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awk

LCC: D/EVOLUTION


LCC: D/EVOLUTION
Genre: Electronica
Verlag: Editions Mego
Medium: Vinyl LP
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LCC, vorher noch unter vollem Namen, nämlich „LasCasiCasiotone“ unterwegs und nun, d.h. aktuell, im nordspanischen Gijon ansässig, haben bereits einige Alben produziert. Allerdings gab es bisher noch keinen physischen Tonträger von ANA QUIROGA und UGE PANEDA. Doch das wird sich nun ändern. Denn am 26. Mai erscheint ihre erste LP mit dem Titel „D/EVOLUTION“ auf EDITIONS MEGO.

Wie der Titel der LP vielleicht bereits vermuten lässt, handelt es sich inhaltlich um das Paradox von Mensch und Natur, d.h. um ihre auseinanderdriftende, evolutionäre Entwicklung. Oder anders ausgedrückt, das Buch der Natur zu verstehen, bedeutete einst, auch den Menschen zu begreifen. Doch auf Seiten des Menschen steht seine Technik, die in immer stärkerem Maß sein Fortkommen bestimmt ... Mittels Technik unterwirft der Mensch die Natur, beutet sie aus, hält sie auf Distanz. Das heißt, das was Hölderlin einst meinte, als er schrieb: „Fühl mich so ausgerissen aus dem Garten der Natur“, ist nicht mehr nur ungutes Gefühl, sondern Tatsache geworden. Wir haben uns aus ihr herausgerissen und uns von ihr entfernt. Vielleicht verspüren ja einige gerade auch deshalb Sehnsucht nach ihr ... Technik entbirgt. Sie deckt auf und lässt uns verstehen, wie etwas funktioniert. Doch was es, also etwas, das wir auseinandernehmen können, weil wir wissen wies funktioniert, eigentlich ist, wissen wir nicht, nicht mehr – vielleicht haben wir es nie gewusst. Doch kommen wir zur Musik ...

Dunkel und ambient ist sie, sehr organisch, mit im Verlauf des Albums immer wieder auftauchenden Rhythmen, die sich ins Gesamtspektrum einfügen, ohne dass ein Beat das ruhig Fließende des Albums unterbricht, merklich stört oder in eine andere Richtung verschiebt. Alles fließt wie ein Fluss in eine Richtung ...
Es beginnt mit „Chroma“ (01) verhalten, sehr flächig und ruhig. Unter den zweiten Titel „Quarz“ (02) schiebt sich dann eine Bassdrum, die jedoch weich und zurückhaltend bleibt. „Kypros“ (03) fungiert als kurzes Zwischenspiel. Auch hier pulst ruhig ein Bass unter den synthetischen Flächen. Mit „Calx“ (04) wird es bewegter. Der Titel baut sich hörbar zur Rhythmik hin auf. Und nach circa vier Minuten wird das Ganze hypnotisch, ja, tanzbar. „Graphein“ (05) ist sehr ähnlich aufgebaut. Auch hier hören wir zunächst erst Flächen. Dann, nach etwa zwei Minuten einen rückwärts wiedergegebenen Ton, den eines angeschlagenen Beckens, dann Claps und eine Bassdrum. Danach beginnt es mit „Adamas“ (06) zu brummen. Ein Klavier kommt hinzu. Etwas später wieder ein pulsierender Bass, dazu sphärischer Gesang, der ohne Worte auskommt. Mit „Titan“ (07) wird es finster, dann wieder rhythmisch, sehr lebhaft. Und mit Silex (08) endet das Album wieder flächig und ruhig.

Unaufdringlich wird hier ein Widerspruch verhandelt. Vielleicht lässt er sich nicht lösen. Vielleicht aber trägt die Musik von LCC dazu bei, diesem Verhältnis einmal nachzuspüren, sich in die Natur oder das, was sie sein kann, einzufühlen.


 
awk für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» LCC-Homepage
» LCC auf Soundcloud
» Label-Homepage


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Zusammenfassung
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Inhalt
1. Chróma (5:09)
2. Quarz (4:29)
3. Kýpros (2:27)
4. Calx (5:42)
5. Graphein (4:56)
6. Adámas (4:33)
7. Titan (4:49)
8. Silex (4:52)
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