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13.Wave-Gotik-Treffen

Bericht des 13. Wave-Gotik-Treffens in Leipzig


13.Wave-Gotik-Treffen
Kategorie: Spezial
Wörter: 2011
Erstellt: 04.06.2004
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Autor: Ener

13. Wave-Gotik-Treffen

13. Wave-Gotik-Treffen

Das Wave-Gotik-Treffen ging dieses Jahr bereits in die dreizehnte Runde. Wie in jedem Jahr war Leipzig zu Pfingsten (28.05. bis 31.05.2004) Schauplatz des selbigen. Auch in diesem Jahr setzt man auf die bewährten Veranstaltungsorte. So fand man auf dem Programmplan erneut die Krypta des Völkerschlachtdenkmals, die Thomaskirche, die Moritzbastei und viele andere. Bei der Auswahl aus gut 150 Bands sollte eigentlich für jeden Musikgeschmack etwas dabei gewesen sein. Im Rahmenprogramm fanden sich wie gewohnt diverse Lesungen, Filme, Autogrammstunden, Modeschauen und DVD-Präsentationen. Über diese außergewöhnlich Vielfalt soll dieser Bericht einen Überblick geben. Doch nun lest selbst...

(Gäste)

Freitag, der 28.05.2004

 Nachdem die Pforten des Zeltplatzes bereits am Donnerstag geöffnet wurden, waren viele der 19.000 Zuschauer bereits am Freitagmittag in Leipzig. Den Auftakt macht bereits um 15 Uhr die Parkbühne. Hier sollten sich die Anhänger des Gothic-Metal respektive der härteren Gangart des Gotic-Rock an diesem Tag so richtig wohlfühlen. Die auf mittlerweile16 Musiker angewachsenen „Haggard" gaben hier Ihr Mixtur aus klassischer Musik und Metal zum Besten. Der Headliner waren an diesem Tag an der Parkbühne „My Dying Bride".

 Parallel konnte man im Werk II ähnliche Kost erhaschen. So traten hier Bands wie „Mandrake", „Unheilig" oder „Eisbrecher" auf. Eine Ausnahme machte Christian Pohls Electro-Gitarren-Mixtur „Terminal Choice".

(Gäste)

 Im allgemeinen elektronischer ging es in der Moritzbastei mit der Synthie-Pop-Band „Endraum" oder der Future-Pop-Formation „Kartagon" her. In der MB verschob sich an diesem Abend das ganze Programm um knapp eine Stunde. So betraten „Catastophe Ballet" mit fünfzig Minuten Verspätung zur Mitternacht die Bühne. Sie spielten einige Ihr alten Songs, wie „The Garden of Decay" oder „House of Hate". Schnell hatten sie die randvolle Veranstaltungstonne auf ihre Seite gebracht.

 Um 16 Uhr war auch der Startschuss in der AGRA-Halle gefallen. Hier fand das Eröffnungsritual statt. In diesem ruft die weise Frau wie im Hammarritual die vier Winde an. Der Gotte erwidert dies in altdänisch und führt nach der Mittenweihe die Bittstellung, Opfergabe und Weiherede durch. Bereits am ersten Tag gab es in der AGRA zwei Weltpremieren zu bestaunen. Den Auftakt machten „Amduscia", welche ähnlich wie ihre mexikanischen Landsmänner „Hocico", eine Art des harten Dark-Electros zum besten gaben. Ebenfalls erstmalig auf der Bühne stand die neue Band „Leave’s Eyes" der ex-„Theatre Of Tragedy"-Sängerin Live Kristine. Breits bei Clubhits wie „See You In Hell" von Johann van Roy aka „Sucide Commando" platzte die Halle aus allen Nähten. Den Abschluss machten im Mitternachtsspezial die 80er Synthie-Pop-Heroen „Camouflage", welche uns so illustere Hits wie „Love Is A Shield" beschert haben.

