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Michael We.

THE VISION BLEAK: The Unknown

Erwartungen mindestens erfüllt


THE VISION BLEAK: The Unknown
Genre: Gothic-Metal
Verlag: Prophecy
Erscheinungsdatum:
Juni 2016
Medium: CD / LP
Preis: ~15,00 €
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Die Euphorie rund um das neue THE VISION BLEAK-Album habe ich in der nonpop/index.php?mkey=THE-VISION-BLEAK-The-Kindred-Of-The&type=review&area=1&p=articles&id=3010">Besprechung der Vorab-EP angerissen. Schon die beiden neuen Songs auf "The Kindred Of The Sunset" ließen tatsächlich erahnen, dass ein komplettes Werk auf diesem Niveau Maßstäbe setzen könnte. Und so kommt es nun mit dem eben veröffentlichten Dreiviertelstünder "The Unknown" auch: Besser kann Horror-Metal kaum sein; wobei ich statt des von der Band selbstdefinierten Genres lieber den Begriff Goth-Metal mag. Bei Horror muss ich an blutverschmiertes Krächzen denken, bei Gothic an die klassische Gothic Novel, den Schauerroman zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Hierzu passen THE VISION BLEAK als Untermalung wirklich hervorragend. Auch wenn die Lyrics dieses Mal den direkten Bezug zu Horror-Klassikern vermissen lassen, da die Musiker, wie vorab angekündigt, bei den Texten "metaphorischer" und persönlicher arbeiten.

Piano und Gitarre tickern dramatisch durch das Intro "Spirits Of The Dead" (01), was trotz seiner Kürze bereits Soundtrack-Atmo schafft. "From Wolf To Peacock" (02) ist der erste von vielen Krachern: druckvolles, knatterndes Schlagzeug, wummernder Bass, schreddernde Gitarre und klarer, prägnanter Gesang, der zwischen allen Instrumenten steht. Im Ton predigend und unheilverkündend, steigen die Vocals Ton um Ton auf- oder ab, werden knurrig im Refrain. Das Stück ist dermaßen zupackend und mitreißend, schlicht der beste und dramatischste Song, den ich von THE VISION BLEAK kenne – und wir sind erst beim Opener des Albums! "The Kindred Of The Sunset" (03) war bereits auf der (gleichnamigen) EP, ist ebenso druckvoll wie sein Vorgänger, durch einige ruhige Passagen aber noch abwechslungsreicher in der Instrumentierung. Mit dem hymnischen Refrain stellen sich die (ebenfalls bereits erwähnten) Parallelen zu SISTERS OF MERCY oder THE MISSION ein. Die voluminösen, düsteren Vocals, ab und zu gedoppelt oder unterbrochen von einem Growl, passen perfekt zur Stimmung zwischen Apokalypse und Grusel. Ich wiederhole mich, aber auch "Into The Unknown" (04) ist ein richtiges Brett. Treibender Rock mit satten Gitarren und wummernden Drums, passend zum Einsetzen der Vocals fahren die Instrumente etwas zurück, um im hymnischen Refrain wieder zuzuschlagen. Die hervorragende Produktion fällt immer wieder beim Wechsel in leisere Phasen auf, der Einsatz von Akustikgitarren verstärkt hier die Dramatik
Im Prinzip bleibt es das gesamte Album über bei einer Mischung verschiedener Metal- und Rockgenres wie Pagan-, Folk-, Doom- oder Symphonic-Metal. Es ist das Geheimnis von THE VISION BLEAK, wie diese Melange eine zusätzliche Tiefe, eben eine starke Gothic-Stimmung bekommt. In der zweiten Hälfte des Albums jedenfalls unter anderem durch ein paar krächzende Black Metal-Vocals wie in "The Whine Of The Cemetery Hound" (06) oder "How Deep Lies Tartaros?" (07). Nach dem eigentlichen Outro "Who May Oppose Me?" (08), gezupft und leicht schwülstig, folgt der Schlusssong "The Fragrancy of Soil Unearthed" (09), dessen Gitarren auch von IRON MAIDEN stammen könnten ...

"The Unknown" scheint mir insgesamt härter, straighter zu sein als frühere Stücke. Die sinfonische Wucht mancher Tracks ähnelt sich etwas, allerdings sorgen viele Feinheiten in der Instrumentierung sowie immer wieder eingestreute, akustische Passagen für entsprechende Abwechslung. Ich denke, nach zwei oder drei Durchläufen, wenn sich insbesondere die längeren Stücke noch mehr entfalten, ist dieses Album nicht mehr aus meinen Jahres-Top-5 wegzudenken.

Allein wegen des klassisches THE VISION BLEAK-Covers mit liebevoll gestaltetem Goth-Horror-Szenario lohnt sich hier übrigens die Gatefold-LP. Ansonsten erscheinen eine reguläre CD sowie eine Doppel-CD mit zwei Bonussongs.

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
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Zusammenfassung
Das Werk hält komplett das Niveau der Vorab-EP. Sinfonische Tracks mit Wucht und Gruselpathos, etwas härter, straighter als frühere Stücke. Ein Platz in der Jahres-Top-5 ist jetzt schon sicher.

Inhalt
CD, Doppel-CD, Gatefold-LP

01. Spirits Of The Dead
02. From Wolf To Peacock
03. The Kindred Of The Sunset
04. Into The Unknown
05. Ancient Heart
06. The Whine Of The Cemetery Hound
07. How Deep Lies Tartaros?
08. Who May Oppose Me?
09. The Fragrancy of Soil Unearthed

~ 48 min.
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