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Antje M.M.

Februar und März 2013 @ NONPOP

Was in den vergangenen acht Wochen geschah ...


Februar und März 2013 @ NONPOP
Kategorie: Spezial
Wörter: 1247
Erstellt: 30.03.2013
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Keine Feier ohne Meier - und keine Monatszusammenfassung ohne OLEGH KOLYADA, der sich für die Co-Produktion "Alchemicals" (Besprechung) neben EUGENE VORONOVSKY alias CISFINITUM ein richtiges Starauggebot zusammengesucht hat, das von dem in Russland recht bekannten Saxofonisten und Improvisationsmusiker SERGEI LETOV bis zum Australier JAMES THIRLWELL reicht. Inhaltlich geht es, wie der Albumtitel vermuten lässt, um Alchemie, um die Umwandlung von 'Saturn' in 'Sonne', von Materie in Gold oder, metaphorisch, die Erlangung der Unsterblichkeit. Und so beginnt das Album hell und funkelnd, eine russische Stimme erzählt von Erleuchtung und Entdeckung, aus den Keyboards strömen Engelschöre. Im Mittelteil entsteht häufiger der Eindruck eines kosmischen Hörspiels; der verwehte, künstlich erzeugte Gesang wird von diversen Geräuschen begleitet, bei denen sich ein leichter Grusel einstellt. Dann plötzlich ein trauriges, einsames Saxophon, bevor einige 'technischere' Stücke folgen, bei denen vermutlich CISFINITUM die Oberhand hatte.

JOHN FOXX, Gründungsmitglied von ULTRAVOX und Pionier des Synthiepop, startet zusammen mit THE MATHS sperriger in das Album "Evidence" (Besprechung), als frühere Veröffentlichungen vermuten lassen würden. Zwar enthalten einige Songs noch Spuren von Synthiepop, viele haben diese tanzbare Rhythmik, aber im Verlauf des jeweiligen Stückes werden diese von doch relativ ungewöhnlichen, größtenteils recht sphärischen Soundstrukturen überlagert: Altbewährtes steht also neben einem modernen Einfluss und so entstehen künstlerische Klanggebilde, die merkwürdig zugänglich sind. Dabei ist jeder der Song auf dem Album, welches größtenteils aus Kollaborationen mit anderen Künstlern besteht, ein musikalisches Universum in sich. Hier die Kooperation mit THE SOFT MOON aus dem aktuellen Album:


In der Reihe der hochwertigen Wiederveröffentlichungen, die STAUBGOLD gerade auflegt, erschien "Bruits Et Temps Analogues" (Besprechung) von PATRICK VIAN, der auf dem Album einen MOOG-Synthesizer und das Klavier bedient und an den Drums Unterstützung von MINO CINELU (GONG, MILES DAVIS) erhielt. Außerdem sind mit im Boot: der Filmmusiker GEORGES GRANIER (Fender Rhodes, Marimba) und BERNARD LAVIALLE von AME SON (Gitarre). Das rein instrumentale Album beginnt mit einem ungeheuer entspannten, jazzig-psychedelischen Song. Die Gitarre leicht fuzzig mit improvisiert wirkenden Soli, dazu Keyboardläufe und einzelne, schwebende Töne. Pfeifende, flirrende Synthies erzeugen den typischen Space-Sound der 70er ergeben, hier mit sehr organischem, fast improvisiertem Charakter. Es folgen im mal wieder Spaßpassagen, die nach selbstgemachten Blechblasinstrumenten klingen, sehr jazzige Abschnitt, jaulend und orgelnd, Röhrenklänge, die teilweise sogar an "Tubular Bells" von MIKE OLDFIELD gemahnen, bis hin zur reinen Soundcollage (mit Polizeisirene) am Ende. Als Vinyl ist das Album in der Neuauflage auf 500 Stück limitiert, erscheint aber parallel zum ersten Mal überhaupt auf CD und als Download. Der Opener mit einer fanbasierten Slideshow...


TREHA SEKTORI, das Ambient-Projekt eines Franzosen, der unter dem Pseudonym DEHN SORA aktiv ist und mit dem Netzwerk Church of Ra in Verbindung steht, legte mit "Endessiah" (Besprechung) nun sein zweites Solo-Album vor, das gänzlich mit natürlichen Instrumenten aufgenommen wurde, obwohl die flächigen Sounds teilweise etwas anderes suggerieren. Selbst die Stimme, wird dabei eher als Klangmittel eingesetzt. Eingeteilt ist das Album in sechs Stücke, wobei wiederkehrende Themen ein großes Ganzes entstehen lassen. Die Atmosphäre, die dabei aufkommt, ist meditativ, mystisch und erhaben, düstere oder bedrohliche Tendenzen lassen sich nicht ausmachen: Ein packendes Werk, das seine Wirkung entfaltet und aus der Menge der (Dark-)Ambient Veröffentlichungen heraussticht. Hier ein offizieller Trailer für das komplette Album:


Am Geheimnis, welches SERPH umgibt, hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel geändert. "El Esperanka" (Besprechung), das vierte Vollzeitalbum des Japaners, lässt dem Titel entsprechend eine gewisse Freude oder Hoffnung bei den bunten Elektronikfrickeleien auf jeden Fall spüren. Und so geht es beschwingt los: Geräusche wie Telefontuten finden ihren perfekten Platz, eine Synthiemelodie tanzt förmlich auf einem knisternden und knasternden Hintergrund. Dazu ein angenehm tuckerndes Schlagzeug und eine psychedelische Querflöte. Die auf dem Album sehr seltenen Vocals erinnern sind schwebender Silbengesang. Als Anhänger der Apokalypse kann man ja das Gefühl, aufspringen und Blumen pflücken zu wollen, nicht dauerhaft ertragen. Aber für eine Albumlänge passt es!

