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Thomas L.

V/A Thanateros: Visions Of Love & Death


V/A Thanateros: Visions Of Love & Death
Genre: Neofolk
Wörter: 790
Medium: 2xCD
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Der morbiden Kunst des Wiener Akt/SM-Photographen HELMUT WOLECH ist die vorliegende, vom Ikonen-Magazin zusammengestellte Doppel-CD gewidmet, die den Titel „Thanateros – Visions of Love & Death“ trägt. Dabei sind viele große Namen wie TONY WAKEFORD, WERKRAUM, WHILE ANGELS WATCH oder SONNE HAGAL, aber auch zahlreiche Bands und Projekte, die zumindest mir zuvor noch nicht begegnet sind (z.B. ISOMER, ARKANE, 52, JERA NAUTHIZ oder VERNEY 1826).
Nach einem deutlich an SOL INVICTUS orientiertem Intro von :GOLGATHA: startet TONY WAKEFORD die Reise in die Welt von HELMUT WOLECH mit einem Remix des Stückes „A Kracow Mourning“. Neben TONY WAKEFORDs Organ ist hier GUY HARRIES zu vernehmen, dessen Stimme sich irgendwo zwischen MATT HOWDEN und ANDREW KING bewegt. Musikalisch liegt das Stück in der Tradition der letzten, ambient-orientierten Solowerke WAKEFORDs. Letztendlich also mehr Klangcollage als Song, aber dennoch stimmig.
Es folgen SONNE HAGAL, die zunächst den Eindruck erwecken, sie covern „She Said Destroy“ von DEATH IN JUNE; der jedoch bald einsetzende Gesang offenbart ein exklusiv für diesen Sampler eingespieltes Stück namens „Love Is A Sickness“. Klassischer Neofolk, der dezent und zurückhaltend daherkommt und sich gut in das Gesamtwerk von SONNE HAGAL einfügt.
Die mir bis dato unbekannten APATHEIA liefern mit „Temple Of Oaks“ ein sehr schönes, stimmiges Neofolkstück mit hübschen Gitarren- und Flötenmelodien, das lediglich am etwas blassen Gesang krankt. Wirklich schön, auch wenn sich mir die Verbindung zwischen HELMUT WOLECH und Eichentempeln nicht wirklich erschlossen hat.
Als nächstes erkennt man unschwer die gezupfte und geschlagene Geige von MATT HOWDEN/SIEBEN, der mit einem Remix von „Floating“ vertreten ist. HOWDEN ist und bleibt eine absolute Ausnahmeerscheinung, die Qualität garantiert. Wer die rhythmischen Beats plus virtuose Geige mag, der wird auch diesen Remix mögen. DERNIÈRE VOLONTÉ folgen mit dem Stück „La Fète est fini“ und bieten simplen Minimal/Elektropop, dem ich persönlich rein gar nichts abgewinnen kann. Nun mag ich auch sicherlich der falsche Rezensent für diese Art von Musik sein, aber im Vergleich mit den letzten musikalischen Ergüssen von DV wird selbst die Todesphase der NDW zur Spielwiese der Kreativität.
Da sind mir NAEVUS mit dem ätherisch-epischen Folksong „Larvicide“ näher; der als offiziell letztes Stück der Band angekündigte Track bricht die Harmonie mit irritierenden Keyboard-Parts und liefert einen der Höhepunkte des Samplers.
Nach einigen neueren Projekten, die noch nicht wirklich überzeugen können, findet die CD für mich dann ihren Höhepunkt im Stück „The Lore Of Thy Great Fortune“ von WERKRAUM. Im Verbund mit NICHOLAS TESLUK hat AXEL FRANK ein wunderschönes, psychedelisches Folkstück geschrieben, das nahtlos an das Schaffen von „Early Love Music“ anknüpft. WERKRAUM gehören zu den wenigen Bands, die einen ureigenen und unverwechselbaren Klang haben; und das stellen sie hier einmal mehr unter Beweis.
ANDREW KING muss man lieben oder hassen; so sehr ich seine klassisch interpretierten Folksongs und die damit hervorgerufene Stimmung schätze, so sehr empfinde ich seine Stimme nach ein bis zwei Stücken auch als anstrengend. Wer sein Schaffen mag, der wird auch das hier vertretene Stück „Young Sailor Bold“ mögen.
Die zweite CD beginnt mit VORTEX treibender und krachiger und eröffnet somit den „Death“-Part. Es folgen COPH NIA mit „All My Filth“, ein finsterer Gitarrenlauf und eine nichts Gutes verheißende Stimme schaffen atmosphärischen, songorientierten Industrial, wie zu Hochzeiten von COLD MEAT INDUSTRY – ein schönes Stück! DAWN & DUSK ENTWINED mit ihrem Stück „Like A Prey At Mercy“ liefern eine Soundcollage, wie man sie schon tausendmal meint gehört zu haben. Im Folgenden verliert man sich dann auch etwas im Dickicht der vielen Projekte, die nur wenig Neues zu bieten haben. Neben den genannten Stücken überzeugte mich von der „Death“-CD noch das Stück „Beneath The Skin“ von MINK M. RAa; im Gegensatz zu vielen anderen Projekten ist hier keine lieblose, schnell zusammengebastelte Ritualmusik zu hören, sondern ein wirklich hypnotisches, ausgefeiltes Stück, das durch und durch organisch klingt und jene Tiefe hat, die Ritualmusik benötigt um auch jenseits eines proklamierten Kontextes existieren zu können. Von dieser Qualität hätte ich mir auf der zweiten CD mehr Stücke gewünscht.
Abschließend also ein durchaus guter Sampler, der aber an seiner Überlänge und an manchen überflüssigen Beiträgen krankt. Die wirklich vollauf überzeugenden Stücke hätten auch auf einer CD ihren Platz gefunden und in dieser Zusammenstellung dann auch ein würdigeres Bild abgegeben. Inwieweit das Konzept einer Huldigung HELMUT WOLECHs erreicht wurde, das mögen jene beurteilen, die mit dessen Kunst vertrauter sind als ich. Mir fiel es jedoch bei manchen Stücken schwer, die Verbindung zu einem SM-Photographen zu finden, zumal die Unterteilung sich nicht auf „Love/Death“ beschränkt, sondern der Untertitel der CD deutliche Worte spricht: „Music inspired by the Photo Art of Helmut Wolech“. Allein aufgrund der Tatsache, dass viele Bands Remixe älterer Stücke abliefern, hat man hier vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Aber das soll die musikalische Qualität der genannten Stücke nicht mindern.


