die geplante Dreiviertelstunde verflog so im Grunde auch viel zu schnell, wobei der Höhepunkt sicherlich das komplett live gespielte „Withdrawal“ am Ende des Sets war, bei dem sich sogar noch JOHAN LEVIN (DESIDERII MARGINIS) ans E-Piano setzte und das einen als Hörer ob der Eindringlichkeit merklich zu packen wusste.

Da wie auch bei den anderen beiden Bands keine Zugaben gespielt wurden, endete der Auftritt pünktlich. Nach einer kurzen Pause – umgebaut wurde den ganzen Abend nicht – begannen EMPUSAE ihr Set, wobei PETER BJÄRGÖ Gitarrenklänge zur Musik beisteuerte und TOM DE DONCKER an der Seite von NICOLAS VAN MEIRHAEGHE die Gerätschaften bediente und hin und wieder ins Mikrophon flüsterte und raunte. Musikalisch wurden versponnene, albtraumhafte Geräuschkulissen neben druckvolle Tracks mit teils schleppenden Tribal-Rhythmen gestellt, wie es für EMPUSAE üblich ist. NICOLAS VAN MEIRHAEGHE bearbeitete – neben den zahlreichen elektronischen Gerätschaften – mit seinem Geigenbogen die Saiten seines „Geigenkastens“, spielte metallisches Geklirre live ein und manipulierte und bearbeitete die Klänge anschließend live. Im Hintergrund liefen derweil stark vergrößerte Nahaufnahmen über die Leinwand. Einziger Wermutstropfen ist der als vielleicht verpasste Chance anzusehende Umstand, dass man „Deceivious Water“ vom Album „Symbiosis“, das ja PETER BJÄRGÖ eingesungen hat, nicht berücksichtigt hat. Vielleicht wollte man dieses doch recht luftige Stück aber auch nicht in das doch eher düster, versponnene Setting einarbeiten.

Nach einer wiederum kurzen Pause betrat nun JOHAN LEVIN die Bühne. Leider muss man an dieser Stelle sagen, dass sich meine Skepsis, was die Reihenfolge der Auftritte anging, dahingehend bestätigte, als die Live-Darbietung gegenüber den Vorgängern doch deutlich abfiel, was sich letztlich daran zeigte, dass sich der Raum vor der Bühne langsam leerte und auch die Hintergrundgeräusche des vorher absolut disziplinierten Publikums – heutzutage fast eine Seltenheit – anschwollen. JOHAN LEVIN verschanzte sich jedenfalls leider weitestgehend sitzend hinter seinem Laptop und stand nur ab und zu auf, um metallische Geräusche oder das Knacken einer Getränkedose mit dem Mikrophon abzunehmen, zu loopen und zu manipulieren. Da die Musik von DESIDERII MARGINIS ohnehin nicht vorbehaltlos zu überzeugen weiß und schon immer eher als COLD MEAT-Durchschnitt gewertet werden konnte, war dies im Vergleich zu den Vorgängern dann doch etwas wenig, wirkte extrem undynamisch und am wenigsten von allen Acts „live“. Die Hintergrundbilder mit schemenhaften, bearbeiteten Filmausschnitten gereichten dann auch nicht mehr zu einer besseren Bewertung. Nach wie vor frage ich mich bei so manchen elektronisch agierenden Künstlern jedenfalls, ob man tatsächlich der Ansicht ist, dass das pure Abfahren von Tracks, wobei man dann noch hier und da vielleicht Filter auf- und zudreht oder mal einen Sound einspielt, ein erfüllendes Live-Konzept für den Hörer und Zuschauer ist. Leider brach aus welchen Gründen auch immer gegen Ende des Sets dann noch die Melodieführung im eigentlich überdurchschnittlichen „Procession“ vom gleichnamigen, letzten Album abrupt mittendrin ab, sodass der Eindruck des Auftritts letztlich nicht besser wurde. Alles in allem war der Abend in Utrecht aber ohne Frage eine entspannte, kleine und kompakte Veranstaltung, die diszipliniert über die Bühne ging und bei der man sich neben einer anderen Reihenfolge der auftretenden Bands ob der recht kurzen Sets allerdings noch die eine oder andere Zugabe gewünscht hätte.


 
Tony F. für nonpop.de


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