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Tony F.

Ein Interview mit SUB LUNA

mit Mikael Lindblom


Ein Interview mit SUB LUNA
Kategorie: Spezial
Wörter: 1206
Erstellt: 15.10.2006
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Vor einigen Wochen beehrten uns SUB LUNA mit ihrem recht interessanten Debüt-Album "In the shade of time". Aus diesem Grund und auch weil MIKAEL LINDBLOM, der neben FREDRIK SÖÖBERG das Duo SUB LUNA bildet, kein ganz unbekannter in der Szene ist, bot es sich für mich an, einmal ein klärendes Gespräch mit MIKAEL zu führen. Vorhang auf: 


LT: Wenn eine neue Band auf den Plan tritt, darf man das sicher noch fragen: Erzähl uns doch bitte etwas über Euch und SUB LUNA.


Mikael: SUB LUNA existiert ungefähr seit drei Jahren, obwohl es auch längere Zeiten der Inaktivität innerhalb dieser Jahre gab. Die eigentliche Idee war es, im Grunde recht einfache, melancholische, akustische Musik zu machen, die allerdings einen rauheren Ausdruck haben sollte. Im Herbst 2004 haben wir eine selbstfinanzierte CD-R veröffentlicht, die das Interesse von RUI CARVALHEIRA fand, der uns dann auch anbot, eine komplette CD auf DAGAZ MUSIC zu veröffentlichen. 


LT: Was steckt hinter dem Namen SUB LUNA? Ist er ein Ausdruck für Eure Gefühle bezüglich der Natur? Oder ist er eher ein Beziehungspunkt zum Begriff "Nacht"? 


Mikael: FREDRIK schlug den Namen SUB LUNA vor. Er bezieht sich auf den Begriff 'sub-lunare Sphäre'. Nach Aristoteles war das Universum in zwei Sphären unterteilt. Die sub-lunare Sphäre, also die Erde und ihre Atmosphäre, bestand aus den vier Elementen und war durch den fortwährenden Zustand der Änderung gekennzeichnet. Die super-lunare Atmosphäre repräsentierte hingegen das Himmlische, das Perfekte und das Unveränderbare. Die Motivation, diesen Namen zu wählen, bestand also in Bezug auf die fortwährende Veränderung und die Vergänglichkeit. 


LT: Wenn ich mich recht erinnere, warst Du auch Mitglied in der Band UNIO MYSTICA, die mir hauptsächlich durch ihre "Dance demons"-Single aber auch durch das dazugehörige Album bekannt ist. Stimmt das und gibt es aktuelle Neuigkeiten zu der Band? Existiert sie noch und warum hast Du Deinen Musikstil doch erheblich verändert? 


Mikael: Ja, es stimmt, dass ich in der Band UNIO MYSTICA war, die darüberhinaus noch aus ANNELIE BERGLUND bestand. Wir veröffentlichten 2001 die 7" "Dance demons" und ein selbstbetiteltes Album. UNIO MYSTICA existiert nicht mehr...und das ist auch seit fünf Jahren schon so. UNIO MYSTICA passierte einfach. Es war nicht geplant, und so entwickelte sich ein seltsamer Mix aus Dark Wave, Metal und Neofolk. Die Wurzeln SUB LUNAs kann man allerdings schon auf diesem Album finden. Die akustischen Stücke auf dem UNIO MYSTICA-Album kann man so gesehen als Startpunkt für SUB LUNA sehen. Wir spielten einige dieser Stücke immer wieder und nahmen mit SUB LUNA schließlich sogar eine neue Version des Stücks "Celebration" auf. 


LT: Wo liegen Eure musikalischen Wurzeln und fühlt Ihr euch einer Art von Szene angehörig? 


Mikael: Während ich aufwuchs, hörte ich eine Menge Metal und auf dieser musikalischen Grundlage lernte ich auch das Gitarrenspiel. Somit liegen in dieser Musik definitiv meine Wurzeln und dasselbe gilt für FREDRIK. Darüberhinaus hatte ich immer einen ziemlich breiten Musikgeschmack, der mich früh die Freuden der 60er Jahre Gruppen wie THE DOORS und THE VELVET UNDERGROUND entdecken ließ, die beide recht große Inspirationsquellen für mich sind. Ich denke, SUB LUNA wird mehr als Dark- oder Neofolk-Band gesehen, womit ich aber kein Problem habe. Aber gleichzeitig streben wir auch nicht nach dieser Einordnung. Wie es das Klischee immer so schön sagt: wir wollen nicht durch Genrezugehörigkeiten limitiert werden. Der einzigen Szene, der ich mich wirklich zugehörig fühle, ist die Szene in Eskilstuna, die durch Bands wie KARJALAN SISSIT, GUSTAF HILDEBRAND oder ARCANA geprägt ist. 