RM74 heißt das Soloprojekt des Schweizer Musikers RETO MÄDER, der u.a. aus seiner Zusammenarbeit mit SUM OF R, URAL UMBO und anderen Bands bekannt sein dürfte. Mit der Doppel-CD "Two Angels Of A Triangle" (Besprechung) liegt nun sein seine siebente Veröffentlichung vor, auf der die Musik zwischen Atonalität und Melodie mäandert: Laut und leise, auf und ab, immer getragenen, durchgehend sehr kontemplativ. Aber auch beklemmende, paranoide Momente machen sich ab und an, nämlich immer dann, wenn es angenehm zu werden beginnt, breit. Das Album widmet sich mit seinen 2x7 Titeln der Sieben als mystischer Zahl. Sie ist die Verbindung der Zahlen 3 und 4 – wobei die drei für die Dreifaltigkeit, den Geist und die Seele und die vier für die vier Elemente, das Materielle, den Körper, d.h. alles Menschliche steht. Dies hört man den Titeln auch an: Elektroakustik trifft hier auf Ambient, E-Gitarre auf Klavier und Chimes, Fläche auf Akkordfolge. Auch hier haben wir ein offizielles Video für Euch:


"HD" (Besprechung), das jüngste Werk von ATOM™, kratzt zwar, wie seine Vorgänger, nur knapp an der 40-Minuten-Grenze, ist aber trotzdem ein Fest. In einer Mischung aus Wissenschaft und Emotion, sozusagen in einer modernen Variante des Kunstliedes, treffen die elektronischen Komponenten, die maschinengesteuert, programmiert und detailgenau wie ein Uhrwerk wirken, auf eine weichere, in der Regel durch den Gesang repräsentierte Komponente, die darüber gelegt wird, so dass sich insgesamt ein sehr warmer, floatender Sound ergibt. Minimale, elektronische und sehr techniklastige Stücke, deren Künstlichkeit ATOM™ auf wundersame Weise immer in poppigen Charme aufgelöst bekommt. Dieses Mal hat UWE SCHMIDT mit einer Reihe von Gastmusikern gearbeitet, etwa ALVA NOTO, JAMIE LIDELL, MARC BEHRENS oder JEAN-CHARLES VANDERMYNSBRUGGE für die Vocals im Opener.

Das irische Elektro-Duo SOLAR BEARS bietet auf "Supermigration" (Besprechung), das, was der Bandname nicht unbedingt vermuten lässt, nämlich Gute-Laune-Musik - leicht elektronische, verträumte Popsongs, stellenweise mit Electronica- und Filmmusik-Einfluss. Die Songs sind abwechslungsreich, wozu auch die beiden Gastsängerinnen beitragen. Auch wenn die Musik von SOLAR BEARS nicht besonders herausfordernd ist, ist sie doch zumindest von Stück zu Stück auf unterschiedliche Art unterhaltsam und bietet zahlreiche überraschende Momente. Hier ein ambitioniertes, eigens für das Album in Auftrag gegebenes Video:


Nach vielen Jahren der Wanderschaft – im wahrsten Sinne des Wortes – und wenigen Soloauftritten rekrutierte SIMON BONNEY im vergangenen Jahr einige Musiker (wie ALEXANDER HACKE und DAVID EUGENE EDWARDS). Auf einer Reihe von Konzerten präsentierte die nun achtköpfige Formation neues Material, das nun auf dem Album "American Twilight" (Besprechung) vorliegt:  41 Minuten, in denen die Welt untergeht, dass es nur so kracht. Auf die energischen Trommeln im Opener folgen Bass, Gitarre und die schnorrende Stimme von SIMON BONNEY und ergeben ein druckvolles Stück Poprock mit einer gehörigen Portion Düsternis und Wüstenstaub, die sich auch in den zwar schmachtenden, aber dennoch krachenden und rockenden, Balladen wiederfindet. Die Stimme eine Offenbarung, brummend, vibrierend, knurrend, treffsicher und überzeugend. "American Twilight" scheint bewusst weniger avantgardistisch konzipiert zu sein als ältere CRIME-Werke. Kein Soundtrack mehr für einen dreistündigen WIM WENDERS-Film. Wir schreien hinaus, was uns bewegt, und machen uns weniger Gedanken um Kunst.

Außerdem sprach Tony F. ausführlich mit IN THE NURSERY (Interview), Thomas R. befragte CLAY RUBY (Interview) und andrewkorsch erfuhr in unserer Rubrik QUINTESSENZ einiges über JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE, das Label UNUNDEUX (Interview) sowie weniges über 90% WASSER (Interview).


 
Antje M.M. für nonpop.de


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