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Michael We.

NIEDOWIERZANIE: Atalante

Ältere Songs, geformt zum stimmigen Album


NIEDOWIERZANIE: Atalante
Genre: Experimental
Wörter: 423
Erscheinungsdatum:
Mai 2016
Medium: Download
Preis: ~5,00 €
Kaufen bei: Bandcamp


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Seit unserem kurzen Gespräch bezeichne ich LÉO MAURY gerne als das Gegenteil von MÖTLEY CRÜE. Der in Berlin lebende Franzose und alleinige Macher von NIEDOWIERZANIE scheint sehr schüchtern und hält sich mit extrovertierten Aktionen gerne zurück. Auch wenn es um neue Veröffentlichungen geht, streut er Infos sehr spartanisch – oder gar nicht. Ganz neu im eigentlichen Sinne ist "Atalante" nicht, die Stücke entstanden bereits vor einigen Jahren. Nun veröffentlicht LÉO die Sammlung von zehn Liedern auf BANDCAMP.
Auch wenn "Atalante" dadurch chronologisch nicht ganz in die Reihung der letzten Alben passt, ergibt sich durch den jetzigen Veröffentlichungszeitpunkt eine musikalische rote Linie: Weg von großen, geheimnisvollen Flächen immer mehr hin zu kleinen, abgeschlossenen Werken, zu Songs, die aber nichts von der typischen Weite und Wehmut und dem überwiegend südländischen Flair verloren haben.

Der kurze Opener "Bastante Tonto" (01) bleibt – stellvertretend für das gesamte Album – sehr ruhig und stimmungsvoll. Neoklassisch in der Anmutung werden zart gezupfte Streicher untermalt von minimalen, stimmähnlichen Drones im Hintergrund. Eines der Hauptinstrumente von "Atalante" eröffnet den gleichnamigen Titeltrack (02): Die Mandoline (oder ist es doch ein Banjo?) beschwört das Bild eines mediterranen Abends, erinnert mich beschwingt und zusammen mit den brummelnden, fast unverständlichen und wohl spanischen Vocals an die Musik von dem befreundeten katalanischen Projekt Ô PARADIS. Ein zarter Geistertanz aus einer anderen Welt ... mit überraschendem Tubadrone am Ende. "Beluga" (03) hingegen beginnt wie frühere Stücke von NIEDOWIERZANIE, mit quietschenden und zirpenden Soundcollagen. In diese hinein windet sich ein Synthierhythmus. Das tanzende, sich im Kreis drehende Gefühl bleibt auch hier erhalten, gestützt von einem Akkordeon und untermalt von dezent noisigen Geräuschen. "Casimir" (04) ist Minimal Tango, mit dunkel blubbernden Klängen aus elektronischen Geräten und verschiedenen Rhythmusgebern, "Jerusalem" (05) eine Mischung aus Ambient und (sehr) leisem Angst Pop.
Einige Erinnerungen an ältere Alben in Form von improvisierten, gezupften Läufen und leisen Drones wechseln sich im weiteren Verlauf ab mit zarten Spinnweben aus tuckerndem Rhythmus, verwehtem Gesang und sich drehenden Gitarrenklängen, bevor dieser Reigen mit einer schmachdenden, ganz besonders leisen und  wehmütigen Synthie-Ballade verklingt.

Trotz der separaten und wohl voneinander unabhängig produzierten Stücke ist diese Sammlung auf hohem NIEDOWIERZANIE-Niveau für mich das stimmigste Album. "Atalante" bezaubert mit einer minimalen und oft leicht schrägen Mischung aus fragilen südländischen Gedanken. Sehnsüchtig, typisch LÉO und doch noch eine Nuance versponnener, entrückter als die früheren Flächen. Toll, und von mir aus in Zukunft gerne mehr Vocals.

 
Michael We. für nonpop.de


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Zusammenfassung
Trotz der voneinander unabhängig produzierten Stücke ist diese Sammlung für mich das stimmigste NIEDOWIERZANIE-Album. "Atalante" bezaubert mit einer minimalen und oft leicht schrägen Mischung aus fragilen südländischen Gedanken. Sehnsüchtig und noch eine Nuance versponnener als die früheren Flächen.

Inhalt
01. Bastante Tonto (01:49)
02. Atalante (03:34)
03. Beluga (04:44)
04. Casimir (03:32)
05. Jerusalem (03:52)
06. Rimisac (02:48)
07. Alma De Cristal (03:08)
08. Radio Zindegi (05:01)
09. Karkamal (03:19)
10. Serenade II (03:19)

~ 35 min.
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