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Endsal

TUSEN ÅR UNDER JORD: Sandhavens Genklang

West-östlicher Dark-Folk-Drone-Ambient-Diwan in Vollendung


TUSEN ÅR UNDER JORD: Sandhavens Genklang
Genre: Experimental
Verlag: Verlautbarung
Vertrieb: Millstone...
Erscheinungsdatum:
19. Juni 2017
Medium: Vinyl LP
Preis: ~21,00 €
Kaufen bei: TESCO Germany


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Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser noch an die euphorischen Lobeshymnen, die der Rezensent vor etwas über einem Jahr just an dieser Stelle über TUSEN ÅR UNDER JORDs "Sorgsendömet Fobos" sang – selten war ihm in den letzten Jahren etwas vergleichbar Prachtvolles wie das Debütalbum des schwedischen Projektes untergekommen. Nun, DANIEL, der Mann dahinter, dessen Musik sich auf ebenso faszinierende wie widerborstige Weise jeder konkreteren Genre-Zuschreibung entzieht, hat nach vier Jahren – das Original erschien bereits 2013 als Tape-Release bei den Schweden von HIBISKOFON – endlich nachgelegt und im Sommer diesen Jahres auf dem deutsch-schwedischen Label VERLAUTBARUNG einen Nachfolger veröffentlicht. "Sandhavens Genklang" ist, soviel sei an dieser Stelle schon einmal vorweggenommen, zweifellos kaum weniger ungewöhnlich und bemerkenswert – vielmehr ist das Gegenteil der Fall –, doch kann das, Mitte Juni exklusiv im Königsformat Vinyl erschienene, Album den enormen Erwartungsdruck angemessen parieren, der angesichts des vorangeganen, ebenso psychedelisch-obskuren wie atmosphärisch-eleganten Dark-Drone-Folk-Ambient-Juwels a priori auf ihm lastet? Zumal man ohnehin geneigt ist, von einem, der sich gänzlich unaufgeregt satte vier Jahre Zeit lässt, um auf sein offenbarungsgleiches Debüt ein Follow-Up obendraufzusetzen, kaum weniger als weitere Wundertaten zu erwarten. Denn merke: Wer einmal Wasser in Wein verwandelt hat, der lockt mit billigen Kartentricks fürderhin keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor – das ist nun mal das schwere Joch eines jeden frühen Geniestreichs.




"Sorgsendömet Fobos" atmete letztlich eine dezidiert nordische/westliche Atmosphäre: feierlich, doch karg und ohne überflüssige Schnörkel, ernsthaft und gravitätisch, ohne dabei prätentiös zu wirken, klar und kühl, ohne – nicht zuletzt qua trip-hoppigem Basisgeknistere – doch jenes Quantum Seele missen zu lassen, das großer Musik erst ihre wahre Tiefe, Weite & Breite verleiht. Ein typisch schwedisches Erzeugnis war das Werk überdies insofern, als ihm jenes irrlichternde, tendenziell düstere Zwielicht eignete, das für Landsleute wie WHEN, ÄTTESTUPA, ALTAR OF FLIES, SVARTE GREINER oder die ganz besonders gern zum Vergleich herangezogenen RAISON D'ÊTRE (nicht zuletzt war es ja PETER ANDERSSON höchstselbst, der das Album produziert hat) gleichermaßen charakteristisch ist. Und schon in dieser Hinsicht schert "Sandhavens Genklang" – zu deutsch laut Google Translator "Das Riff des Sandstrandes" (?) – beherzt aus der Reihe, denn düster im engeren Sinne geht es hier nicht wirklich zu, dafür jedoch deutlich psychedelischer, verträumter und halluzinogener; die Grundstimmung zeichnet sich nicht selten durch ein mediterranes, bisweilen sogar orientalisches Flair aus, hat sich im Vergleich zu "Sorgsendömmet Fobos" also deutlich nach Südosten hin geöffnet. Mit dem stetig wiederkehrenden Einsatz von Percussionpassagen hat überdies ein tribaleskes Element Einzug gehalten – das Risiko, in plebejisch-triviales Hippiegetrommel abzudriften, umschifft man jedoch ebenso souverän wie weiträumig. Insgesamt gesehen überwiegt auf "Sandhavens Genklang" eine hypnotisch-tranceartige Grundströmung, die bisweilen von atmosphärisch-flächigen Parts unterbrochen, dann jedoch flugs wieder auf anderer Ebene durch allerlei orchestrale Loops oder verschrobene Rhythmen weitergeführt wird, wobei das stetig wiederkehrende, heimelige Trip-Hop-Knistern, das für die Musik von TUSEN ÅR UNDER JORD programmatisch ist, der Musik zusätzliche Wärme verleiht. In jedem Fall liegt mit "Sandhavens Genklang" im positivsten denkbaren Sinne des – eigentlich reichlich überstrapazierten, doch hier schlicht & einfach zutreffenden – Wortes eine rundum tiefenentspannte Platte vor, die dennoch durch & durch kurzweilig ist und sich durch ein Höchstmaß an Variationsreichtum auszeichnet.



