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Tony F.

JOB KARMA: Society Suicide


JOB KARMA: Society Suicide
Genre: Electronica
Verlag: Klanggalerie
Erscheinungsdatum:
Mai 2014
Medium: CD
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Unter dem programmatischen Titel „Society Suicide“ meldet sich das polnische Duo JOB KARMA nach einer vierjährigen Pause endlich mit einem neuen Album zurück; obwohl das zwischenzeitlich erschienene Album „Anthems Flesh“ der Kollaboration JOB KARMAs mit MATT HOWDEN alias 7JK natürlich nicht unerwähnt bleiben sollte.

MACIEK FRETT und AURELIUSZ PISARZEWSKI betreiben JOB KARMA seit den späten 90er Jahren als Projekt, das musikalisch immer schwer einzuordnen war, das sich aber grundsätzlich im Ambient/Industrial-Kontext einordnen lässt, aber auch als experimentelle Elektronik mit durchaus eingängigen Momenten beschrieben werden kann. Als Aufsehen erregend sind zudem die nicht allzu häufigen Live-Konzerte zu bezeichnen, bei denen die Musik perfekt unterstützende, exzellente, surrealistische Videos des langjährigen, künstlerischen Begleiters AREK BAGINSKI gezeigt werden, der auch wieder für das Artwork des Albums mit zuständig ist. Letztlich dürften die beiden Protagonisten aber auch wegen der Organisation des WROCLAW INDUSTRIAL FESTIVAL, das sich seit einigen Jahren einiger Beliebtheit erfreut, bekannt sein.

Passend zum Titel des neuen Albums enthält das Klappcover ein Statement zur Lage der Welt, die eben nicht als sehr rosig bezeichnet wird, wobei deutlich auf die wirtschaftliche Ausbeutung bestimmter Regionen und Länder durch andere verwiesen wird. Passend dazu verwenden JOB KARMA Ein-Wort-Titel, die fast wie eine Aufzählung von Todsünden wirken und die zudem sehr schnell und direkt Assoziationen beim Hörer wecken. Stellvertretend seien hier Titel wie „Oil“, „Trees“ oder „Greed“ genannt. Musikalisch wählt man allerdings einen etwas weicheren, auch verspielteren Ansatz als die Titel es vielleicht erwarten lassen und auch im Verhältnis zum Vorgängeralbum „Punkt“, das etwas kantiger ausfiel und bei dem häufig mit Sprachsamples gearbeitet wurde, wobei hier die größte Veränderung liegt – die Band arbeitet nun verstärkt mit Gesang.

Anknüpfend an der Arbeit als 7JK singt MATT HOWDEN das betörende „Earth“ – einen der Höhepunkte des Albums. Aber auch THOM FUHRMANN von der kalifornischen Kult-Band SAVAGE REPUBLIC, der das treibende, ebenfalls überaus überzeugende „Oil“ post-punkig intoniert, oder MONIKA KUBACKA („Blackout“) steuern Gesang bei. Da die Hauptbindung aber über die Musik läuft, wirkt das Album trotzdem wie aus einem Guss, was bei dem Einsatz verschiedener Sänger auf einem Album ja oftmals ein Knackpunkt ist. Durch den Gesang verschiebt sich der Gesamteindruck der Musik trotz der beherrschenden Elektronik, die aber auch durch zurückhaltend inszenierte aber enorm wichtige Gitarrenparts aufgelockert wird, mehr in eine organische Richtung als bei früheren Werken, was sich allerdings auch am Sounddesign insgesamt und an der detailverliebten Umsetzung ablesen lässt. Positiv wiegt hier vor allem der erkennbare Wille zur Weiterentwicklung auch wenn man sich sicher bemühen muss, um noch einen echten Industrial-Bezug herzuleiten. Dafür ziehen vielleicht eher Begriffe wie experimentelle Electronica und IDM – hier gut gelungen "Change", wobei nach wie vor eine deutliche Ambient-Grundierung herauszuhören ist. Letztlich ist „Society Suicide“ ein gerade auch durch den Gesang abwechslungsreiches, aufmerksam ausgearbeitetes Album geworden, das vor allem auch durch seine unterschwelligen Melodien und Akkordsetzungen überzeugt.      

 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» JOB KARMA Homepage
» JOB KARMA @ Facebook

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» Rezensionen : Ars Benevola Mater

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Trees
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Out
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Greed
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