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Michael We.

MENACE RUINE: Venus Armata

Urgewalt


MENACE RUINE: Venus Armata
Genre: Gothic
Verlag: Profound...
Erscheinungsdatum:
Oktober 2014
Medium: CD
Preis: ~11,00 €
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Why is this holding me down
While I try to rise up
Is this fight between the two birds
insoluble and eternal?

aus "Red Sulphur"

Ich kann mich noch gut an das Gefühl beim Hören meines ersten MENACE RUINE-Albums erinnern. "The Die Is Cast" (Besprechung) hat mich schlicht und einfach weggeblasen. GENEVIÈVE (Stimme und Texte) und STEVE (alias SERPENT DE LA MOTH, Instrumente) hatten ihre Black Metal-Anfänge abgestreift und lieferten eine ungeheuer eindringliche Mischung aus Soundwänden mit gitarrenähnlichen Sounds – ohne Gitarren, wie ich erst später erfahren habe – und betörendem Gesang. Einige Folgealben, Samplerbeiträge, Soloprojekte und eine Labelgründung (UNION FINALE) später erscheint mit "Venus Armata" nun das neue Werk des kanadischen Duos auf PROFOUND LORE. Trotz jahrelanger hochwertiger Arbeit und so vielen guten CDs ist es dieses aktuelle Album, welches mich wieder ähnlich umhaut wie damals. Es klingt etwas puristischer, inniger, aber dafür – wenn überhaupt möglich – noch intensiver.



"Soften Our Evil Hearts" (01) stimmt mit düsterem Glockengeläut und den typischen, zerrenden und nach E-Gitarren tönenden Sounds gleich perfekt ein, wirkt sirenenhaft und ist unterlegt mit einem tuckernden Beat. Das lange Stück steigert seine Intensität nach und nach und wird zunehmend hypnotisch, dann setzen die überirdischen Vocals von GENEVIÈVE ein, die dieses Mal betont ruhig und selbstvergessen singt. Die Stimme erscheint mir klarer und melodiöser als früher, erinnert manchmal an gregorianische Gesänge und hört sich zusammen mit den Glocken wie ein Totengesang an. Hier macht "Red Sulphur" (02) mit Orgelklängen nahtlos weiter, aus denen sich einer der stärksten Songs des Albums entwickelt: Trommeln, eine zerrende, eben orgelige Melodie und GENEVIÈVEs klare, präzise und gefühlt mehrere Oktaven umfassende Stimme. Der Gesang steht im Vordergrund, die Instrumentierung stützt ihn und treibt an. Hier spricht die Hohepriesterin, Ihr Ungläubigen, und sorgt für Gänsehaut. "Marriage In Death" (03) ist – für MR-Verhältnisse – eine Ballade, der Acapella-Gesang wird nur untermauert von dezenten Trommeln und Schellen sowie einigen dieser speziellen, zerrenden und so typischen Töne – sind das immer noch keine E-Gitarren?!? Der Gesang bleibt selbstvergessen und beinahe lieblich; hingebungsvoll und mit leichten, bewussten Dissonanzen im letzten Drittel. "Soothing But Cruel" (04) erinnert mich auch musikalisch sehr an "The Die Is Cast", wobei mir auch dieser Track zarter und nicht ganz so dickwandig scheint. Perlende, kurbelnde und zugleich zerrende Melodieläufe im Hintergrund, GENEVIEVE in sich versunken, mit noch mehr hörbarer Varianz in der Stimme und Ausbrüchen vor allem nach oben. Wunderschön!!
"Belly Of The Closed House" (05) arbeitet – ganz neu – mit Geigenklängen, mit zitternden, streicherähnlichen Tönen, was den insgesamt klassisch-sakralen Eindruck von "Venus Armata" stützt. Dazu getragener, gedoppelter Gesang – wie in einem choralen Vokalwerk. "Torture Of Fire" (06) bleibt ähnlich puristisch, hier mit leichter Percussion und E-Gitarren-Drones (oder so). Der flehentliche, gedehnte Vortrag bewirkt eine sehr eindringliche, hypnotisierende Stimmung – besonders schamanisch und eher wie frühere Stücke von MR. Den großen, würdigen Abschluss bildet des mehr als 16minütige Titelstück "Venus Armata" (07). HoheTöne, die wieder nach Orgelpfeifen oder Geigen klingen, leicht schrill, dazu sakraler Gesang – der mich in diesem Fall ganz besonders an DEAD CAN DANCE erinnert und sich in exorbitante Höhen schraubt. Die ab und zu eingesetzten Schellen im Hintergrund sorgen für organische Erdung und tragen mit dazu bei, den predigenden, beschwörenden Eindruck über die gesamte Strecke aufrecht zu halten.

Was den ätherischen Gesang angeht, fallen immer wieder Vergleiche mit NICO oder DEAD CAN DANCE. Auch die dronig-doomigen Soundwälle haben wir schon zur Genüge beschrieben. Diese Kombination ist ohnehin schon ziemlich einzigartig, bekommt aber durch die Intensität beider Elemente noch zusätzliche Tiefe. "Venus Armata" weist im Vergleich zu den Vorgängern – trotz aller Wucht – eine spezielle Fragilität, etwas Zerbrechliches auf, stellenweise fast wie ein Requiem. Unterstützend wirken dabei einige für MENACE RUINE neue Sounds. Zusammen mit dem feinen Artwork – sämtliche Lyrics und ein erklärendes Bild für jeden Song – ist "Venus Armata" ein Anwärter für das Album des Jahres!

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» MR @ Bandcamp
» UNION FINALE @ Bandcamp
» PROFOUND LORE @ Bandcamp

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Zusammenfassung
Die Kombination aus ätherischem Gesang und dronig-doomigen Soundwällen ist ohnehin schon ziemlich einzigartig, bekommt aber durch die Intensität beider Elemente noch zusätzliche Tiefe. Trotz aller Wucht wirkt das Album stellenweise fragil wie ein Requiem. Anwärter für das Album des Jahres!

Inhalt
01. Soften Our Evil Hearts (11:15)
02. Red Sulphur (6:40)
03. Marriage In Death (8:59)
04. Soothing But Cruel (6:11)
05. Belly Of The Closed House (9:57)
06. Torture Of Fire (5:14)
07. Venus Armata (16:18)

~ 65 min.
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