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Tony F.

ROME Live in Hilden


ROME Live in Hilden
Kategorie: Spezial
Wörter: 679
Erstellt: 10.11.2011
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Die Live-Präsentation von ROME unterliegt in den Jahren seit Gründung einem steten Wandel. War JEROME REUTER bei dem ersten von mir besuchten Konzert Anfang 2007 in Arnheim – damals an einem Abend mit THE PROTAGONIST und FOR GREATER GOOD – noch alleine mit der Gitarre auf der Bühne, während die Musik aus der Konserve kam, so stand er in den Jahren danach mit stetig wechselnden Musikern auf der Bühne.

Bei dem Auftritt auf dem Amphi-Festival in Köln in diesem Jahr wurde dann wieder einmal eine neue Live-Inkarnation vorgestellt. Das eher minimalistische, kammermusikalische Flair der Ära PATRICK DAMIANI wich nun einer organischen, offeneren Herangehensweise mit einem JEROME REUTER, der glücklicherweise wieder zur Gitarre griff, nachdem man bei den Auftritten, bei denen er ohne Gitarre agierte, schon einmal das Gefühl hatte, der Bandkopf wisse ab und zu nicht so recht, wohin mit sich. Begleitet wurde er nun von Musikern an Bass, Keyboard, Perkussion und Cello – mit Backings wurde nicht mehr gearbeitet. Da dieser Auftritt in Köln allerdings von teils erheblichen Abstimmungsproblemen innerhalb der Band heimgesucht wurde und auch die Örtlichkeit im Theater am Tanzbrunnen nicht wirklich optimal war, konnte man gespannt sein, was die Band nun im Area 51 in Hilden auf die Bühne stellen würde.

Während im Vorraum eine Ausstellung der ANDERSWELTEN zu besichtigen war, gab es auf der Bühne im Vorfeld zunächst skurril-humoristische Lese-Einlagen der SCHEMENTHEMEN-Crew sowie den musikalischen Beitrag der Band LOTUS FEED, die eher gewöhnlichen Rock mit einer Prise Post Punk boten und die man sich wirklich nicht merken musste, zu bestaunen. Nach einer kurzen Umbaupause stiegen dann ROME mit dem live schon als Klassiker zu bezeichnenden „Like Lovers“ vom Debüt „Berlin“ in ihr Set ein. Personell gab es zum Auftritt beim Amphi-Festival insofern eine Änderung, als man nun ohne Keyboarder auskam und dafür der Bassist zusätzlich das Keyboard übernahm, was hervorragend gelang, wie auch die Abstimmung während des Konzerts rundum passte. Der gut gefüllte Raum mit seiner angenehmen Größe, Atmosphäre und Akustik kam der Band zudem zu Gute. Nach „The Consolation Of Man“ folgte gleich „The Spanish Drummer“ vom neuen Werk, wie ohnehin an diesem Abend so einige neue Stücke ihren Weg in das Set gefunden hatten. Erstaunlich war es dagegen, dass das letzte Album „Nos Chants Perdus“ mit keinem einzigen Stück vertreten war. Dafür musste aber niemand auf ältere Stücke wie „Der Erscheinungen Flucht“, „Das Feuerordal“ oder „Die Nelke“ aus der „Masse Mensch Material“-Periode verzichten.

Die musikalische Umsetzung war insgesamt stimmig und variabel. Gerade auch der Mann an der Perkussion sorgte für viel Abwechslung und Dynamik und glich somit gut aus, dass keine elektronische Rhythmusunterstützung eingesetzt wurde. JEROME REUTER unterhielt derweil das Publikum mit kurzen Ansagen und agierte ansonsten gewohnt unaufgeregt. Nach dem neuen „To Teach Obedience“ sorgte er zudem für eine gut gesetzte Abwechslung, indem er seine Musiker von der Bühne bat und einige ebenfalls neue Stücke alleine vortrug. Für zwei Stücke kehrten die Musiker dann noch einmal zurück, wobei „Hope Dies Painless“ zunächst das offizielle Ende des Konzertes einläutete. Allerdings ging es ohne große Kunstpausen zügig weiter und nun war es an der Zeit, noch einmal einige Highlights des eigenen Schaffens zu präsentieren. Was bei dem minimalistisch, nur mit Keyboard und Gitarre vorgetragenen, dadurch sehr intim wirkenden und letztlich packenden „To Die Among Strangers“, aber auch bei den in Vollbesetzung präsentierten „Birds Of Prey“ und „Neue Erinnerung“ gut gelang. Danach folgten noch „The Torture Detachment“ und das wunderbar und rhythmisch druckvoll vorgetragene „Reversion“ vom ersten Album „Nera“, bevor das Konzert mit „Swords To Rust – Hearts To Dust“ vom „Flowers From Exile“-Album schließlich endete.

Letztlich muss man trotz des in recht kurzer Zeit entstandenen erheblichen und damit vom einen oder anderen kritisch beäugten Outputs konstatieren, dass ROME mit so einem Auftritt wie dem in Hilden einfach eine sehr gute Figur abgeben und auch genug solide Songs im Repertoire haben, die einen sehr angenehmen Abend garantieren. JEROME REUTER ist nach wie vor ein sehr guter Sänger, der ein Konzert gut zu gestalten weiß und dem die neue wieder etwas offenere Live-Darbietung entgegen kommt.


 
Tony F. für nonpop.de


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