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Tony F.

BLIXA BARGELD live in Duisburg

Solo-Performance im Rahmen des Platzhirsch-Festivals


BLIXA BARGELD live in Duisburg
Kategorie: Spezial
Wörter: 619
Erstellt: 10.09.2013
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Im Rahmen des „Platzhirsch-Festivals“ in Duisburg, das zum ersten Mal über die Bühne ging, trat am Sonntag auch BLIXA BARGELD mit seiner eher selten zu sehenden Solo-Performance an. Das Festival selbst fand nicht an einem zentralen Ort statt, sondern in verschiedenen Clubs sowie auf einer Außenbühne. Das Programm war dabei bei weitem nicht so mainstreamig wie man es für so ein Festival vielleicht erwartet hätte, denn es war auch Platz für Musiker wie F.M. EINHEIT, THE DORF oder BERSARIN QUARTETT – sowie eben BLIXA BARGELD, der im rappelvollen, teilbestuhlten GRAMMATIKOFF auftrat. Erstaunlich ist die Auswahl an Bands allerdings auch wieder nicht, da TIM ISFORT, der ja u.a. schon mit BARGELD gearbeitet hat, das Festival mitgestaltet hat.

BLIXA BARGELD trat dann auch nur mit seinem eigentlichen Hauptinstrument auf – seiner Stimme. Zu Beginn führte er zunächst launig in das ein, was den Zuhörer in den nächsten ca. 75 Minuten erwarten sollte, wobei er als durchaus humoristischer bis skurriler Entertainer herüberkam. Die Disziplin im Publikum war allerdings auch erstaunlich, so dass es während des gesamten Auftritts an den richtigen Stellen bemerkenswert ruhig blieb. Allerdings hatte man auch das Gefühl, dass der eine oder andere im Publikum bereits wusste, wie BLIXA reagieren kann, wenn ihn etwas stört. Das wurde dann auch ganz kurz einmal bei einem Handy-Klingeln nur ansatzweise deutlich. Exzessives, mittlerweile bei Konzerten sehr störendes Mitfilmen blieb aber auch aus. Das Publikum erwartete nun natürlich keine Lesung oder ähnliches, sondern natürlich Musik, die BLIXA mit Hilfe zweier Loopgeräte allein mit seiner Stimme erzeugte. Da selbst bei so einem minimalen Equipment die Utensilien teilweise nicht an den Veranstaltungsorten ankommen würden (die Malmö-Anekdote), benötige er dringend weitere dieser leider schon älteren, aber lieb gewonnenen Modelle, sodass er während der ersten Minuten des Auftritts immer wieder per Smart-Phone nachsah, ob er die gerade auslaufende ebay-Auktion für so ein eher seltenes Gerät gewonnen hatte. (Für Technikinteressierte: Nach den Andeutungen dürfte es sich um den Lexicon JamMan handeln, der seit den 90er Jahren nicht mehr gebaut wird.) Er hat!

Gimmick oder nicht, das Publikum war technisch auf der Höhe, was da auf der Bühne nun ablaufen sollte. Ähnlich wie dies Musiker wie MATT HOWDEN tun, baute BLIXA im folgenden skurrile Chansons, krachige Installationen oder druckvolle Tracks via Loops auf, bei denen er auf die üblichen Zutaten seines Vokal-Repertoires wie Summen, Murmeln, Singen, Schreien etc. zurückgriff. Dank eingesungener Rhythmuselemente, die dann geloopt und von BLIXA und/oder seinem Tontechniker – den ganzen Abend lang von BLIXA übrigens liebevoll Mephisto genannt – etwas manipuliert wurden, gelangen sogar mittelschwere, teils in herrlichen Krach abgleitende rhythmische Industrial-Tracks, die ab und zu durchaus druckvoller klangen, als es die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN in den letzten Jahren hinbekommen haben, wobei tatsächlich den ganzen Abend lang übrigens auf kein NEUBAUTEN-Stück zurückgegriffen wurde. Herauszuheben ist zudem sicher noch die Installation „Sonnensystem“, bei der BLIXA die Entfernung der ersten sieben Planeten zueinander quasi mit Stoppuhr in der Hand darstellte und dann klanglich Monde und Asteroiden hinzusetzte. Selbst dem Publikum kam hierbei eine Aufgabe zu, sollte es doch mit einem „A“ im Chor die Hintergrundstrahlung darstellen. Geloopt klang das jedenfalls erstklassig. Gegen Ende setzte BLIXA schließlich noch seine schrillen Schreie hinzu, sodass das Gehör ordentlich beansprucht wurde. Aber auch Skurrilitäten über eine Autobahnfahrt und die Erläuterung der Funktionsweise von Formatradios wurden interessant und augenzwinkernd klanglich dargestellt. Letztlich wurde es ein überzeugender und vor allem kurzweiliger Abend mit einem recht entspannt wirkenden BLIXA BARGELD, der natürlich nicht mehr abgehärmt und in Gummistiefeln auf der Bühne steht, sondern der sicher in gewisser Weise seinen Frieden mit den Gegebenheiten gemacht hat. Als Zugabe gab es deshalb auch eine vorgelesene Spam-Mail. Moderne Zeiten!

 
Tony F. für nonpop.de



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