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Tony F.

GITANE DEMONE QUARTET: Substrata Strip


GITANE DEMONE QUARTET: Substrata Strip
Genre: Psychedelic Rock
Verlag: Dark Vinyl
Erscheinungsdatum:
November 2018
Medium: CD
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Wenn man an dieser Stelle beginnen wollte, die Geschichte von CHRISTIAN DEATH mit all seinen Wirrungen und Seltsamkeiten wiederzugeben, dann müsste man schon etwas weiter ausholen. Fakt ist, dass in der Band mit seinen zahlreichen Inkarnationen so einiges Personal aufgetaucht ist, das auch heute kaum aus dem subkulturellen Untergrund wegzudenken ist. 

Zwei dieser Musiker – GITANE DEMONE und RIKK AGNEW, die sich streng genommen im CHRISTIAN DEATH Line-up nie begegnet sind, haben sich vor Jahren nun mit PAUL ROESSLER (ex-45 GRAVES) und DEB VENOM zum GITANE DEMONE QUARTET zusammengeschlossen, um im weitesten Sinn (Goth)-Rock zu präsentieren, der aber um einiges über die eng gesteckten Grenzen des Genres in Richtung psychedelisch/krautige oder auch einmal jazzige Anklänge hinausgeht. Nach dem ersten Album „Past The Sun“ aus dem Jahr 2016 liegt nun der Nachfolger „Substrata Strip“ vor, der eben jenes weite, gerade beschriebene, musikalische Feld erfolgreich beackert, wobei die Neuinterpretation des SUN RA Stücks „Retrospekt“ – im Original eigentlich in der Schreibweise „Retrospect“ - sicherlich am weitesten draußen liegt, was angesichts des ja, psychedelischen Free-Jazz-Originals kein Wunder ist. 

Daneben gibt es aber genügend Material, das nicht derart herausfordernd ist, wobei man der Band in jedem Moment anmerkt, dass sie weiß was sie tut. Die Songs sind allesamt sehr gut produziert, sodass jeder Sound so klingt, als wäre er genau an seinem Platz. Rhythmisch werden zudem interessante Strukturen verwendet, da gerne und gelungen mit vom 4/4-Takt abweichenden Taktarten gearbeitet wird. Die Elektronik wird nur sehr verhalten und zweckdienlich eingesetzt und man hat im Großen und Ganzen nicht das Gefühl, ein rückwärts gewandtes Werk zu hören. Also wer bei den Mitgliedern des Quartetts jetzt auf Death-Rock im 80er-Jahre-Stil gewartet hat, wird ohne Frage enttäuscht sein. Die nach wie vor durchsetzungsstarke und wandelbare Stimme GITANE DEMONEs tut dann noch ihr Übriges, um das Album weiter zu erheben. 

Gerade die musikalische Klammer, bestehend aus „Kill War“ und „Prayer For Peace“, deren Stücke im Grunde zwei Versionen des selben Songs darstellen, sind für mich als Höhepunkt des Albums auszumachen und gleichzeitig ein gutes Beispiel für die Wandelbarkeit der Stimme von GITANE DEMONE; hat ihr Gesang in „Kill War“ doch etwas sakrales, anklagendes, während in „Prayer For Peace“ die drängendere Gesangsvariante zum Vorschein kommt. Herausheben kann man zudem den Opener „Douglas Street“ und „Bells For Barbara“, die beide mit wenig bzw. keinem Schlagzeug auskommen aber dennoch eine dramatische, eindringliche Atmosphäre erwecken. 

Letztendlich ist „Substrata Strip“ ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, das einem mitunter eigenwilligen, aber zielsicheren Weg folgt und damit dem Hörer hier und da eine gewisse Offenheit abverlangt, das aber ohne Frage äußerst gelungene Momente aufweist, die noch lange nachhallen. 

 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» GITANE DEMONE QUARTET q Facebook


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Inhalt
Douglas Street
Over The High Side
Bells For Barbara
Amaranthene
Kill War
Retrospekt
Substrata Strip
Prayer For Peace
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