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Low: A Lifetime of Temporary Relief,...


Kategorie: Rezension
Wörter: 556
Erstellt: 15.03.2005


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Autor: Stephan Pockrandt

Die folgenden beiden Besprechungen habe ich ursprünglich für ZINNOBER 8 verfasst. Da LOW mittlerweile schon wieder ein neues Album auf dem Markt haben und ich eine weitere brandneue CD im kommenden ZINNOBER besprechen möchte, veröffentliche ich diese schon etwas älteren Texte über gute und schlechte Popmusik hier.


LOW : "A Lifetime of Temporary Relief" (Boxset)

Ganze vier Tonträger (3xCD, 1xDVD) und ein fettes Beiheft enthält diese wunderbare Box, in der man diverse Raritäten, alle B-Seiten, viele Demoaufnahmen und Livestücke sowie zahlreiche Videos der „langsamsten Band der Welt" findet.
LOW habe ich irgendwann 2002 ins Herz geschlossen und seitdem nicht mehr losgelassen. Auch wenn sie zugegebener Maßen auf jeder Neuveröffentlichung nicht viel anders klingen als auf der vorhergehenden, so macht das doch alles nichts- sie sind gut und einmalig.
Ihre schleppende und recht minimalistische Musik („Slowcore") besteht zumeist aus nicht viel mehr als aus Stimme, Perkussion, einer Gitarre und einem Baß (wenn überhaupt). Mehr als drei Musiker kennt die Band nicht und das reicht völlig aus – im Studio wie auch live. Gänsehautmusik aus der Garage – mitunter ist das Rauschen bei LOW lauter als die Musik. Und genau dies ist das Angenehme, das Andere und Besondere bei dieser Band. Musik, Melodie und Gefühl sind wichtiger als der klinisch langweilige Klang eines perfekten Studios. Die Gitarren und Stimmen schleppen sich durch die Boxen, manchmal erinnernd an die besten und frühen CURE. Aber das ist nur ein kurzer Eindruck, die Band selbst ist Maßstab genug. Auf der ersten CD seien vor allem „Lullaby" (Es rauscht aber man sollte das Lied bis zuende hören!), „Peanut Butter Toast" (wunderbar) und „I startet a Joke" (waren die BEE GEES jemals so gut?) zu empfehlen. Generell ist zu sagen, daß alle vier Medien wunderbare Lieder (wenn meine Rangliste auch CD 1, CD 3, DVD, CD 2 lautet) enthalten. Allerdings sind einige der Demos dann doch fast unhörbar, was aber bei einem Preis von ca. 20 Euro für so eine wunderbare und schöne Box mehr als nur zu verschmerzen ist.
Kaufen (u.a. hier).




MONDGLANZ - "1000 Sünden..." (CD)

MONDGLANZ sind ein sehr selbstbewußtes und hochmotiviertes Projekt aus Sachsen-Anhalt. Doch reichen Ehrgeiz und Umtriebigkeit aus, um vor anspruchsvollen Hörern zu bestehen? Um die Antwort gleich vornweg zu nehmen, nein.
Die im Selbstverlag erschienene CD präsentiert MONDGLANZ als eine deutschsprachige Elektropopband ohne wirklich interessantes Moment. Schlimm ist weniger, daß der Sänger versucht ausschließlich sprechend zu singen und mitunter sein Deutsch recht eigenartig betont ("Vom Jüngsten Gericht" oder "Die Verlorenen"), ärgerlicher sind vielmehr die verhängnisvoll arrangierten Sounds aus allgemein üblicher Computersoftware wie in "Unergründlich" und "Im Inneren des Herbstes". Das sind die Untiefen des Mainstream und von billiger deutscher Schlager- und Top40-Musik, hier allerdings wesentlich schlechter produziert.
Da können die Texte, die noch am ehesten zu gefallen wissen, nur wenig retten. Überhaupt die Texte. Im Zusammenhang mit den Fotos im Beiheft werde ich ein wenig an Uwe Nolte (ORPLID) erinnert. Aber das war nur ein Moment. Denn so wie das Cover der CD, die Farben, die Druckqualität und das gesamte Layout des Booklets irgendwie schal und unprofessionell aussehen, so spielen auch die „1000 Sünden" noch lange nicht in der gleichen Liga des Pop wie bspw. ORPLID es tun.
Jungs, tut mir leid. SCOOTER sind definitiv besser.


 
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