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Tony F.

IKON: In The Shadow Of The Angel

Re-release


IKON: In The Shadow Of The Angel
Genre: Post-Punk
Verlag: Echozone
Vertrieb: Echozone
Erscheinungsdatum:
Juni 2011
Medium: 2xCD
Preis: ~15,00 €
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Was liegt näher als längst nicht mehr erhältliche Alben einer Band wieder zu veröffentlichen, die just in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert. So ähnlich müssen jedenfalls die Überlegungen in Bezug auf die australische Band IKON ausgesehen haben. Gesagt – getan; womit nun also „In The Shadow Of The Angel“ in runderneuerter Form und auf zwei CDs ausgeweitet vorliegt.

IKON ist eine Band, die musikalisch eindeutig dem Post-Punk und Dark Wave zuzuordnen ist, was auf dem Debüt auch gar nicht zu überhören ist. Orientierten sich Anfang der 90er Jahre viele Genre-Bands an Sound und Gesang von THE SISTERS OF MERCY oder den FIELDS OF THE NEPHILIM so wies die Stimme von MICHAEL CARRODUS – der später die Band verließ – sowie der Sound der Band doch eindeutig in Richtung JOY DIVISION. Hört man einige Songs nach so vielen Jahren wieder, kann man sich schon fragen, warum heute Bands wie EDITORS Erfolge feiern, aber eine Band wie IKON eigentlich immer ein Geheimtipp geblieben sind. Gut, die Zeiten waren damals andere. JOY DIVISION waren nur im musikalischen Untergrund wirklich bekannt und ein Post-Punk-Revival war ebenfalls noch nicht zu erwarten.

Der Sound der Platte ist wie oft bei Debütalben natürlich etwas roher und wirkt längst nicht so ausproduziert, wie es dann auf späteren Alben der Fall ist. Das fällt vor allem bei der Elektronik auf. Die Drum-Machine, die durchweg eingesetzt wird, weil die Band zu der Zeit keinen Schlagzeuger hatte, klingt deutlich nach Früh-90er-Technik und arbeitet sich manchmal zu aggressiv und unatmosphärisch durch den Mix. Auch die Keyboards weisen hier und da diesen für heutige Ohren unangenehmen soft-verwaschenen Sound auf. Dagegen schrammeln allerdings die Gitarren und der Bass auf einem optimalen Level und die Vocals überzeugen trotz ihrer Nähe zum Gesang von IAN CURTIS jederzeit.

Die Musik nur auf den Post-Punk zu reduzieren geht allerdings fehl. Deutliche Dark Wave-Anleihen – also mehr Keyboards, Akustikgitarren und ein weicherer Sound – wie auch leichte Anleihen an den Neofolk der Zeit sind ebenfalls zu vernehmen – wie in „Distant Memory“. Als Vergleich kann man vielleicht IN MY ROSARY nennen, die in Teilen einen ähnlichen Sound verfolgten. Aber auch die straighte Cover-Version von DEATH IN JUNEs „Fall Apart“, die hier und da mal im Club zu hören war, deutet in diese Richtung.

Letztlich sind es aber eher die druckvollen Post-Punk-Songs wie „Condemnation“, „Black Roses“ oder „Love Is Colder Than Death“, die einen auch heute noch zu fesseln vermögen, denen allerdings so düstere Stücke wie „Suicide“ in nichts nachstehen. Beim bereits erwähnten „Distant Memory“ merkt man jedoch, wie sehr solcher Früh-90er-Wave mittlerweile aus der Zeit gefallen ist.

Um die Wiederveröffentlichung des Albums auch für Fans attraktiv zu gestalten, hat man dem Originalalbum gleich noch eine zweite CD dazugelegt, die randvoll mit damals z.B. auf Singles erschienenen Tracks ist – inklusive dem treibenden „Why“ von der Debütsingle oder dem hervorragenden „Towards Tomorrow“ – und die zudem noch mit einigen bisher unveröffentlichten Stücken aufwartet, wobei bei einem Song wie dem tieftraurigen „The Unmarked Grave“ kaum zu verstehen ist, wieso dieser bisher nicht veröffentlicht wurde. Natürlich wird man von der Masse der insgesamt 27 Stück auf zwei CDs schier erschlagen und es reiht sich natürlich auch nicht Hit an Hit; der interessierte Hörer wird aber alles in allem so einige Songs finden, die ihn überzeugen dürften.

Letztlich ist diese Wiederveröffentlichung also eine runde Sache für Leute, die am Post-Punk und Dark Wave-Sound der 90er gefallen finden. Aber auch der eine oder andere „neuere“ Post-Punk-Hörer sollte sich mal mit diesem Album beschäftigen.


 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» IKON-Homepage

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Zusammenfassung
-

Inhalt
CD1
Condemnation
Lord Of Darkness
Secrets Within
Fall Apart
Hallowed Ground
Black Roses
I´ve Been
Distant Memory
Truth
Suicide
Love Is Colder Than Death
In The Shadow Of The Angel

CD2
So Evil
Under The Watchful Eye
Exit
The Unmarked Grave
Headspin
Why
Never Ending
Alive
Towards Tomorrow
Never Too Much
As Time Goes By
A Moment In Time
So Far Away
The Final Experience
A Moment In Time (Reprise)
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