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Michael We.

STARKE: A Letter From Yesterday

Elektro-akustische Heizdecke


STARKE: A Letter From Yesterday
Genre: Ambient
Verlag: Mü-Nest
Erscheinungsdatum:
Oktober 2009
Medium: CD
Preis: ~15,00 €
Kaufen bei: Norman Records


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Das Duo mit dem deutsch klingenden Namen besteht aus zwei in Europa nahezu unbekannten Japanern, genauer gesagt: zwei Musikern aus Tokio. SHUNICHIRO FUJIMOTO könnte im Westen unter dem Pseudonym FJORDNE noch ein Begriff sein; ein Projekt, welches ebenso elektro-akustischen Ambient produziert wie STARKE, dessen Schwerpunkt aber deutlich auf einer visuellen, ätherisch-geistigen Komponente liegt, wie auf der Homepage schön zu sehen ist. FUJIMOTO steuert auf dem STARKE-Debüt "A Letter ..." – übrigens veröffentlicht auf einem jungen Label aus Malaysia – diverse Gitarrensounds und die Computerbasteleien bei. Sein Partner YUSHI MORI – Mitglied einiger weiterer japanischer Bands – kümmert sich um die Perkussion, um Keyboards und Streicher.
Vorsatz der beiden Tüftler beim ersten Treffen für das Album: Einen Soundtrack zu schreiben gegen die klammen, feuchten Schlechtwetter-Wochenenden der japanischen Großstadt. Das ist eindeutig gelungen, wobei aus "A Letter From Yesterday" viel mehr geworden ist als nur ein vertonter Sonnenstrahl. In ihren besten Momenten vermitteln STARKE ein mächtiges, einhüllendes Gefühl von Geborgenheit, Zufriedenheit und Einigkeit mit der Welt. Zarte und fragile Gebilde sind manche Songs, zum virtuellen Platznehmen und Augenschließen. Manche Songs, nicht alle; denn zwischendurch geraten vor allem die Streicherparts nahe an die Grenze zum Kitsch.

Von Beginn an sorgt ein flottes, fast poppiges Schlagzeug dafür, dass die vielen Elemente auf "A Letter ..." sich immer wieder neu sortieren und in Bewegung bleiben. Loops von Streichern branden wie Wellen auf und ab, einzelne Klaviertöne prallen wie Ping-Pong-Bälle durch die Szenerie, alles wirkt freundlich, warm und sehr lebendig. Stoßen weitere Elemente wie zum Beispiel Glöckchensounds dazu, scheint sich ein Spalt in eine andere Dimension zu öffnen, in der es herzerwärmend zugeht und nachts die Sterne immer leuchten.
Andere Songs basieren auf einer träumerischen Akustikgitarre, ein Blick aufs Meer ohne die ganz schwere Melancholie von FENNESZ, dazu schleicht ein nachdenkliches Piano über den knisternden Untergrund. Wenn der Weg zum emotionalen Kitsch kein weiter mehr zu sein scheint, erfolgt stets Rettung, zum Beispiel in Form einer feinen japanischen Stimme, ein wisperndes BJÖRK-Wesen aus dem Off, das die Musik ganz ähnlich wie bei SIGUR RÓS klingen und vibrieren lässt. Rhodes-Piano-Blasen perlen, Tautropfen plätschern, und in einem Track wie "yet another task" verbinden sich alle Elemente zu einem perfekten Ganzen, tragen den Hörer wie Wellen ein Ruderboot auf einem See.
Alles an "A Letter From Yesterday" fühlt sich für mich sehr stimmungsvoll nach Frühling an, vergleichbar übrigens mit der Musik des jüngst hier besprochenen Projekts YARN:MOOR (ebenfalls aus Japan). Ein wärmendes Picknick im Kopf inklusive ein paar weicher Regentropfen, oder aus der Winterperspektive gesehen: eine elektro-akustische Heizdecke für kalte Tage.

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» FJORDNE @ myspace
» FJORDNE @ last.fm
» STARKE-Clip
» FJORDNE @ discogs (+ Clip)
» MÜ-NEST (Label)
» MÜ-NEST @ myspace


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Zusammenfassung
Zwei im Westen unbekannte japanische Musiker haben den Vorsatz gefasst, einen Soundtrack gegen feuchte Wochenenden in Tokio zu schreiben. Daraus ist dieses elektro-akustische Album entstanden, an dem sich alles nach Frühling anfühlt. Manchmal nah am Kitsch, oft perfekt wie ein wärmendes Picknick.

Inhalt
01. a touch of moonlight
02. again
03. enter
04. leave the cat alone
05. waking up
06. in the midst
07. may
08. yet another task
09. with
10. cast away
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