 

(Gäste)

Am Freitag öffnete auch der Treffenmarkt in der AGRA seine Türen. So mancher wird hier einen langen gesuchten Tonträger, neue Kleidung oder ein Schmuckstück gefunden und sich am Ende gefragt haben, wo denn all sein Geld geblieben ist. 

Samstag, der 29.05.2004

 Waren am Freitag noch nicht alle Veranstaltungsorte geöffnet, so musste man sich in den folgenden drei Tagen Gedanken machen, wo man bezüglich seiner persönlichen Vorlieben am besten aufgehoben war.

 Im etwas außerhalb gelegen Haus Auensee waren am Samstag Black- und Goth-Metal bis zum Abwinken angesagt. Die Namen „The Vision Bleak" und „Crematory" mögen hier exemplarisch für sich sprechen.

 

(Gast)

Im Werk II fand eine Fetisch-Motto-Party. Neben einer Modenschau von „Rubber Fetish" zeigte „Die kleine Gruftschlampe" eine Fetish-Fantasy-Preformance. Außerdem traten „T.H. Industry" auf. Es wurden nur Personen, die dem Dress-Code entsprachen, Einlass gewährt.

 Freunde der elektronisch Musik sollten am Samstag in der AGRA auf Ihre Kosten kommen. Neben „Funker Vogt" und „Covenant" traten hier die Elktro-Urgesteine „The Klinik" auf. Über Jahre hinweg hatten Dirk Ivens und Marc Verhaeghen mit Songs wie „Black Leather", Braindamage" oder „Sick In Your Mind" erfreut. Viele Ihrer Songs sind bereits zu echten Klassikern gereift.

 Leider fiel die vorgesehene Darbietung von „Hekate" im Haus Leipzig aus. Bis jetzt ist mit der Grund für den Ausfall nicht bekannt. Dafür boten „Dwelling" aus Portugal und „Argine" aus Italien alles für Anhänger aus dem Folkbereich.

 

(Dwelling)

Eine Mixtur aus Schlager und jeder Menge Humor konnte man bei den beiden Auftritten des „Salonorchester Weimar" im Schauspielhaus lauschen. Etwas ruhiger und bedachter ging es dann doch bei beim Auftritt der „L’amme Immortelle"-Sängerin Sonja Kraushofer mit ihrer Soloband „Persephone".

 Die bereits schon seit Jahren im Goth-Rock-Bereich vertretenen „Pink Turns Blue" gaben an der Parkbühne unter anderem ihren vom Zillo-Sampler bekannten Song „Michelle" zum besten. Hier trat auch die amerikanische Formation „Diva Destruction" auf. Die Herzen die Goth-Rock-Fans ließ aber sicherlich der Auftritt von Ronny Morrings mit seiner Band „Clan Of Xymox" höher schlagen. Bereits beim ersten Leid „There’s No Tomorrow" war die Menge begeistert. In sechzig Minuten gab es einen kompletten Querschnitt aus der bereits mittlerweile 20jährigen Bandgesichte der Holländer. Natürlich fehlt auch alte Stücke wie „A Day" nicht. Leider konnte die Holländer aufgrund der strickten Einhaltung des Programmendes nur eine einzigen Song als Zugabe spielen.

 

(Clan Of Xymox)

Im heidnischen Dorf gab um 22 Uhr die Mittelalter-Band um Michael Pop und Sigrid Hausen („Estampie") ein viel umjubeltes Stelldichein. Ansonsten konnte man hier jeden Tag Gauklern, Handwerksleuten und Bäckern bei ihren Darbietungen und Handfertigkeiten zu sehen. Allerlei um den Geldbeutel zu schmälern gab es natürlich. 

Sonntag, der 30.05.2004

Elektro, soweit die Ohren reichen – könnte das Motto dieses Tages gewesen sein. Anhänger des EBM fanden sich in der Parkbühne eine um hier „Icon Of Coil",  „Armageddon Dildos" oder „In Strict Confidence" zu feiern. Auch ein Auftritt von Karl Bartos stand auf dem Programm. Dieser sollte sicherlich den meisten durch seine Arbeit bei „Kraftwerk" bekannt sein.

