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12. WGT Tag 4

Ian Read und Sieben, Cold Meat Arena


12. WGT Tag 4
Kategorie: Spezial
Wörter: 690
Erstellt: 09.06.2003
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Autor: Administrator

Ian Read und Sieben in der Krypta, die Cold Meat Arena im Werk II.

Krypta:

Es ist immer wieder faszinierend in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals zu verweilen. Ian Read (Fire + Ice) hielt vor ca. 60 anwesenden Gästen eine Lesung zur Runenmagie, nordischer Göttermythologie und weiteres. Der Inhalt des Vortrages wird in fast authentischer Form im nächsten Zinnober, welches Anfang Juli erscheinen wird, nachzulesen sein.

Gleich danach Matt Howden mit seinem Soloprojekt Sieben.
Was soll ich schreiben, es war einfach wundervoll. Draußen zuckten die Blitze, ging ein heftiges Unwetter hernieder und innen, in der heiligen Halle, erklangen wundervolle Geigenloops und Matt Howden zauberte eine klangvolle Atmosphäre aus Flächen, Rythmen und experimentellen Einlagen (wie Kinn und Bart auf den Saiten reiben).
Auf jeden Fall ein absolutes Erlebnis!

Cold Meat:

Waren Samstag und sind Montag vorwiegend den Freunden akustischer Musik vorbehalten, bot der Sonntag einen ganz besonderen Leckerbissen anderer Art: eine ganze Reihe qualitativ hochwertiger ColdMeat Acts hatte ins Werk geladen, den geneigten Hörer mit eine wohltuende Mischung aus Dark Ambient, Neoclassic, Folk bis hin zu reinem Industrial zu offerieren, was stets mit großer Begeisterung vom Publikum aufgenommen wurde.

Kam ich doch leider erst zum letzten Stück von Deutsch Nepal, durfte ich mir dennoch sagen lassen, dass sowohl Coph Nia als auch Ambient-Gott Peter Anderson alias Raison D'Etre verzauberten, die Fans in ihren Bann zogen als auch neue hinzugewannen.
Was als erstes bei den Konzerten auffiel: ColdMeat hat sich diesmal nicht lumpen lassen, jeder seiner Bands eine entsprechende visuelle Untermalung zukommenzulassen: eine Videoleinwand im Hintergrund der Bühne unterstütze mit die ohnehin schon sehr athmosphärischen Klangkollagen mit traumhaft verzaubertem Bildwechsel, so dass sich zu denen zumeist an "Bühnenaction" armen Performances ein bunter Teppich von Eindrücken einstellte.

So dann betraten, lang erwartet, Ordo Rosarius Equilibrio die Bühne, eingeleitet vom Intro ihrer aktuellen CD "Cocktails, Carnage, Crucifiction and Pornography". Verschwunden sind die großen Banner mit den 4 Stäben, stattdessen fanden sich zwei hübsche Maiden, jede mit einer schwarzen Flagge, welche jeweils von einer "4" gesäumt wurde - OREs von Aleister Crowleys entlehnter Metapher für 'Vervollkommnung' - beiderseits die Leinwand. Bei jedem zweiten Song sollten sie aufeinander zugehen und sich jedes eines ihrer Kleidungsstücke entledigen ... . Die ersten als auch die meisten Stücke ihrer Performance waren 'Make Love and War' entlehnt, und, so scheint es, ebenfalls ein paar überarbeitete Versionen der Vorgängeralben. Nach und nach erkannte der Hörer jedoch die zumeist noch unbekannten Klänge von CCCP. Ein alles in allem sehr gelungener Auftritt, das Publikum wußte es mit begeistertem Applaus zu würden.

Als nächstes betrat ein ColdMeat-Urgestein die Bretter, die die Welt bedeuten. Lange hat man nichts mehr (neues) von In Slaughter Natives gehört, waren sie doch noch während der ersten WGTs überhaupt gern gesehener Gast in Leipzig. Thomas Petterson (ORE) unterstützend an den Maschinen, in diesem Falle ware 'Machineries of Joy', und ISN Mastermind Jouni Havukainen schmetterten ihre schweren, stampfenden orchestral dunklen Hymnen in die Nacht - vielleicht der ColdMeat Act mit dem höchsten Tanzfaktor .... geniale Musik, geniales Publikum, geniale Athmosphäre!!!!

Den Auftritt vom CMI-Labelchef Roger Karmanik alias Brighter Death Now konnte man im besten Falle als "irre" bezeichnen. Lina Baby Doll (Deutsch Nepal) an der Gitarre, zeigten sie, dass Industrial nicht immer mit "pseudo-bösen" und "düsterem" Image kokettieren muss. Ob verrücktes Geschrei, sich auf der Bühne zu kugeln, die ersten Reihen vor der Bühne mit Bier zu bespucken oder seine Schuhe ins Publikum zu werfen ... für einige mag dieser Auftritt eher abschreckend gewesen sein, für andere bot er gewiß eine wohltuhende Abwechslung zum üblichen optischen Einheitsbrei von Industrial-Performances.

Den krönenden Abschluß des Abends im Werk2 bildeten letztendlich Arcana mit ihrer bewegenden, bezaubernden und oftmals auch sehr sentimentalen Musik. Es waren viele neue Stücke zu hören, die bisher erkennbar noch keinen Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Obwohl man trotz ihrer bezaubernden Musik kaum der Kritik fähig ist, bleibt im Gegensatz zu den vorrangegangenen Alben dennoch der etwas sparsamere Einsatz weiblichen Gesangs zu bemängeln, was der verträumten Athmosphäre, welche Arcana über die Halle zu legen wußten, jedoch keinen großen Abbruch tat.

Resumee: ein sehr gelungenes Konzert ... und das nicht nur für CMI-Freaks.


 
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