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Marcus B.

BEIRUTs Live-Premiere in Hamburg

Bandvorstellung und Konzertbericht


BEIRUTs Live-Premiere in Hamburg
Kategorie: Spezial
Wörter: 435
Erstellt: 18.05.2009
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Für die Bezeichnung der Band mit dem eigentümlichen Namen BEIRUT darf man gerne die wortwörtliche Übersetzung „Orchester“ oder „Musikkapelle“ verwenden. Durch das Zitieren von traditionellen Elementen – je nach Entstehungsphase aus Mexiko, Balkan oder französischen Chanson, entstehen traurige Balladen bis hin zu euphorischer Marschmusik – als würde ein osteuropäisches „Zigeuner“-Orchester moderne Populärmusik interpretieren. Wer bereits einmal in den Hörgenuss einer Veröffentlichung gekommen ist, kann sich ein gutes Bild davon machen, was man von einem BEIRUT-Konzert erwarten darf. Allen anderen Lesern möchte ich die Homepage der US-amerikanischen Band ans Herz legen, um in den Genuss einer Hörprobe zu kommen. Mastermind ZACH CONDON und einige Mitglieder seines Orchesters stammen aus Albuquerque in New Mexico. Dieser Umstand macht die Band sicherlich zusätzlich außergewöhnlich.
Nachdem die Deutschland-Tour 2007 abgesagt wurde, fieberten die Fans der Deutschlandpremiere in Hamburg am 03. Mai 2009 entgegen. Grund für die damalige Tournee-Absage war einigen Berichten zufolge eine Entscheidung ZACH CONDONs, dem der eigene Erfolg nach lediglich anderthalb Jahren Bandbestehen zu unheimlich wurde. Ein Wesenszug, der mir den Künstler von vorn herein sympathisch machte. Nun war es endlich soweit. Aufgrund der großen Nachfrage, wurde das Konzert kurzerhand von der Fabrik in den größeren Docks Club mitten auf der Reeperbahn verlegt. Nichtsdestotrotz war das Konzert ausverkauft.

Der Abend beginnt mit der Vorband ALASKA IN WINTER, die ebenfalls osteuropäische Stilmittel in moderne Synthie-Popmusik übersetzt. Die gesamte Band besteht aus einer Person. Sämtliche Instrumente wurden vom Künstler selbst aufgenommen und als Playback eingespielt. Via Videoprojektion unterstützt er sich optisch selbst an den verschiedenen Instrumenten. Zwischen den Stücken wechselt der Künstler seine Bekleidung, stets passend zum nächsten Stück und seinem eigenen Erscheinungsbild auf der Leinwand. Eine originelle Art, auf sich aufmerksam zu machen. Gleichzeitig eine gute Einstimmung auf Beirut. 
Das Publikum begrüßt die Kapelle mit großem Jubel. Die ganze Halle stimmt in das erste Stück, „Nantes“, mit ein. Auf der Bühne steht ein richtiges kleines Orchester bestehend aus einem Sänger, ein bis zwei Trompeten, einem Akkordeon, einem Schlagzeug, abwechselnd unterstützt von einer Posaune oder einem Horn und abhängig vom jeweiligen Stück untermalt von einer Ukulele oder Mandoline. Es folgt eine gute Stunde hervorragend vorgetragenen Folklorepops, was insbesondere leiderprobten Neofolker-Herzen eine kleine Dopaminüberdosis verpasst.
Die Musiker sind exzellent, ZACH CONDONs Stimme ist live fantastisch. Es geht quer durch die bisherige Schaffensphase der Band. Immer wieder ist man aufs Neue beeindruckt von der starken Präsenz der Blechblasinstrumente. Gegen Ende des Konzertes realisiert man erst, ein Popkonzert ohne elektrische oder akustische Gitarren erlebt zu haben. Nach vier euphorisch bejubelten Zugaben geben die ermatteten Musiker auf, sichtlich angetan von Ihrem Publikum. Fazit: Eine beeindruckende Band und ein außergewöhnlich beeindruckendes Konzert.


 
Marcus B. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Beirut's Official Website


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