 Die Freunde des Rythm-Industrial waren dagegen besser im Haus Leipzig aufgehoben. Dieses war jedoch dem Ansturm selbiger bei den Bands „Grendel" und „Feindflug" nicht gewachsen, so dass viele Fans vergeblich auf Einlass warteten.

Im Haus Auensee hingegen ging es bei den Synthie-Popern von „Diorama", „Melotron" und „De/Vision" musikalisch gesehen etwas ruhiger zu.

 Auch die experimentelle Seite des Elektros durfte natürlich nicht fehlen. Wie bereits im vergangenen Jahr wurde im Werk II ein ganzer Tag den Bands des schwedischen Ausnahme-Labels „Cold Meat Industry" oder angelehnten Stilen gewidmet. Zum Auftakt gab es etwas von A.M. Prey aka „Fetish 23" zu sehen. Er zeichnete sich bereits durch Videoarbeiten für „Death In June", „Psychic TV" und andere aus. Nach einem soliden Auftritt von „Deutsch Nepal" betrat Ulf Söderberg („Sephiroth") die Bühne. Dies war einer der überzeugensten Auftritt dieses Tages. Gekonnt setzte er seine Spielart des Dark-Ambient um. Als nächste Band kamen „Coph Nia", die unter anderem Songs Ihres Debut-Albums „That Which Remains" zum besten gaben. Abgerundet wurde der Tag durch „Sanctum" und „In Slaughter Natives".

 

(Pink Turns Blue)

Ein weiteres Mal wurde die AGRA-Halle bis in die letzten Ecken durch die „Untoten", „Sexgagng Children", „Anne Clark & David Harrow" und die amerikanischen Newcomer der letzten Jahre „The Crüxshadows". Letzteren schlug die Begeisterung der Menge förmlich entgegen.

 In den letzten Jahren mauserten sich die Lesungen von Christian von Aster vom Geheimtipp zum Massenmagneten. So las er dieses Jahr gleich an zwei Tagen jeweils eine Stunde im Cinestar. Dieses mal ließ er weder kein „gutes Haar" an den sogenannten schwarzen Szenemagazinen noch an dem Beruf des „Terroristen". Er ist in der Lage ernste Themen in einer humorvollen Art rüber zu bringen. Auch Boris Koch wusste in seiner Lesung (z.B. über ein Geschäft bezgl. der Manneskraft mit dem Teufel) zu überzeugen. Im Cinestar fanden von Freitag bis Montag neben den Lesungen auch unzählige Autogrammstunden statt. An allen vier Tagen wurden hier Filme wie „The Ring I", „Underworld" oder „The Others" und DVD-Präsentationen von „Deine Lakeien", „Apoptygma Berzerk" und „Marilyn Manson" dargeboten

 Gerne würde ich Euch etwas über das Konzert von „Sorrow" in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals berichten. Leider kann ich aber auch nicht an allen Orten gleichzeitig sein. Wie es eben immer so ist, ab und an gibt es etwas Leerlauf und dann spielen wieder einige Bands zur gleichen Zeit. 

Montag, der 31.05.2004

 

(Regen an der Parkbühne)

An jedem Tag konnten Frühaufsteher oder Wachgebliebene ab 10 Uhr im Sixtina ein Absinthfrühstück zu sich neben und aus einer der 80 Sorten Absinth wählen.

 Fest in mittelalterlicher Hand befand sich die AGRA am letzen Tag des Treffens. So stellen unter anderem „Schelmish", „Faun" und „Corvus Corax" ihr können unter Beweis.

 Im Werk II war es mit z.B. „Plastic Noise Experience" und im Haus Auensee mit z.B. „Winterkälte" erneut relativ elektronisch.

