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Michael We.

TERVAHÄÄT: Taival

Viertes, reduziertes Album der finnischen Neofolker


TERVAHÄÄT: Taival
Genre: Neofolk
Verlag: Anima Arctica
Erscheinungsdatum:
April 2014
Medium: CD
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Rein musikalisch gesehen gibt es ja keinen Neofolk, weil sich unter diesem Label alles Mögliche verbergen kann und es bei Weitem nicht nur um die Lagerfeuerklampfe mit Gesang geht. Deshalb ist eine Zuordnung oft sehr schwierig. Oder willkürlich. Bei TERVAHÄÄT, dem Duo aus Finnland, bin ich mir jedes Mal sofort sicher, dass es sich genau hier um Neofolk handelt. Um finnisches Nationalwissen, Spirituelles und Natur soll es unter anderem gehen, hat uns einmal JUHA, selbst Teil von TERVAHÄÄT und Labelbetreiber (arctica.fi/">ANIMA ARCTICA) im NONPOP-Interview erklärt, und das hört man. Völlig unabhängig von der Sprachbarriere und der immer mal wieder wechselnden musikalischen Ausrichtung.

"Kärrinpyörä" (01), der Opener von "Taival", überrascht mich mit quietschenden E-Gitarren. Das Instrument an sich ist zwar schon häufiger bei den Finnen aufgetaucht, aber eher mit einer proggigen Ausrichtung und nicht dauerhaft. Zu bedächtigen, weiteren Gitarrenakkorden setzen dunkle, finnische Sprechvocals ein, die mich spontan an OTWATM erinnern. Durch die leichte Verzerrung auch der Stimme wirkt das Stück sehr traumhaft, repetitiv. In "Kevätkirot" (02) dagegen wird gesungen, und zwar elegisch und emotional zu einer traurigen, absteigenden Gitarrenlinie der eingesetzten Akustikgitarre und dezenter Percussion. Das sind sie, die Hauptelemente, aus denen dieses vierte, wie immer grundtraurige Album der beiden Finnen besteht: die blechern, gedämpft (und manchmal wie ein Banjo) klingende Gitarre und der rührende, finnische Gesang, gerne – wie in "Koulutie" (04) – im Duett. Auch in "Metsännyrkki" (06) wächst der Gesang im Verlauf zu einem recht mächtigen Mehrfach-Gesang an, obwohl das lange Stück zunächst rein akustisch bleibt und zwei ruhige Gitarren mischt, dann erscheint die traurige Stimme entfernt, wie durchs Telefon, bevor sie Unterstützung bekommt. Und erst "Taival" (07), der Abschlusstrack, arbeitet mit einigen zusätzlichen Elementen: neben der metallenen, aber sehr ruhigen Percussion im Hintergrund formen schwebende Synthiedrones die Melodie zur Stimme.

Auch wenn der Einsatz einer E-Gitarre nicht unbedingt darauf schließen lässt – "Taival" ist das bisher reduzierteste, puristischste Album von TERVAHÄÄT. Sowohl Atmosphäre als auch Gesang haben etwas Mönchisches. Die Vocals erinnern mich öfter an die Stimme von ALAN PARSONS PROJECT (insbesondere auf "Gaudi"), die Musik an THINGUMA*JIGSAW, allerdings ohne deren Humor. Ich verstehe zwar kein Wort, aber wenn es so etwas wie eine gemeinschaftliche finnische Seele gibt, dann spricht sie durch diese Musik. Auch bei den Vorgängeralben (Besprechung 1, Besprechung 2), aber insbesondere bei "Taival" stelle ich nach kurzer Zeit fest, dass ich alles andere um mich herum vergessen habe. Herrlich, aber leider nur 35 Minuten lang!

 
Michael We. für nonpop.de


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Zusammenfassung
Das bisher reduzierteste, puristischste Album der Finnen. Sowohl Atmosphäre als auch Gesang haben etwas Mönchisches. Herrlich, aber leider nur 35 Minuten lang!

Inhalt
1. Kärrinpyörä (5:10)
2. Kevätkirot (3:43)
3. Tuomiolaulu (3:09)
4. Koulutie (2:00)
5. Kultaluu (3:43)
6. Metsännyrkki (7:12)
7. Taival (10:48)

~ 35 min.
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