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Michael We.

TROUM & YEN POX: Mnemonic Induction

Neuauflage der raren Kooperation von 2002


TROUM & YEN POX: Mnemonic Induction
Genre: Drone
Verlag: Transgredient
Erscheinungsdatum:
Juni 2015
Medium: CD
Preis: ~13,00 €
Kaufen bei: Drone Records


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Schande über mich, dass ich zwölf Jahre gebraucht habe, um dieses Teil zu entdecken. Im Original erschien die längst ausverkaufte Koproduktion zweier Duos vor mehr als einer Dekade auf MALIGNANT RECORDS. Für mich war sie bis jetzt lediglich eine Notiz in der Diskografie beider Gruppen, die bei TROUM aus Deutschland wesentlich umfassender ausfällt als bei den sparsamen Amis von YEN POX.
Die vier langen, gemeinsamen Tracks sind innerhalb von sechs Jahren entstanden, zwischen 1996 und 2002. Für die aktuelle Zweitauflage auf TRANSGREDIENT RECORDS (ein Sublabel von DRONE RECORDS) wurde alle Stücke neu abgemischt – so seien nun (noch) mehr Feinheiten zu hören als vorher – und etwas anders unterteilt als damals. Auch das Artwork erfuhr eine Auffrischung. Durch das im schönen Klappcover abgedruckte Kurzessay – "All minds dream, and all dreams are flavored with madness..." – ist die Thematik sofort klar: Es geht, wie auch schon nach wenigen Tönen zu vermuten, um Träume. Hierfür bündeln beide ihre Stärken in Form von weicheren, weiten Drones (TROUM) und dunklerer, bedrohlicher Dark Ambient-Atmosphäre (YEN POX).

Alle Stücke gehen ohne Pausen ineinander über und könnten so für unterschiedliche, aber miteinander verwobene Schlaf- und Traumphasen stehen. Während der ersten Viertelstunde geht es noch recht ruhig zu. Ein langes, dunkles Grollen, dazu hallende Drones und ein sanfter Trommelrhythmus. Lange, atmende Töne formen sich zu einer elegischen Melodie, so dass eine tatsächlich sehr traumhafte, weite Fläche entsteht, die zunächst nur punktuell etwas bedrohlich wirkt. Im weiteren Verlauf bekommt dieser Teppich durch einige härtere Klänge etwas Kratzendes, Nagendes. Weichere Ansätze werden immer wieder zerfleddert – ein ungeheuer intensiver, atmosphärischer Einstieg. Der anschließende Abschnitt wirkt ruhiger. Drones schweben nach oben, wie aus Röhren entfleucht, mäandern sie wie ausufernde, gleitende Träume. Insbesondere an der Schwelle vom zweiten zum dritten Stück lässt sich fein beobachten, wie sich trotz der nahtlosen Übergänge schnell die Stimmung ändert. Zwar schweben weiterhin flächige und wattige Drones durch die Szenerie. In den Vordergrund drängen sich aber kratzigere, höhlige Sounds, so dass sich trotz des recht angenehmen Untergrunds eine sehr unruhige, auch beängstigende Atmosphäre ergibt – vor dem endgültigen Abtauchen in Alptraum-Landschaften. Der letzte Abschnitt besteht aus extrem langen, ruhigen Drones mit Pausen und immer wieder neuen Anläufen. Vielleicht deutet sich hier das Ende der Traumphase an, ein langsames Auftauchen und Erwachen. Das röhrenartige Schlagen könnte dabei als Wecker fungieren, als Anker aus der Realität ...

Es hat zwar lange gedauert, aber nun bekommt "Mnemonic Induction" seinen verdienten Ehrenplatz bei mir. Für mich gehört dieses Album zu den besten Veröffentlichungen seines Genres. Trotz vieler ruhiger Passagen sind die 63 Minuten mit kosmischem Raunen und Grollen sehr eindringlich, und zwar durchweg. Die sorgfältigen Arrangements wirken wie ein psychedelisches Medikament auf den Hörer und holen unterbewusste Emotionen rund um Einschlaf- und Traumphasen ans Licht. Hochachtung!

Hier die Originalversion aus dem Jahr 2002, zum Einstimmen...


 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» TROUM
» YEN POX @ Facebook

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Zusammenfassung
Trotz vieler ruhiger Passagen sind die 63 Minuten sehr eindringlich, und zwar durchweg. Die sorgfältigen Arrangements wirken wie ein psychedelisches Medikament auf den Hörer und holen unterbewusste Emotionen rund um Einschlaf- und Traumphasen ans Licht. Eines der besten Alben seines Genres.

Inhalt
01. Untitled (16:46)
02. Untitled (14:30)
03. Untitled (15:26)
04. Untitled (16:47)

~ 63 min.
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