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Daisy

SHADOW BIOSPHERE: Parallel Evolution


SHADOW BIOSPHERE: Parallel Evolution
Genre: Ambient
Verlag: Nine Gates
Vertrieb: Nine Gates
Medium: CD
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Wir wussten es immer ... Es existiert mehr als die sichtbare, materielle Welt. Manch einer versucht, durch Frömmigkeit und Enthaltsamkeit die Grenze zu durchbrechen. Ein anderer durch Esoterik und Selbststudium. Man nennt es Religion, Karma, Erlösung, aber eines ist immer gleich: der Wille des Menschen zu Höherem. Gebräuchliche Hilfsmittel sind Drogen, Gebete, Selbstkasteiung. Aber was ist mit Musik? Seit jeher war dies das Mittel der Wahl. Am Anfang war der Ton, die Vibration, Schallwellen, die zutiefst berühren, verängstigen, entspannen, fordern können. Kurzum Musik ist Emotion, eine Reise, an deren Ende man belohnt werden kann, zumindest aber um eine Erfahrung  reicher ist.

Viele Künstler, vor allem aus dem Ambientbereich befassen sich immer wieder mit dem Thema, was geschieht nach dem Tod? Gibt es mehr als Himmel und Hölle? Gibt es eine unsichtbare Welt, die wir nicht sehen, aber spüren können? Und ist sie uns freundlich gesinnt? Willkommen in der Schatten Biosphäre...

Aber zuerst die schnöden Fakten: SHADOW BIOSPHERE sind LESLEY MALONE und CAROLINE JAGO, beide bekannt durch ihre Mitwirkung bei SOL INVICTUS und SEVENTH HARMONIC. Genre: Cosmic Astral Ritual Electronic Ambient. Soviel dazu. Es sind also gestandene Musikerinnen am Werk.
Aber lohnt es sich, dem Projekt eine Chance zu geben? Electro Ambient mit Ritualeinschlag gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Wie soll man dem Genre neue Impulse geben?
Nun, ich greife mal vor und sage: Ja. Den beiden Damen ist es gelungen, sich aus dem faden Topf freizustrampeln und über den Tellerrand zu schauen. Dabei machen sie aber nicht den Fehler, verkopft und gezwungen innovativ wirken zu wollen. Im Gegenteil, die Musik auf dem Tonträger wirkt frisch und spielerisch. Man merkt CAROLINE und LESLEY ihre langjährige Erfahrung an.
Den Anfang des 37-minütigen Albums macht ein Titeltrack,  welcher als Vorhut agiert und uns perfekt auf das Album einstimmt. Ein Elektronischer Rhythmus unterlegt mit einer bedrohlich-hypnotischen Ambient-Soundscape. Weiter geht es mit einem kaputten Drumsound, der an zersplitterndes Glas erinnert, bevor sich der Track fängt und sich die Bausteine ineinanderfügen („Bylakuppe“). Als nächstes kommen meine beiden Lieblingsstücke des Albums: „Desert Vanish“ klingt wunderbar retro, anfangs sogar regelrecht poppig. Doch das ist trügerisch. Plötzlich befindet man sich inmitten einer kalten Wüste bei Nacht. Wir jagen einer tröstlichen Fata Morgana nach, die auf einer entspannten Synthline entschwebt. Waren dort hinter den Dünen Augen aus der Anderswelt? Beobachtend, drohend? „Multiversal“ erleichtert uns den Einstieg durch eine hübsche, leicht orientalische Perkussionfigur, die sich mit einem treibenden Basslauf paart. Und über allem schneidende Synthsounds. Die nächsten beiden Musikstücke gewähren uns eine kleine Verschnaufpause. „Second Genesis“ – Die offizielle Hymne einer untergegangenen Nation. Verlorene Radiowellen wehen durch ein Ödland, nur bevölkert von Ruinen und zerstörten Götzenbildern. Das Stück ist extrem stark und eingängig. Es erinnert mich irgendwie an an diverse Endzeitfilm-Soundtracks! Diese Hymne ergänzt sich hervorragend mit „Magnetospheric“, das eine ähnliche Stimmung vermittelt, aber weniger heroisch klingt. Im Hintergrund sind bereits wieder sachte Naturgeräusche zu hören, die neue Saat geht auf, ein neues Äon beginnt. Die nichtstoffliche Welt tritt aus dem Schatten und mit ihr die neue Hoffnung. Neues Lernen, neues Bewusstsein. Oder war uns das alles nur als Warnung und Mahnung gedacht, die uns im Unterbewusstsein zugeflüstert wurde? ( „Mycelium Dreaming“)

Was bleibt zu sagen? Die neun Tracks des Albums klingen kompakt und schlüssig. Kein Ton zuviel, keiner zu wenig. Positiv zu anmerken ist vor allem, dass das Album sehr  abwechslungsreich daherkommt. Kein uninspiriertes  Ambientgewabbere, wie es leider in dem Genre oft der Fall ist. SHADOW BIOSPHERE ist definitiv eine Empfehlung wert! Bravo!


Hirnschmalz: Markus Gerauer

 
Daisy für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» SHADOW BIOSPHERE @ Facebook
» SHADOW BIOSPHERE @ Bandcamp


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Zusammenfassung
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Inhalt
1. Parallel Evolution 03:54
2. Bylakupee 04:00
3. Desert Varnish 05:09
4. Multiversal 04:51
5. Psychrophile 03:42
6. Interstellar Endoliths 04:34
7. Second Genesis 03:31
8. Magnetospheric 02:31
9. Mycelium Dreaming 04:22
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