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Michael We.

Entweder/ Oder: MARKUS DETMER/ STAUBGOLD

Interview mit dem Labelchef


Entweder/ Oder: MARKUS DETMER/ STAUBGOLD
Kategorie: Spezial
Wörter: 740
Erstellt: 17.06.2012
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(c) BERND ADAMEK-SCHYMA
MARKUS auf einem Marktplatz in Perpignan


MARKUS DETMER ist Stammgast bei NONPOP, obwohl sein Name vermutlich noch nie erwähnt wurde. Die Besprechungen von Produkten seines Labels STAUBGOLD allerdings sind zahlreich; zuletzt reihte sich das eben erschienene Album von TRAPIST (Besprechung) in unsere STAUBGOLD-Galerie ein. 'Experimentell' ist eines der weit gefassten Wörter, welches die Labelarbeit grob umschreibt. Bekannteren Bands wie KAMMERFLIMMER KOLLEKTIEF, FAUST oder TO ROCOCO ROT stehen unbekannte Feldversuche zwischen Ambient, Psychedelic, Krautrock und so vielen anderen Genres entgegen, dass es keinen Sinn hat, sie alle aufzuzählen.

Vor 14 Jahren (1998) hat MARKUS in Köln aus einer langjährigen Leidenschaft heraus STAUBGOLD gegründet (und dafür schlussendlich sein Studium geschmissen), ein Jahr zuvor entstand mit KLANGWART (zusammen mit TIMO REUBER) ein eigenes, bis heute bestehendes Musikprojekt. Weit mehr als 100 Veröffentlichungen (Jubiläum war 2010) weist das inzwischen aus Perpignan in Frankreich geführt Label bis heute vor. Zeit also, dass wir auch dem Macher, DJ, Radiomoderator und Musiker dahinter einen Artikel widmen und ihm ein paar Fragen stellen.

Hallo MARKUS! Du bist gerade aus privaten Gründen von Berlin nach Perpignan gezogen. Deutschland oder Frankreich?

Gesundheitssystem, Verwaltung, Verkehr: Deutschland. Klima, Ernährung, Lebensart und Lebensfreude: Frankreich. Kultur: beide.
 
Dein Vater war sehr opernbegeistert, habe ich mal in einem Interview gelesen. Hat Dich als Jungen auch zu den Meistersingern mitgeschleift, äh -genommen. Klassik oder Pop?

Heute ist die Musik für mich ein untrennbares Ganzes, sprich: auf die Frage 'Musik oder Musik' kann ich Dir natürlich keine Antwort geben. Dennoch hat Pop nach wie vor mehr mit mir und meinem Leben zu tun als Klassik.
 
Wenn es um STAUBGOLD geht, liegen die musikalischen Definitionen sehr weit auseinander. Zwei Genres werden auch genannt, die wirklich nichts miteinander zu tun haben: Jazz oder Techno?

Bei STAUBGOLD geht es mir ja darum, entgegen aller Regeln nicht nur eine Nische, sondern alle Nischen zu bedienen und die Verbindungen und Mischformen der Genres aufzuzeigen. Das Remix-Album vom KAMMERFLIMMER KOLLEKTIEF ist ein Paradebeispiel dafür, wie Jazz und Techno eben doch zusammengehen. Also kein 'entweder oder'. Alles hängt miteinander zusammen, mal mehr, mal weniger offensichtlich.
 
Ist das, was STAUBGOLD macht, U- oder E-Musik?

A-Musik.
 
Lieber Musik vertreiben oder selber machen – so wie Du als KLANGWART mit TIMO REUBER?

Je älter ich werde, desto wichtiger wird mir die eigene Musik, da ich immer mehr zu einem eigenen Ausdruck finde, was sehr befriedigend ist. Aber mir hat das Musikmachen auch immer schon beim Musikvertreiben geholfen, da für meine Art des Labelmachens das Verständnis von musikalischen Prozessen und auch das Wissen darum, wie Musiker so 'ticken', von entscheidender Bedeutung sind.
 
Das Label managst Du im Großen und Ganzen allein, Musik machst Du (mindestens) zu zweit. Einzel- oder Teamspieler?

Ich bin Einzelkind, habe also Einzelspieler gelernt. Beim Labelmanagement ist das für mich auch immer noch die bevorzugte Konstellation. Natürlich gebe ich gerne Arbeit ab oder bespreche die auch gerne im Team, möchte aber die Kontrolle beziehungsweise Entscheidungsgewalt haben. Beim Musikmachen ist das anders: Da geht es um Kommunikation durch Musik, was sehr befriedigend sein kann und viel mehr Spaß macht, als ständig Selbstgespräche zu führen.
 
Das Internet hat den Vorteil, dass Du STAUBGOLD überall auf der Welt machen kannst. Aber direkter Kundenkontakt kommt so wahrscheinlich selten zustande. Virtuelles Label oder echter Plattenladen?

Ich liebe den echten Plattenladen und besuche immer noch jeden, der mir in die Quere kommt. Leider verschwinden die entsprechenden Strukturen zusehends. Das tolle am Internet ist dagegen, dass meine Produktionen immer und überall verfügbar sind. Also auch hier: Beides muss sein.
 
Angefangen hast Du als Jugendlicher mit einem Kassetten-Mailorder. Chrom oder Metall?

Chrom natürlich. Metallkassetten waren zu teuer.
 
Was ich auch gelesen habe: Als Du Dir einen Synthesizer gekauft hast, wolltest Du fette Klänge machen wie bei "Jump" von VAN HALEN. (Was allerdings mit Deinem Modell nicht funktionierte.) DAVID LEE ROTH oder SAMMY HAGAR?

EDDIE VAN HALEN.
 
Du bist in Wipperfürth aufgewachsen und recht lange dort geblieben, dann von Köln über Berlin jetzt nach Perpignan gezogen. Dein Fazit: Klein- oder Großstadt?

Nach zwanzig Jahren Großstadt (Köln und Berlin) liebe ich es, jetzt wieder in einer kleineren Stadt zu leben. Alles zu seiner Zeit ...

MARKUS, vielen Dank für das Gespräch!

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» STAUBGOLD
» STAUBGOLD @ myspace
» STAUBGOLD-Podcast


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