 Gitarrenreiches Kontrastprogramm wurde in der Parkbühne geboten. Nach einigen Jahren Abstinenz meldeten sich „The Tors Of Dartmoor" eindrucksvoll zurück. Sie stellten unter Beweis, dass auch ihre alten Songs wie„Welcome To The House" immer noch gut funktionieren. Ein Livedrummer hätte dem ganzen jedoch relativ gut getan, denn der Anblick eines Sängers und eines Gitarristen alleine bietet eben nicht gerade viel fürs Auge. Nach dem das Wetter die ersten drei Tage relativ gut war, kam am Montag der obligatorisch Regen. Viele verkrochen sich unter den Vordächern. Nur wenige harten m Regen aus. Freunde des Gothic-Rock haben sicherlich eine der wenigen Chancen genutzt die amerikanische Formation „Mephisto Waltz" in Deutschland zu sehen.

 

(The Tors Of Dartmoor)

Das Haus Leipzig stand erneut im Zeichen experimenteller Musik und des Neofolks. Den Auftakt machten „Kinfeladder". Sie boten ihr Interpretation von apokalyptischer Musik. Diese besteht aus industrialtypischen Loops, deftiger Perkussion und Bassgitarre. Leider war die Lautstärke etwas zu hoch, so dass sich doch einige Besucher in den Vorraum zurück zogen. Als nächstes betraten die beim Eislicht-Verlag unter Vertrag stehenden „Scivias" auf. Die Mannen um Sandor Rady boten ein hervorragendes Konzerterlebnis. Der vierzigminütige Auftritt schien aus lediglich einem zusammenhängende Stück zu bestehen, welches relativ ruhig begann und sich im Verlauf enorm steigerte. Im Anschluss lieferten „Naevus" eine solide Vorstellung ab.

 Doch dann kam es zum absoluten Highlight des diesjährigen WGT. Der Jenenser Andreas Ritter („Forseti") betrat die Bühne. Begleitet wurde er durch eine Flötistin, einen Perkussionisten, einen Cellisten, einen Geiger und ein Gittaristen. Wobei die Musiker immer wieder zu anderen Instrumenten, wie z.B. dem Akkordeon griffen. Das Haus Leipzig war voll gefüllt und die Zuschauer erwartet begeistert den Beginn. In der einstündigen Setlist standen unter anderem die Stücke wie „Jenzig II" und „Windzeit". Jeder Song wurde vom Publikum mit großem Beifall gefeiert, was Andreas immer wieder zu einem Lächeln hinriss.

(Forseti)

Nach Beendigung des Sets wurde lautstark eine Zugabe gefordert. Nach kurzer Zeit betraten die Musiker erneut die Bühne um dort von der Stagecrew wieder der selbigen verwiesen zu werden, da im Anschluss „Coil" auftreten sollte und man doch im Zeitplan bleiben müsse. Dies stieß im Publikum auf einiges Unverständnis, welches durch Pfiffe bekundet wurde.

 „Coil" wussten jedoch die noch übrig gebliebenen Gäste mit Ihrer gewohnt „verrückten" Show zu überzeugen. So steckt man den Sänger mal schnell in eine Art „Zwangsjacke" und verpackte die Keyboarder in ein weises und ein schwarzes übergroßes Moskitonetz.

 

(Coil)

Wie jeden Abend konnte man bei unzähligen Disco-Veranstaltungen seine Zeit bis in die frühen Morgenstunden vertreiben. Den Abschluss gab es wie gewohnt in der mehr als überfüllten Mortizbastei.

 Dieses Jahr waren auch über 600 Kamerateams beim WGT unterwegs um eine DVD zu erstellen. Diese soll vorrausichtlich im November oder Dezember diesen Jahres erscheinen.

 Bleibt mir nur noch zu sagen, dass das 14. Wave-Gotik-Treffen an Pfingsten (13.05 – 16.05.2005) in Leipzig stattfinden wird. Nähere Informationen gibt es wie immer unter www.wave-gotik-treffen.de.

(Forseti)


 
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