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Tony F.

LA MORT DE L'HIPPOCAMPE: Cheminement ...

... De L'Extase


LA MORT DE L'HIPPOCAMPE: Cheminement ...
Genre: Experimental
Verlag: Enfant Terrible
Vertrieb: Enfant...
Erscheinungsdatum:
September 2012
Medium: Schallplatte
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Erst vor einigen Monaten erschien das erste Album von LA MORT DE L‘HIPPOCAMPE, einem Projekt des kurz vor der Veröffentlichung verstorbenen Franzosen JÉRÔME FONTAN. Nun folgt ein weiteres Album, das tatsächlich zeitlich vor „Symphonie Neuronale“ aufgenommen wurde, bei dem sich der damals noch lebende Künstler und das Label allerdings darauf geeinigt hatten, zunächst eben „Symphonie Neuronale“ zu veröffentlichen. Wer jetzt denkt, mit „Cheminement De L’Extase“ käme nun eher bedenkliche Ware auf den Markt, der wird sich einem ebenso guten, je nach Geschmack sogar besseren Album gegenüber sehen. 

Geblieben ist der sehr experimentelle, teilweise hörspielartige Charakter, wobei das Kabaretthafte des Debüts um einiges weniger hervorsticht und damit zumindest mir diese Platte noch etwas mehr entgegen kommt als das Debüt. Dabei wird wie zuvor auf klar abgegrenzte Stücke verzichtet. Vielmehr läuft jede Plattenseite als ein großes Stück mit verschiedenen Versatzstücken und quasi dem Song im Song durch. Beginnt dieses Album noch mit Violinenklängen, die auch später noch einmal aufblitzen, so besteht das musikalische Grundgerüst aus minimaler, experimenteller Elektronik, über der männliche Spoken-Words und nur hier und da weiblicher Gesang liegt. Daneben gibt es kurze Pianoanschläge bzw. Einsprengsel. Auf Rhythmuselemente muss man hingegen verzichten – einzig eingesetzte Sequenzerläufe dynamisieren die Musik hier und da. Die interessanten und facettenreichen Versatzstücke – ein gewisses französisches Flair lässt sich dabei nicht leugnen – lassen jedenfalls keine Langeweile aufkommen. Für Abwechslung und Dynamik ist in jedem Fall gesorgt. Die etwas kühlere, nicht so aufgekratzte Atmosphäre tut dem Ganzen dabei gut – jedenfalls wenn man als Hörer kabarettartigen und allgemein etwas over-the-top liegenden Klängen eher abgeneigt ist.
 
Letztlich ist „Cheminement De L’Extase“ natürlich eine Platte, die nicht den leicht identifizierbaren Hit enthält – man muss sich vielmehr einhören, die Atmosphäre auf sich wirken lassen, wobei es der Platte aber auch gelingt, den Hörer an sich zu binden. Angesichts der durchlaufenden Plattenseiten ist man am Ende jedenfalls überrascht, wie kurzweilig sich die Musik letztlich gestaltet.

Da „Cheminement De L’Extase“ vermutlich die letzte Veröffentlichung von LA MORT DE L‘HIPPOCAMPE ist, sollte nicht noch irgendwo Archivmaterial schlummern, wird die Projektgeschichte wohl eine kurze bleiben. Angesichts der beiden Veröffentlichungen, die etwas sperrige aber interessante Musik bieten, ist dies durchaus schade. Die stark limitierte Platte wird vom Label, obwohl gerade erst erschienen, bereits als ausverkauft gelistet. Bei diversen Mailordern dürfte sie aber wohl noch zu haben sein.


 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
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