Dass TUSEN ÅR UNDER JORD mit Hintergrundinformationen zu Projekt, Mann dahinter oder überhaupt irgendetwas nicht unbedingt verschwenderisch umgehen, fand ja bereits in der Rezension von "Sorgsendömet Fobos" beiläufig Erwähnung – im Falle des vorliegenden Albums verhält es sich selbstredend nicht anders. Wenig bis gar nichts ist bekannt über das Riff am Sandstrand und seine tiefere Bedeutung außer ein paar bezugsreich-malerischen Zeilen seitens des Labels, das die einzelnen Teile des ansonsten nur qua A- und B-Seite segmentierten Continous-Play-Stücks als "exotic aural vignettes" beschreibt, "like the dim phantasms populating the minds of Victorian armchair ethnographers", und dem Hörer "dreams of long bygone customs, queer moonlit processions and pre-Sufic mystics" sowie "[j]ourneys through teeming, hasheesh-ridden bazaars to the remote outposts of the vast dunescapes" in Aussicht stellt. Und damit hat er gar nicht mal unrecht, denn ad eins entzieht sich, wie bereits mehrfach festgestellt, die Musik von TUSEN ÅR UNDER JORD ohnehin dem unmittelbaren deskriptiven Zugriff, doch viel wichtiger ist, ad zwei: "Sandhavens Genklang" ist nicht mehr und nicht weniger als grandios – ein würdigerer Nachfolger für "Sorgsendömet Fobos" ist schlechterdings kaum denkbar. Das Grandioseste daran aber ist die deutlich spürbare, formale und substanzielle Weiterentwicklung, die künstlerisch-musikalische Transformation, die das Projekt durchlaufen hat. Das aktuelle Album jedenfalls dokumentiert eine weitgehende Emanzipation vom musikalischen Mutterboden und die Etablierung eines unverwechselbaren, durch & durch authentischen ästhetischen Standpunktes. "Sandhavens Genklang" erzählt Geschichten von einer Reise, die sich jederzeit überall ereignet und die niemals endet – sie realisiert sich ununterbrochen durch jene kontinuierliche Wandlung, in der alle Strukturen begriffen sind – die Musik von TUSEN ÅR UNDER JORD steht dafür exemplarisch.



TUSEN ÅR UNDER JORD: "Sandhavens Genklang", Cover/Card

Das Album ist in einer Limitierung auf 221 Stück erschienen, der interessierte Kunde sollte sich inzwischen also etwas sputen, wenn er noch ein Exemplar abgreifen möchte. Die Verpackung ist betont schlicht gehalten: lediglich ein braunes Disco-Karton-Cover, das mit einer Art Postkarte (s. o.), auf der eine Gestalt vor einer Pyramide zu sehen ist, über die ein UFO hinwegfliegt, sowie einem groben, grau-beigen Stück Leinenstoff beklebt ist, auf dem Plattentitel, Künstler und Label vermerkt sind – und das war's. Keine Inserts, keine Infos, nischte – das Mysterium TUSEN ÅR UNDER JORD bleibt uns als solches erhalten. Doch seien wir ehrlich: Ist das im Grunde nicht viel besser so? – In einer Zeit, in der sämtliche Spatzen, egal ob berufen oder nicht, ununterbrochen alles von allen Dächern pfeifen, schnalzt der Connaisseur angesichts eines gediegenen kleinen Rätsels doch anerkennend mit der Zunge. Langer Rede kurzer Sinn: Rundum famoses Zweitalbum eines rundum famosen Projektes, das seinen Ausnahmestatus damit weiter ausbaut und zementiert – beispiellos! Der Rezensent jedenfalls schnappt vor Begeisterung nach Luft und tut jetzt das einzig Angemessene: Er hält mit sofortiger Wirkung den Schnabel. Wittgenstein und so ...

 
Endsal für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» TUSEN ÅR UNDER JORD @ Trollmusic
» TUSEN ÅR UNDER JORD @ bandcamp
» TUSEN ÅR UNDER JORD @ discogs
» VERLAUTBARUNG @ Millstone Vinyl
» VERLAUTBARUNG @ SoundCloud
» MILLSTONE VINYL @ facebook

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Zusammenfassung
Würdiger Nachfolger des Debütjuwels von 2013, der die musikalische Topographie von Norden nach Süden verschiebt: Noch psychedelischer, wärmer & verspielter, ohne dabei süßlich zu wirken, ist "Sandhavens Genklang" die Erfüllung der feuchten Träume jedes Dark-Folk-Ambient-Connaisseurs.

Inhalt
A.01: Sandhavens Genklang #1
B.01: Sandhavens Genklang #2

LP im braunen Disco-Cardboard-Sleeve mit bedruckter Karte und handbedrucktem Leinen.
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