 
Thomas L. für nonpop.de


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Zusammenfassung
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Inhalt
Love

1. :Golgatha: - Broken Blossom (exclusive)
2. Tony Wakeford - A Kracow Mourning (exlusive mix)
3. Sonne Hagal - Love Is A Sickness (exclusive)
4. Apatheia - Temple of Oaks (exclusive)
5. Sieben - Floating (Darkhearted Remix)
6. Dernière Volonté - La Fète est fini (exclusive mix)
7. Naevus - Larvicide (exclusive)
8. Jera Nauthiz - Lydia (exclusive)
9. Stolen Flowers - The Last Winter (exclusive)
10. Aeterna - Secrets of the Heart
11. Sub Luna - Flow East (exclusive)
12. While Angels Watch - Savage (exclusive)
13. Kentin Jivek - What if (exclusive mix)
14. Werkraum - The Lore of thy Great Fortune (exclusive)
15. Andrew King - Young Sailor Bold [The Rich Merchant and His Daughter] (exclusive)
16. :Golgatha: - Secret Rose (exclusive)

Death

1. Vortex - In the Void (exclusive mix)
2. Coph Nia - All My Filth
3. Dawn & Dusk Entwined - Like a Prey at Mercy (exclusive)
4. Negru Voda vs. Plague Machinery - The Djoruba Virus (H1N1 edit)
5. Isomer - Mourn (version)
6. [bleed] - breeches (helmut mix)
7. Kristoffer Nyströms Orkester - Vulgalina Fever (edit)
8. Mink M. Ra - Benath the Skin (exclusive)
9. The Trail - Redemption (edit)
10. Arkane - Sirens, Seductresses Of Love and Death (exclusive mix)
11. Satori - Entity (Spectral Mix)
12. Fuckhead - Transition (exclusive)
13. 53 - Algor Mortis (exclusive)
14. Verney 1826 - Aedicula: Lararium (exclusive)
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