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Michael We.

Riddles Of ANNEN BERG

The Mamas & The Pagans. Interview und Besprechung.


Riddles Of ANNEN BERG
Kategorie: Spezial
Wörter: 917
Erstellt: 27.09.2009
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BESPRECHUNG

ANNEN BERG: "The Lower Orders" (MUN DISCOS)

01. Lord God Bird
02. The Bear And The Stag
03. El Contrél
04. Secret Of The Poorwill (Part 1)
05. Tarot Of The Dawn
06. God Save The Queen
07. Publicité Fiction
08. All Things Must Last (1a)
09. Blood Wedding
10. Lessons Of Sadness
11. They Ring The Bells (Thulsa Doom)

~ 27 min.


Vieles über die Arbeit von SCOTT JACKSON, den 30jährigen Musiker aus Portland (Oregon), ist schon in der ersten Rezension geschrieben worden. Weitere offene Fragen beantwortet er im Interview auf den folgenden Seiten. Deshalb kommen wir schnell zu Musik und Wort.
Einige der Lyrics hat auch dieses Mal wieder NATHAN MARCEL geschrieben, ein mit SCOTT befreundeter Untergrundregisseur. Gleich der erste Text zu "Lord God Bird", eine metaphorische Geschichte über einen 'Gottesvogel', der die Menschen knechtet, stammt aus seiner Feder. Er steht für die manchmal schwer zu entschlüsselnden Bilder auf diesem Album.
Musikalisch genügen SCOTT JACKSON wenige, vordergründig einfache Mittel, um eine intensive Stimmung zu erzeugen. Sehr naturnah zum einen, manchmal nicht unähnlich den gehauchten Songs von IN GOWAN RING. Sehr lyrisch zum anderen, ähnlich wie bei DIVINE COMEDY meint man, permanent große, emotionale Weltliteratur zu fühlen. Zu Beginn bekommen wir einen Schunkelrhythmus serviert; Händeklatschen, Akustik- und eine typisch amerikanische Steelgitarre als Verzierungen rundherum. Daraus erwächst angenehmer Countryfolk, der sich mit der einschmeichelnden, weichen Stimme – erinnert je nach Tonlage an ELLIOT SMITH – wohlig im Körper breit macht. Allerdings beweist der studierte Musiker und Multiinstrumentalist JACKSON unaufdringlich, aber stetig, was er kann: Viele der Stücke folgen, was oft erst beim mehrfachen Durchhören auffällt, keinem üblichen Muster. Sie kommen, wie schon die Songs auf "Riddles Of The Worm", zum Beispiel ohne Refrain aus. Außerdem beziehen sie ihre Spannung, je süßlicher desto mehr, aus der Diskrepanz zwischen Musik und Text.
Der unverkennbare, hymnische Sixties-Sound von ANNEN BERG hat uns mit "The Bear And The Stag" (2) wieder. Die BYRDS und ROGER MCGUINN, THE MAMAS & THE PAPAS oder was einem zu dieser Periode so einfällt. SCOTT trällert dazu, unglaublich locker und leicht, ein Falsett und erzählt die Geschichte von Hirsch und Bär. Überraschend ist hier der Mittelteil, ein schwungvolles BEATLES-Revival in einem ansonsten eher verträumten und psychedelischen Ambiente, wie überhaupt das gesamte Album einen etwas langsameren, nachdenklicheren Eindruck macht. Wahrhaft himmlisch ist der spanische Song "El Contrél" (3). Wenn Menschen in Kalifornien sterben, gelangen sie wohl in diesen Himmel mit Strand, Sonne und "ayayay"-Chorus. "Secret Of The Poorwill (Part 1)" ist eines der nachdenklicheren Lieder. Nur Percussion, Gitarre und Bass, SCOTT erstaunt von sich selbst, als ob er kurz nach dem Aufstehen, noch auf der Bettkante, von seinem Traum erzählt. Das schon früher einmal erwähnte Demo "Tarot Of The Dawn" (5) ist hier in leicht veränderter Fassung festgehalten worden. Mir fallen nur wenige Musiker ein, die sich in knapp 90 Sekunden mit nichts als weicher Stimme und ein paar Gitarrenakkorden so in die Seele des Hörers spielen können. Bei "God Save The Queen" handelt es sich, jaaaa, tatsächlich um die britische Nationalhymne, siehe dazu auch das Interview. Klingt erneut engelsgleich, Snare Drum und Chorus mit viel Hall, sehr andächtig.

