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Tony F.

SOPHIA: Unclean


SOPHIA: Unclean
Genre: Martial Industrial
Verlag: Cyclic Law


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Eigentlich konnte man ja davon ausgehen, dass von PETER BJÄRGÖs Projekt SOPHIA keine Veröffentlichung mehr erscheinen würde, da seit dem 2003er Album „Deconstruction Of The World“ nach vier intensiven Veröffentlichungsjahren plötzlich Ruhe einkehrte. Als Nebenprojekt zum eigentlichen Hauptspielfeld BJÄRGÖs namens ARCANA hatte man es bei SOPHIA ja quasi mit dem apokalyptischen, düsteren, martialischen und klanglich extremeren Gegenpart zu tun, der just in der Zeit an die Öffentlichkeit kam, als die erste ARCANA-Formation aus PETER BJÄRGÖ – damals noch mit dem Nachnamen PETTERSSON unterwegs – und IDA BENGTSSON zerbrach, wobei die Idee zu SOPHIA damals schon etwas älter war, aber wohl eine passende Gelegenheit brauchte, um sich ernsthaft zu manifestieren.

Wie auch immer: Gerüchte über ein neues Album gab es schon seit einigen Jahren, Live-Auftritte sowieso; aber jetzt endlich ist „Unclean“ fertig. Wer SOPHIA zuletzt einmal live gesehen hat, konnte zumindest schon einmal Eindrücke hinsichtlich des neuen Materials sammeln. Die bombastisch-symphonische Ausrichtung der Anfangsjahre war ja bereits auf „Spite“ zu Gunsten eines aggressiveren und metallisch offen-perkussiveren Stils zurückgedreht worden. Dieser Stil der letzten beiden Alben wird im Kern beibehalten, wobei man sich gegenüber dem ohne richtige Höhepunkte etwas dahinlaufenden „Deconstruction Of The World“-Album wieder steigern konnte. Auch die Abgrenzung zum deutlich zupackenderen Sound des letzten Albums von KARJALAN SISSIT, an dem BJÄRGÖ ja auch maßgeblich beteiligt war, gelingt in der Form, dass der absoluten Wut eine drückendere, düstere und abgründige Stimmung, ein Wandeln in – auch psychischen – Ruinen wie es die Welt von SOPHIA seit jeher war, entgegengestellt wird.

Neu ist dabei der unterschwellig aggressive Sprechgesang von IA BJÄRGÖ („Quiet Darkness“, „Nothing There, Nothing Left“) als Gegenpart zum üblichen Raunen/Gesang von PETER BJÄRGÖ oder STEFAN ERIKSSON, womit eine etwas andere Note in die Klangwelt SOPHIAs eingebracht wird. Festzuhalten bleibt außerdem, dass „Unclean“ ohnehin das Vocal-lastigste Album der Diskographie geworden ist. Was nach der langen Ruhephase des Projekts etwas irritiert, ist die Kürze des Albums mit knapp 38 Minuten, wobei auch noch drei Interludien enthalten sind, die dem Hörer außer ein bisschen Atmosphäre leider nicht viel bringen. Ansonsten erwartet einen ein hervorragend produziertes und abwechslungsreiches Album mit einem fast schon räumlich tiefen, ausdifferenzierten Klang, das von ruhigen Dark Ambient-Passagen bis hin zu durchschlagskräftigen Tracks alles bietet. In letztere Kategorie fallen definitiv „The Unclean“ und „Steel Cathedral“, die mit ihrem Druck tatsächlich zum Besten gehören, was bisher von SOPHIA zu hören war.

Ein Vorteil des Albums ist zudem, dass man sich klanglich behutsam weiterentwickelt hat. Damit stellt man sich dem Fakt entgegen, dass der heute leicht staubig wirkende Martial-Industrial, soweit man dieses Album überhaupt noch dazuzählen will, mal bessere Zeiten gesehen hat. Mit Erfolg scheint mir – übrigens in einer Kleinauflage sogar auf Tape.

 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» SOPHIA @ Facebook


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