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Michael We.

Angespielt: JASTREB, LAKOBEIL, IN ...

... MEDITARIVM. Aktuelle Besprechungen in Kürze


Angespielt: JASTREB, LAKOBEIL, IN ...
Kategorie: Spezial
Wörter: 709
Erstellt: 25.08.2013
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JASTREB: Mother Europe
HAU RUCK!, September 2013, LP only




Das Projekt setzt sich zusammen aus Mitgliedern von SEVEN THAT SPELLS und DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND; eine der wenigen Infos, die zu bekommen ist. Nach einer One-Track-EP im vergangenen Jahr auf HAU RUCK! erscheint nun eben dort im September 2013 das offizielle Debüt. Mit dem Vorsatz, die Welt zu zerstören oder wahlweise apokalyptische Musik zu machen, treten JASTREB an. Allerdings handelt es sich doch eher um satten, gestandenen Psychedelic Rock der 1970er-Jahre, ohne allzu teuflische Elemente.
Die LP – nur als solche erscheint "Mother Earth" – bleibt mit ihren knapp 50 Minuten so gut wie rein instrumental. Zum Start liegt ein langer, düsterer Drone in der Luft, dann setzt metallene Gitarrenarbeit ein, so wie sie gerade sehr modern ist: die 70er-Jahre-Kurbel. Im Verlauf stoßen noch proggige, gleißende Synthies und ein Geräusch wie Oberton-Gesang dazu, so dass sich eine mächtige, hypnotische Atmosphäre ergibt, die in Wellen über den Hörer hinweg rauscht. Das zweite Stück bleibt rein synthetisch und ist damit in der Minderzahl, ein startendes UFO von YES oder PINK FLOYD. Anschließend verfällt die Gitarre gar in einen Surf-Twang mit orientalischem Rhythmus, wird auch hier schnell hypnotisch durch die sich wiederholende Schleife, am Ende mit einer Art Silbengesang. Die B-Seite wartet überwiegend mit trockenen 70er-Jahre-Rocksongs auf, dazwischen ein wenig fröhliches Drogen-Geträller.
Von moderneren Bands fallen mir zunächst UFOMAMMUT als Vergleich ein, einige Stücke erinnern mich an THIN LIZZY (und insbesondere deren Version von "Whiskey In The Jar"). Sehr starkes Album, braucht sich keinen Deut zu verstecken im Umfeld der zahllosen 70er-Veröffentlichungen dieser Monate!

LAKOBEIL: Kiss My Ape!
ECHOZONE, August 2013, Download only




Das Elektronik-Duo LAKOBEIL haben wir auf NONPOP schon zur Genüge vorgestellt, zuletzt im Interview (Mai 2013). Tatkräftig wie immer, haben die Süddeutschen schon wieder eine Download-EP vorgelegt. Dabei unterscheidet sich "Kiss My Ape!" stellenweise sehr deutlich von den Vorgängern.
Gleich der Opener ("Let Us Meet On Another Day") wirkt härter, aggressiver und ungemütlicher als die letzten Songs, der Refrain – hektisch und peitschend – setzt erst nach der Hälfte des Stückes ein. Die Tendenz setzt sich im Titeltrack (02) fort, ebenfalls schnell und mit hartem Beat, düster die Vocals und geisterhaft die Synthies, mit überraschend orientalischen Anklängen am Schluss. "Get On The Floor And Dance" (03) bleibt schwarz und schleppend, mit hymnischem Frauengesang als Zwischensequenz; auch hier fällt das erweiterte Instrumentarium in Form von synthetischen Streichern auf. "Epunx" (04) besticht durch seinen starken Rhythmus, ist treibend, aber ebenso dunkel und verloren wie die bisherigen Tracks. Mit "King Of The Hill" (05) schließlich folgt der eingängigste, ruhigste Song zum Schluss, nicht ohne die dieser EP innewohnende Dunkelheit. Zusätzlich beinhaltet das Minialbum zwei Remixe, darunter eine Instrumental-Version von einem der besten LAKOBEIL-Stücke ("Push It To The Max").
Nicht mehr ganz so 80er wie früher, dafür härter und hoffnungsloser. Ein überwiegend sehr schnelles, wie immer gelungenes Album, welches im Gegensatz zu früheren Werken ohne Balladen auskommt. Eigenständiger Elektro-Punk ohne Hänger.

IN MEDITARIVM: Drift In Sodom
OLD CAPTAIN, Sommer 2013, CD




Wie auch bei der CISFINITUM-Veröffentlichung auf OLD CAPTAIN (Besprechung) handelt es sich hier um eine Zusammenstellung. IN MEDITARIVM ist ein älteres, wohl nicht ganz so bekanntes Projekt von Labelbetreiber OLEGH KOLYADA selbst – später in Zusammenarbeit mit SERGEY SVISTELNIK –, und er hat Stücke aus dem Zeitraum bis 2008 versammelt, darunter zwei Tracks aus einer DRONE RECORDS-Serie. Im Laufe des Jahres soll noch eine 4CD-Box erscheinen, die dann weitere, frühere Werke von IN MEDITARIVM enthält.
"Drift In Sodom" besteht im Wesentlichen aus langen, bedrohlichen, einzelnen Drones, die leicht vibrieren und wabern. Bassige Flächen mit – oberflächlich – wenig Abwechslung, aber möglicherweise gerade deshalb sehr eindrücklich und bleibend, mit einer nach innen gekehrten Note. Manchmal wirken Passagen wie große, wispernde Stimmen, immer an der Grenze zur Verständlichkeit. Wieder einmal beweist sich OLEGH als Meister der (dunklen) Stimmungen, baut Drone-Gebäude, die – je länger man hinein hört – nach und nach wie ein fremdartiger, betörender Gesang erscheinen. Mächtig!

 
Michael We. für nonpop.de


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