Der zweite Teil des Albums wird, bis auf eine Ausnahme, experimenteller und ein wenig dunkler, vielleicht passt auch der Begriff 'neofolkiger' ganz gut. Denn zu der Akustikgitarre gesellen sich immer wieder meist unkenntliche Stimmsamples, die einen bedrohlichen Eindruck machen. So etwa bei "Publicité Fiction", einem spanisch anmutenden Gitarren-Beinahe-Instrumental mit einer Art Bahnhofsdurchsage im Hintergrund, dazu ein französischer Falsett-Fünfzeiler. "All Things Must Last" (Track 8) ist die Ausnahme: PETER PAUL & MARY (RIP) auf Wolken, mehrstimmiger Gesang mit – wen wundert's – unerhört schöner Frauenstimme (LAURA ARIAS), begleitet von einer Akustikgitarre. Schlicht, einfach und zauberhaft. "Blood Wedding" (9) ist ein reines Instrumental mit fast militanten, verhuschten Samples. "Lessons Of Sadness" verabschiedet sich endgültig von den beseelten Harmonien. Die Gitarrenmusik wirkt wiederum improvisiert. Ein jazziges, melancholisches Saxofon unterstreicht den Songtitel ebenso wie der Chorus, der einzelne Strophen trennt. Die Singstimme (dieses Mal von Gastsänger MICHAEL RICHARD von STRUGGLE AT THE SNUGGLE FACTORY, SCOTT singt nur im Background) ist dunkel und tief, und sowohl das Timbre als auch der stichwortartige, vorgetragene Text erinnern an DOUGLAS P. Zum Abschluss läuten industrielle Glocken, die Gitarre – eine Mischung aus elektrisch und akustisch – wird psychedelisch, der Falsettgesang düster. (Ja, das geht!)
Wenn SCOTT sagt, dass er "beim Schreiben Jungfrauen in der Kirche singen" hört, glaubt man ihm. Einzigartiger, oft hymnischer Sixties-Country-Paganfolk von einem Musiker, von dem ich in den kommenden Jahren noch viel erwarte. "The Lower Orders" ist zwar nur 27 Minuten lang, aber das fällt erstaunlicherweise kaum auf, denn das JACKSON-Universum ist so weitläufig und schön, dass man darin die Zeit vergisst. Außerdem werden die Stücke zu Beginn sowieso mehrfach nacheinander im Player laufen. Dieser Einblick in die hinreißende, bizarre Home Recording-Welt von SCOTT JACKSON ist ein Muss.

Der Scan für das Artikelbild (siehe oben) ist übrigens noch nicht das endgültige Albumcover, sondern eine Arbeit der Künstlerin ANA VOLONTE, welche einer limitierten Box-Ausgabe von "The Lower Orders" beiliegt. Die reguläre CD müsste in den kommenden Tagen über das argentinische Label MUN DISCOS zu erwerben sein. Wir halten Euch per NONPOP-News auf dem Laufenden. Vorerst kann das Album direkt bei SCOTT per Mail oder über myspace bestellt werden. Von der limitierten Box gibt es noch einige Exemplare.

weiter =>


 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» ANNEN BERG @ myspace
» ANNEN BERG @ last.fm
» Hörschau mit ANNEN BERG
» Radioauftritt von ANNEN BERG
» Livestück aus dem neuen Album
» alte Song-Sammlung von ANNEN BERG
» Blog von NATHAN MARCEL
» ANNEN BERG @ facebook
» MUN DISCOS @ facebook

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