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Michael We.

ALARIC: End Of Mirrors

Gelungene Schwärze inmitten vieler Genres


ALARIC: End Of Mirrors
Genre: Metal
Verlag: Neurot...
Vertrieb: Cargo
Erscheinungsdatum:
06.05.2016
Medium: CD / LP
Preis: ~16,00 €
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Auf das US-Quartett ALARIC bin ich aus zwei Gründen aufmerksam geworden: Zum einen durch die Mitwirkung von THOMAS DIMUZIO als Gast, der nicht so recht zum Metalumfeld der vier Musiker aus Oakland zu passen scheint. Auf NONPOP ist er schon einige Male als elektronischer Droner nonpop/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2736">in Erscheinung getreten. Zum anderen durch das markige Wording des Labels NEUROT RECORDS, der Heimat von NEUROSIS. Als "instant classics for a new dark age" werden die sieben neuen Stücke bezeichnet, und ja, da ist was dran!
Nach einer Single, einer Split-EP und dem selbstbetitelten Debüt ist "End Of Mirrors" das zweite Vollzeitalbum; es erscheint Anfang Mai. Die Band hat einen besonderen Musikstil, ohne Zweifel, was vielleicht daran abzulesen ist, dass die Genres auch auf bandeigenen Seiten wild durcheinander purzeln. Von Punk – was ich für ziemlich abwegig halte – bis hin zu Deathrock ist so ziemlich alles dabei, und ich erweitere den Reigen gerne noch um ein paar Spielarten. Auch die Ähnlichkeit zu verschiedenen Bands ist da, die Labelinfo erwähnt zum Beispiel treffend KILLING JOKE oder CHRISTIAN DEATH. Dennoch ist die Stimmung dunkler, verzweifelter als die vieler vergleichbarer Projekte.

THOMAS DIMUZIO hat seinen großen Auftritt gleich im Opener. "Demon" (01) strahlt dräuendes Unheil aus. Ein dünner Drone hängt in der Luft, begleitet von elektronischem Knistern und Flüstern. Struktur verleiht das langsam einsetzende Schlagzeug, und nach ein paar wabernden, faserigen E-Gitarren- und Bassläufen geht es richtig los: Eine Mischung aus Psychedelic, Doom und Stoner Rock (und vielem mehr), mit außergewöhnlich metallischer Stimme im Sinne von Material, nicht von Genre. Das Stück wirkt sehr beschwörend, wozu die zwischendurch manisch gesprochenen Vocals ihren Teil beitragen. Nie donnernd oder zertrümmernd, eher unterschwellig gefährlich und schwarz. Zum wavigen Bass in "Wreckage" (02) passt der ungeheuer lakonisch und wehmütig wirkende Gesang. Zusammen mit der scharfen Gitarrenmelodie entsteht intensiver, sehr düsterer Rock mit treibendem, instrumentalem Zwischenteil. Auch "Mirror" (03) hat diese schwer zu beschreibende, eigenständige Stimmung. Post-Punk-Trommeln in reduziertem Ambiente, der Gesang zum Bass oft fast solo und deshalb umso verzweifelter wirkend. Groß: der Black Sabbath-artige Trümmerteil gegen Ende.
"Adore" (04) weist heftigere, schmerzhaftere Parts mit kratziger Stimme auf ("I cut myself in two..."), untermalt von Trommeln, die gegen Ende Richtung Ethno gehen. Es folgt mit "Shrinking World" (05) ein schleppendes Stoner-Stück mit brilliantem, stets von oben nach unten fallendem Gesang ("I can see nowehere to go...").  "End Of Mirrors" (06) fungiert als kurzer und grungiger Rocksong, sehr geradeaus. Und mit "Angel" (07) steht am Ende eine mächtige, getragene Ballade mit gedoppeltem Refrain, die trotz Wehmut und Melancholie ein Stück Hoffnung übrig lässt.

Die elektronischen Frickeleien von THOMAS DIMUZIO spielen nach meinem Höreindruck keine allzu große Rolle, aber vielleicht hatte er etwas mit der Mikroeinstellung für den metallenen, reibenden Gesang zu tun. Vergleiche mit den oben angesprochenen Bands sind zulässig, allerdings bieten ALARIC – die Band hat sich übrigens nach einem verstorbenen Freund benannt – mehr: mehr Schmerz, mehr Hoffnungslosigkeit auch und gerade in den Lyrics. Wie angedeutet mischen sich viele Genres – Wave, Post-Punk und diverse Metal-Spielarten – zu einer extrem intensiven und einzigartigen Atmosphäre der Schwärze. Klasse, nur leider kurz!

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» ALARIC @ Bandcamp


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Zusammenfassung
ALARIC bieten mehr als vergleichbare Bands: mehr Schmerz, mehr Hoffnungslosigkeit auch und gerade in den Lyrics. Viele Genres - Wave, Post-Punk und diverse Metal-Spielarten - mischen sich zu einer extrem intensiven und einzigartigen Atmosphäre der Schwärze. Klasse, nur leider kurz!

Inhalt
CD und LP

01. Demon (8:10)
02. Wreckage (5:06)
03. Mirror (5:36)
04. Adore (7:20)
05. Shrinking World (5:37)
06. End Of Mirrors (2:51)
07. Angel (5:09)

~ 39 min.
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