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Claudia K.

SKADI und ARBRE NOIR

30.6.07, Cat Ulm


SKADI und ARBRE NOIR
Kategorie: Spezial
Wörter: 485
Erstellt: 15.07.2007
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Ein verwinkeltes Gewölbe am Stadtrand von Ulm, spärliche Beleuchtung, künstlicher Nebel. Das perfekte Ambiente für einen Abend im Zeichen sphärischer Klanglandschaften.

Mit etwas Verspätung, die uns recht gelegen kam, da wir uns aufgrund einer kleineren Odyssee auf dem Gelände rund um das CAT herum ebenfalls verspätet hatten, eröffnete Alexander Leßwig, alias SKADI, den Abend: mystisch kühle Klangflächen, teilweise unterlegt mit schamanisch anmutenden (elektronischen) Percussionparts, getaucht in dichten künstlichen Nebel und wechselnd farbige Scheinwerfer, die den treibenden Schwaden mit unirdisch blauem und grünem Licht einen Hauch von Niflheim verliehen. Eine mystische Reise in kühle, nördliche Landschaften und bis hinab in die nordische Unterwelt. Leider fehlten Stücke von der aktuellen CD „Eliwagar“. Der SKADI-Sound war jedoch unverkennbar, und thematisch war der Kontext der nordischen Mythologie mit Titeln wie „Hel“ und „Skadi och Njörd“ ohnehin präsent.


Skadi

Skadi


Nach dem kühlen Hauch SKADIs ging es nach einer kurzen Pause weiter mit wärmeren, erdigeren Tönen. ARBRE NOIR, die Freiburger Musiker rund um Mickael Vassallo, eigentlich ein Quartett, waren an diesem Abend leider nur zu dritt, was jedoch der Klangfülle keinen Abbruch tat. Mit einem Didgeridoo, Schlagzeug, E-Gitarre, diversen (echten) Percussioninstrumenten und elektronischer Unterstützung entstand schon bald eine nahezu tranceinduzierende Atmosphäre, zu der wechselnde Farben und Nebel ihr Übriges taten. Warme, volle Klänge mit irgendwie erdhafter Verwurzelung – ein Eindruck, zu dem die traditionellen Instrumente sicherlich ihren Teil beitragen – die sich mit einer dezenten Nuance von Düsternis, Naturgeräuschen und modernen Rhythmen verbinden. So erklingt bei ARBRE NOIR das Didgeridoo nicht weit entfernt von fast Drum´n´Base-artigen Parts, und meditativ-sphärische Flächen entwickeln jäh einen mitreißenden Charakter. Da ist es nicht schwer, sich in urwüchsige Landschaften, in Wüsten, Steppen, Urwälder, Savannen versetzt zu fühlen; ein Wegdriften in innere Bilderwelten, eine kleine Traumzeit, geschieht wie von selbst. Spannend dabei ist die Mischung aus „handgemachten“ sowie elektronischen Sounds, und in dem kleinen Raum entwickelte besonders das Didgeridoo während des erfreulich langen Sets, nach dem die Rückkehr ins Hier und Jetzt nicht ganz leicht fiel, eine beeindruckende Präsenz.


Arbre Noir

Arbre Noir




Kleines (und einziges) Manko: Die arg blasse Projektionsshow. Was in der Ankündigung als multimediales Erlebnis angepriesen wurde, stellte sich als schlecht sichtbare (vielleicht ein technisches Problem) und nur vereinzelt eingeblendete Projektion auf der rückwärtigen Wand heraus. Ich bin nicht zwanghaft versessen auf die obligatorische ambiente und/oder industrielle Projektionsuntermalung; in diesem Fall jedoch hätte es wirklich gut gepasst, neben der wechselnden Farbigkeit der Scheinwerfer zusätzlich bewegte Bilder einzusetzen. Schade. Ansonsten gab es jedoch nichts zu meckern. Ein durchweg angenehmer Konzertabend in einer netten Örtlichkeit, Grillmöglichkeit, Aftershowparty, sowie eine Kunstausstellung inklusive. Letztere gingen leider an uns vorbei, da wir uns in Anbetracht der zu überwindenden Strecke – noch etwas in Trance –  bald auf den Heimweg machten. Schön war's. Gerne wieder.

 
Claudia K. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Arbre Noir
» Arbre Noir Myspace
» Skadi
» Skadi Myspace
» Cat Ulm

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