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Tony F.

ANIMA NOSTRA: Atraments


ANIMA NOSTRA: Atraments
Genre: Death Industrial
Verlag: Malignant...
Erscheinungsdatum:
Juni 2017
Medium: CD
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Dinge können ja manchmal recht einfach sein. Da bringen HENRIK NORDVARGR BJÖRKK und MARGAUX RENAUDIN 2016 ein gemeinsames Album namens „Anima Nostra“ heraus und ein Jahr später ist aus dieser Zusammenarbeit nun ein richtiges Projekt geworden, das nun eben ANIMA NOSTRA heißt und es folgt mit „Atraments“ der nächste Streich. 

Konnte man das Debut-Album noch alleine im Ritual-Ambient verorten, das durch seine mystische Aura und weiträumige Atmosphäre bestach, so hat sich soundtechnisch allerdings so einiges verändert – hin zum Brachialen und Bombastischen. Diese Ausweitung auf die Stile Death-Industrial bis hin zur martialischen Neoklassik kippt jedenfalls das Bild, das man von diesem Projekt bisher hatte, wobei die Wucht und eine gewisse, innewohnende Aggressivität im Sound die mystisch-rituelle Atmosphäre zurückdrängt. Am auffälligsten wird das gleich am Opener „Composition For The Shadow Self“ bei dem wuchtig-schwere Bassflächen auf donnernde Trommelklänge und das tief grollende Organ von NORDVARGR treffen, wobei – ebenfalls eine Neuerung - Vocals jenseits von als Effekt oder Instrument eingesetzten Stimmen auf dem Debut nicht zu finden waren. Letztlich wirkt das Ganze zudem auch strukturierter und songähnlicher als bei der Einstandsplatte.

Neben weiteren, zupackenden Tracks wie dem harschen „Blameless“ oder dem nach dem Projektnamen betitelten „Anima Nostra“ bleibt allerdings auch Platz für das durch die Orgelklänge und Trommeln – nicht die Vocals betreffend - fast wie ein altes DERNIÈRE VOLONTÉ Stück klingende „Solemn Majesty“ und natürlich auch für Material, das den Anschluss zum Debutalbum hält wie „Yaldabaoth Doxologia", obwohl der Sound des ersten Albums vielfach auch in den In- bzw. Outros einzelner Stücke sowie in den kurzen Interludien zu finden ist. 

Will man die Entwicklung des Sounds des Projekts deuten, so folgt der düsteren, rituellen, lauernden Atmosphäre nun mit „Atraments“ der Ausbruch zur Apokalypse, der Stoß in das – passend zum Albumtitel – schwarze, brodelnde Nichts. Das Album ist dabei teils dramatisch, atmosphärisch und kraftvoll ausgefallen und lässt auch einmal sanftere Töne a la „Tabula Smaragdina“, das mit den weiblichen Vocals von DELPHINE BANITZ eher sakral klingt, zu. 

Das Rad wird zwar insgesamt nicht neu erfunden; aber Abwechslungsreichtum im Sound und eine ordentliche Wucht im Ausdruck führen hier zu einem gut hörbaren Album, das NORDVARGRs letztes Album „The Secret Barbarous Names“ - so muss man sagen – deutlich in den Schatten stellt. 

Zwei der Stücke von „Atraments“ („Composition For The Shadow Self“ und „Solemn Majesty“) sind in alternativen Versionen übrigens auch auf dem in diesen Tagen erscheinenden Splitalbum namens „Drakonian Adversary“ von SHIBALBA und ANIMA NOSTRA enthalten, wobei diese alternativen Versionen allerdings kaum Geländegewinn bringen.    

 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» ANIMA NOSTRA @ Bandcamp


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Zusammenfassung
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Inhalt
Composition For The Shadow Self
Naamah
Blameless
Tabula Smaragdina
Solemn Majesty
Anima Nostra
Intermezzo For The Double-Wanded One
Doxologia Yaldabaoth
The Seal
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