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Michael We.

RASALASAD: Thismorphia

Hohe Promi-Dichte im Spoken Word-Universum


RASALASAD: Thismorphia
Genre: Experimental
Verlag: Thisco
Erscheinungsdatum:
06. September 2016
Medium: CD
Preis: ~8,00 €
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Der Portugiese FERNANDO CERQUEIRA ist einer dieser fleißigen Verrückten, ohne die die Musikszene einfach nur noch langweilig wäre. In den 1980ern ganz klassisch gestartet mit einem Fanzine ("Atonal"), gründete er im darauffolgenden Jahrzehnt mit SPH ein eigenes Label, brachte – fast überwiegend auf Tapes – Künstler wie MAEROR TRI, MERZBOW oder nonpop/index.php?type=special&area=1&p=articles&id=1789">BRUME heraus. Parallel zur Eröffnung eines Buchladens in Lissabon (Okkultismus, Satanismus, Fetisch ...) begann FERNANDO, Konzerte zu veranstalten, unter anderem mit CURRENT 93, DEATH IN JUNE oder VON MAGNET. Mit der Gründung von THISCO, einem neuen Labels Anfang des Jahrtausends (RAPOON, MERZBOW, ALAN COURTIS und andere) folgte der letzte Schritt: Ein eigenes Musikprojekte, welches mit den durch die intensive Arbeit zahllosen befreundeten Künstlern zusammenarbeitet. Und so haben für die neue Veröffentlichung von RASALASAD – auch in diversen anderen Schreibweisen existent – viele Künstler 'Spoken Words' und 'Sounds' beigesteuert, die in neun Tracks verarbeitet wurden (nonpop/index.php?mkey=-JARBOE-amp-HELEN-MONEY-&type=review&area=1&p=articles&id=2818">JARBOE, MERZBOW oder VON MAGNET ...), außerdem finden sich ein komplett eigenes Stück sowie ein Remix auf dem Anfang September erscheinenden Album "Thismorphia".
Einige Stücke hat RASALASAD schon vorab als File veröffentlicht, teils auch in anderen Versionen, diese elf Tracks hier sind also überwiegend neu. "Spoken Wordcore", so wie es als Selbstbeschreibung auf der Homepage des Künstlers steht, lässt Schlimmes erahnen – aber Entwarnung, es handelt sich überwiegend um sehr angenehm zu konsumierenden Ambient, vermischt mit Noise und eben Spoken Words.



Für den Opener "Value" (01) flüstert JARBOE mit ihrer markanten Stimme, klingt wie vertonte moderne Lyrik. Die dronige Hintergrundlandschaft ist leicht unheimlich, aber nicht bedrückend. Zunehmend wirkt die schwebende Tonbegleitung wohlig, fungiert als psychedelischer Ambient zu den Lyrics. IRR. APP. (EXT.) alias MATTHEW WALDRON – vielleicht einigen bekannt durch die Zusammenarbeit mit NURSE WITH WOUND – hat Soundstücke zugeliefert für "Astellar" (02). Der Track klingt zunächst nach einfahrender U-Bahn, also diesen klassisch leicht quietschenden Drones, die sich dann aber länger und länger ziehen und verdichten zu klebrigem Space-Ambient. WILD SHORES, ein französisches Performance-Kollektiv, ist ein Teil der ersten Version von "This" (03). Ambient-Cluster aus synthetischen Drones werden unterstützt von einigen sehr menschlich, analog wirkenden Geräuschen. Leicht verfremdete französische Stimmen spielen mit dem Stereo-Effekt. Auch die zweite Variante von "This" (04) weist rund um die französischen Sprechtexte von VON MAGNET, welche manchmal fast in Gesang übergehen, leicht beunruhigende, atmende und weite Synthetikflächen auf. Dieses Stück füllt nach und nach den Raum aus wie Nebel, hat eine sehr dichte und fassbare Atmosphäre. In "Spectre" (05) beschränken sich die beigesteuerten Sounds von EMIL BEAULIEAU auf klassische, kratzende Noisefläche, die aber durchbrochen werden von einem blubberndem Rhythmus und entfernten, nicht zu verstehenden Vocals – das letzte Drittel geht in sphärischen Ambient über. Bei der Mischung aus derbem Rauschen und Kratzen in "Axx" (06) handelt es sich vermutlich um die zugelieferten Soundflächen von MERZBOW, die ankämpfen gegen eine unwirklich schöne, sakrale Atmosphäre – im Hintergrund singen Mönche! Am Ende zerfasert das Stück in einzelne, gleißende Strahlen. Erwähnenswert noch der Auftritt warmer, in sich ruhender Cello-Klänge in "Night Walk" (07) und der starke, industrielle Rhythmus in "Deriva" (09).



Sehr stimmungsvolles Album, auf dem sich Ambient, Noise und Drone mit intensiv gesprochenen Texten mischen. Mal dichter und zerrender, mal luftiger weben sich Soundflächen um die gewisperten, rezitierten, intonierten Lyrics. Schickes Konzept mit hoher Promi-Dichte, das auf vielen Ebenen zum Eintauchen einlädt.

 
Michael We. für nonpop.de


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Zusammenfassung
Stimmungsvolles Album, auf dem sich Ambient, Noise und Drone mit intensiv gesprochenen Texten mischen. Mal dichter und zerrender, mal luftiger weben sich Soundflächen um die Lyrics. Schickes Konzept mit hoher Promi-Dichte.

Inhalt
01. Value (4:06)
[JARBOE]

02. Astellar (3:24)
[IRR. APP. (EXT.)]

03. This (5:09)
[WILD SHORES]

04. This (5:01)
[VON MAGNET]

05. Spectre (5:05)
[EMIL BEAULIEAU]

06. Axx (3:23)
[MERZBOW]

07. Night Walk (4:37)

08. Silence (2:52)
[JOHN ZERZAN]

09. Deriva (5:00)
[SMELL & QUIM]

10. Stellar (4:16)
[ANTONYM]

11. Simulacra (5:05)
[SHHH...-Remix]
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