LT: Wie kamt ihr mit PETER BJÄRGO in Kontakt? 


Mikael: Nun, wir beide wohnen in Eskilstuna und sind schon seit Jahren befreundet. Wir haben ja auch schon vorher mit ihm gearbeitet und so war es eine natürliche Entscheidung wieder im Erebus-Odora-Studio aufzunehmen. 


LT: Können wir von ihm irgendwelche Einflüsse auf dem Album hören oder hat er nur schlicht den Studio-Job gemacht? 


Mikael: Nein, ich glaube nicht, dass man irgendeinen Einfluss von PETER auf dem Album hören kann. Wir haben eigentlich alle Stücke so aufgenommen, wie wir sie vorher einstudiert haben. PETER erledigte die Aufnahme, den Mix und das Mastering. 


LT: Wie kam denn die Verbindung Schweden/Portugal zu DAGAZ MUSIC zustande? 


Mikael: Ich traf RUI CARVALHEIRA im Oktober 2004, als wir in Lyon mit KARJALAN SISSIT live spielten. (MIKAEL unterstützt die Band bei Live-Auftritten. Anm. d. Verf.) Einige Monate später kontaktierte er uns und teilte uns mit, dass ihm unsere CD-R gefallen würde und er fragte uns, ob wir daran interessiert seien, ein komplettes Album auf DAGAZ MUSIC zu veröffentlichen. Ich bin sehr zufrieden damit, wie die Dinge gelaufen sind und ich kann eigentlich nur Gutes über die Zusammenarbeit mit DAGAZ MUSIC sagen. 


LT: Was für eine Idee steckte dahinter, zusätzlich zum Album noch eine Bonus-CD hinzuzulegen? 


Mikael: Das war RUIs Idee. Er mochte das Material der CD-R sehr und wollte es einer limitierten Version von zweihundert Stück als Bonus hinzugeben. Letztendlich liegt die Bonus-CD der gesamten ersten Auflage von "In the shade of time" bei. Zusätzlich zum CD-R-Material haben wir noch "The ending of a martyr", ebenfalls ein Stück aus den vergangenen Tagen, auf die Bonus-CD genommen. Ich muss gestehen, dass ich gegenüber dem älteren Material etwas zurückhaltend bin, aber letztendlich haben wir uns gedacht, dass es eine gute Sache sein könnte, das Haus aufzuräumen und mit dem alten Material abzuschließen. 


LT: In einigen Texten und im Booklet gebraucht ihr den Begriff "change" (Veränderung). Was bedeutet Euch Veränderung. Bezieht Ihr euch auf eine bestimmte Veränderung? 


Mikael: Ja, der Begriff der Veränderung wiederholt sich mehrmals auf der "In the shade of time" und ich muss sagen, dass er sich eher auf persönliche Veränderungen bezieht, die ich in einer bestimmten Zeit durchlebt habe. Es geht darum, wie sich die Bedeutung von Dingen verändern kann oder wie sich die Sichtweise zu verschiedenen Dingen im Laufe der Zeit ändern kann...also genaugenommen, wie sich das bei mir verändert hat. Es geht einserseits um Nostalgie und andererseits um das Fortbewegen. 


LT: Siehst Du eine Art rote Linie in Bezug darauf, womit sich SUB LUNA beschäftigt? Oder wird diese Linie eventuell in der Zukunft noch sichtbarer? 


Mikael: In Bezug auf "In the shade of time" kann ich definitiv ein allgemeines Thema ausmachen. Die meisten Stücke haben die Nostalgie zum Thema aber auch das Hinterfragen von Nostalgie. Es geht darum, wie sich Dinge auf verschiedenen Ebenen im Lauf der Zeit ändern. Es ist alles ziemlich persönlich und selbstbezogen. Ich kann nicht sagen, ob dies ein wiederkehrendes Thema auf folgenden SUB LUNA Veröffentlichungen sein wird. Diese Themen waren zu der Zeit relevant und traten aus einem natürlichen Ursprung hervor, als die Stücke geschrieben wurden. 


LT: Werden wir in der Zukunft das Vergnügen von Live-Konzerten haben? 


Mikael: Ich würde gerne live auftreten. Aber ich weiß momentan nicht, wann das passieren wird. Ich weiß nicht, ob ich ein Konzert allein mit zwei Gitarren und Gesang gestalten möchte. Also müssen wir uns mit der Möglichkeit beschäftigen, weitere Live-Musiker zu involvieren. Aber das ist etwas, mit dem wir uns noch beschäftigen müssen...hoffentlich eher als später. 


LT: Ich danke Dir für das Gespräch!


 
Tony F. für nonpop.de


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