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Richard K.

Pure Fucking Armageddon: MAYHEM in Köln

Würdiges Konzert der Black Metal-Legende


Pure Fucking Armageddon: MAYHEM in Köln
Kategorie: Spezial
Wörter: 852
Erstellt: 25.05.2014
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Eine recht kurzfristige Konzertankündigung, kaum Werbung und keine 100 Kilometer Entfernung zum nächstgelegenen Auftrittsort machten es möglich: Nur rund 200 Metaller und Hipster fanden am 17. Mai den Weg zur norwegischen Black Metal-Legende MAYHEM in die Kölner Essigfabrik. Und das, obwohl die Millionenstadt konzerttechnisch in Sachen Satanssound nicht gerade übersättigt ist, fanden – zumindest der Erinnerung des Autors dieser Zeilen nach – aus Norwegen bis dato neben DIMMU BORGIR doch nur ENSLAVED und IMMORTAL (und das in den Neunzigern) als Headliner den Weg in die Domstadt.

Mancher Besucher machte neben dem Ticketpreis von rund 30 Euro gar die Vorband MERRIMACK für die geringe Resonanz verantwortlich. Die Franzosen stehen im Ruf, recht durchschnittliche Vertreter der schwarzen Zunft zu sein. Einen wirklich eigenständigen Stil müssen sich die Pariser mit ihrem stets zwischen schnellen und zähen Momenten pendelnden Stücken in der Tat nicht nachsagen lassen. Wer aber auf eine suizidale Bühnenpräsenz Wert legt, kam auf seine Kosten, zumal die Instrumentalistenfraktion des Quintetts zwar hüftsteif, aber technisch absolut fit war. An der Bühnenshow des Sängers VESTAL schieden sich allerdings auch die Geister: Mal warf er sich theatralisch wie ein Profi-Fußballspieler auf den Boden, mal traktierte er mit dem Mikrophon abwechselnd seine Genitalien und den Kopf. Ein paar Die Hard-Fans hatten MERRIMACK aber im Schlepptau, weshalb es am Ende vereinzelt mehr als Höfflichkeitsapplaus gab. Am Rande des Konzerts war zu erfahren, dass die Band an einem neuen Album werkelt und ihre alte Plattenschmiede AFM wieder verlassen hat.



Nach einer verhältnismäßig kurzen Umbaupause läuten die zum festen MAYHEM-Ritual gewordenen Percussion-Klänge von „Silvester Anfang“ das Kommen der „Spinal Tap für Borderliner“ an, wie nach dem Konzert in den Sozialen Medien zu lesen war. Wie würden die Skandinavier mit der nur mäßig gefüllten und viel zu großen Halle umgehen? Die ersten Klänge von „Pagan Fears“ machten klar, dass MAYHEM gar nicht daran dachten, sich in die Schmollecke zurückzuziehen und nur mit angezogener Handbremse zu spielen. Stattdessen gingen HELLHAMMER an den Drums und die Saitenfraktion von der ersten Note an in die Vollen. Bassist und einzig verbliebenes Gründungmitglied NECROBUTCHER entpuppte sich live als Ober-Sympath und kommunizierte fortwährend mit den ersten Reihen des Publikums. Und auch wenn mittlerweile fast egal zu sein scheint, wer gerade bei MAYHEM die Gitarren bedient, entpuppten sich der seit 2011 zur Band gehörende TELOCH und der aktuelle Sessiongitarrist GHUL (hinter diesem Pseudonym versteckt sich das ehemalige, man lese und staune, CRADLE OF FILTH-Mitglied CHARLES HEDGER) als tighte Mitspieler. Dem in eine Kutte gehüllten TELOCH gelang es, die Stile seiner Vorgänger EURONYMUS (simpel und melodiös) und BLASPHEMER (technisch, hart und brutal) zu verschmelzen. Man darf gespannt sein, wie sich das auf dem kommenden Album „Esoteric Warfare“ niederschlägt. Die Hauptfigur der Band, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, ist aber der ungarische Sänger ATTILA CSIHAR, der zu den besten Frontmännern des Genres zählt und auch in Köln wieder eine sehr eigentümliche, theatralische aber jederzeit fesselnde und ehrliche Performance mit allerlei Requisiten, zu denen ein Totenschädel, ein Knochenkreuz und ein Galgenstrick zählten, bot.



Die Setlist war dreigeteilt und geschickt zusammengestellt: Während das Intro und „Pagan Fears“ sowie die beiden Klassiker „Deathcrush“ und „Buried By Time And Dust“ die Zuschauer im Sturm nahmen, bot man im Mittelteil neuere Stücke: Neben dem brandaktuellen Lied „Psywar“ überzeugten auch Exponate, die zwischen 1995 und  2004 von den ausgestiegenen Mitgliedern BLASPHEMER und MANIAC verfasst wurden, wie etwa „My Death“ und „Whore“ von „Chimera“, „Symbols of Bloodswords“ von der „Wolf's Lair“-EP oder das „A Grand Declaration of War“-Stück „A Time To Die“. Auch ATTILA gelang es, den Stücken seinen sehr eigenen Stempel aufzudrücken und zusammen mit dem vitalen Gitarrenspiel von TELOCH und GHUL auf eine neue Ebene zu hieven.

Zu den Höhepunkten dieses mittleren Parts gehörten indes das spacige „Illuminate Eliminate“ vom ATTILA-Comebackalbum „Ordo ad Chao“ und das sich anschließende „De Mysteriis Dom Sathanas“. Leider zeigten gerade diese künstlerischen Überstücke das Manko des Abends brutal auf: einen suboptimalen Sound, der das in jeder Hinsicht außergewöhnliche Organ des Vokalisten, der auch für SUNN O))) aktiv ist, im Soundbrei untergehen ließ.



Weniger akustische Feinarbeit war im Finale gefragt, wo es nach „Whore“ mit „Chainsaw Gutsfuck“, „Freezing Moon“, „Carnage“ und „Pure Fucking Armageddon“ noch einmal wirklich zur Sache ging. Das überschaubare Publikum feierte die Gruppe nach Leibeskräften, weshalb der Abend dann doch insgesamt gelungen, wenn auch ohne Zugaben, ausging. An die Legionen, die nicht dabei waren: Ihr habt was verpasst. Das sollte Metalheads aus Bayern, Berlin und Brandenburg nicht passieren: Da stehen die Konzerte die Tage noch an.

Nächste Tourstationen:

27. Mai, München: Club Strom
28. Mai, Berlin: C-Club

Setlist Köln:

Silvester Anfang
Pagan Fears
Deathcrush
Buried by Time and Dust
Intro - To Daimon
Symbols of Bloodswords
My Death
A Time to Die
Psywar
Illuminate Eliminate
Intro - Piano
De Mysteriis Dom Sathanas
Whore
Chainsaw Gutsfuck
Freezing Moon
Carnage
Pure Fucking Armageddon

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Nekrographie (http://nekrographie.weebly.com)


 
Richard K. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Fotostrecke des Konzerts von Nekrografie
» The True Mayhem
» The True Mayhem auf Facebook

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