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Mithras Garden Festival 2003

Aeldaborn, Hekate, Sieben, Tony Wakeford


Mithras Garden Festival 2003
Kategorie: Rezension
Wörter: 663
Erstellt: 18.11.2003
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Autor: Richard

Am 15. November ging in der Koblenzer Suppkultur die Mithras Garden-Konzertreihe in die erste Runde. Zweimal im Jahr sollen in diesem Rahmen Konzerte mit dem Schwerpunkt Neofolk stattfinden. Dieses Mal mit dabei: AELDABORN, SIEBEN, HEKATE und das Gespann HOWDEN/WAKEFORD.
Den Anfang machten AELDABORN aus dem Ruhrpott. Die Jungs konnten ja schon zu Ostara dieses Jahres nicht nur mich in Bochum als Vorgruppe von HEKATE überzeugen. Leider bekam ich sie damals nicht von Anfang an mit, weshalb ich mich an diesen Abend um Pünktlichkeit bemühte. Und was soll ich sagen: Der Fünfer enttäuschte nicht. Geboten wurde auf den ersten Ohr klassischer Apocalyptic Folk in der Tradition der englischen Gründungsväter, allerdings ohne zu kopieren. Bei genauen Hinhören gesellten sich auch Elemente aus dem klassischen Dark Wave und dem Frühachziger Goth Rock hinzu, wozu sicherlich die etwas an Robert Smith-erinnernde Stimme des Gitarristen einen entscheidenden Anteil hatte. Sehr gelungen auch die Heinrich Heine-Vertonung der „schlesischen Weber". Im Anschluß an das Konzert konnte ein kleiner Ansturm an den Verkaufsstand beobachtet werden, doch vergeblich: Anscheinend ziehen es die Musiker vor, erst einmal Konzerterfahrung zu sammeln, bevor sie sich an eine Veröffentlichung wagen. Daran sollte sich so mancher Nachwuchs-„Künstler", der meint seine Mitwelt alle paar Monate mit seinen minderwertigen Ausgüssen penetrieren zu müssen, ein Beispiel nehmen!
SIEBEN: Ich muß gestehen, daß mein kümmerlicher Wortschatz nicht ausreicht, um die Emotionen, die über mich hereinbrachen, zu beschreiben. Unglaublich, was ein einzelner Mensch mit einer Geige und einem angeschlossenen Loop-Gerät zu leisten vermag. Das Matt Howden auch noch über eine begnadete Stimme verfügt, wirkt da schon fast anmaßend. Zeugen, die SIEBEN auch schon einmal (etwa auf einem WGT) erlebt haben, werden wissen, was ich meine. Herr Howden legte den Schwerpunkt auf sein neues Album „Sex and wildflowers", das ich an dieser Stelle auch jeden ans Herz legen möchte. Mit zwei Wörtern: Einfach schön.
Es folgten die Lokalmatadore HEKATE, die auch für die gelungene Organisation des Abends verantwortlich waren. Es zeugt von Mut und Selbstvertrauen, sich zwei so starke „Aufwärmer" ins Haus zu holen. Dafür mein Respekt. Aber meine Einleitung läßt es schon erahnen: Meiner Meinung nach konnten HEKATE das Niveau nicht halten, was keineswegs heißen soll, daß sie schlecht waren oder gar enttäuschten. Geboten wurde zum zehnjährigen Jubiläum ein Querschnitt aus allen Phasen ihres Schaffens. Und hier liegt für mich (wie schon in Bochum) auch der Hase im Pfeffer: Der gesamte Auftritt wirkte unhomogen, gerade die neuen Stücke auch unausgereift. Percussion-Stück reihte sich an 08/15 Eso-Gewaber reihte sich an Akkustikgitarren-Stück reihte sich an ein billiges, an Future Pop erinnerndes Elektro-Lied. Der Großteil des Publikums sah das aber (erwartungsgemäß) anders und so fielen die Reaktionen bei keiner/keinem anderen Gruppe/Künstler so euphorisch aus. Ich bin mir sicher, daß HEKATE ihren Weg gehen werden und ihnen ein großer Popularitätssprung bevorsteht. Dieser wird aber außerhalb ihres Stammpublikums und unserer Leserschaft erfolgen und ich denke, das ist auch so gewollt.
Nach HEKATE leerte sich die (übrigens gut gefüllte) Halle dann auch merklich, um HOWDEN/WAKEFORD Platz zu machen. Wahrscheinlich hatte ich eine falsche Erwartungshaltung. Die beiden Briten (Tony am Mini-Bass) legten ihren Fokus auf Stücke ihrer beiden Gemeinschaftstonträger „Wormwood" (mir ehrlich gesagt noch unbekannt) und „Three Nine". Den Gesang teilten sich beide, dabei wirkte Tony stimmlich und am Instrument angeschlagen. Sicher hätte nicht nur ich ihn lieber an der Gitarre gesehen, zumal die Werbung dem Publikum Hoffnung auf Stücke seiner regulären Band machte. Aber mal ehrlich: Gelegenheit, SOL INVICTUS leibhaftig zu erleben, gibt es genug und als Künstler habe beide das Recht, sich nicht dem Diktat jedweder Konsumenten zu beugen. So verblieb ein herrlich intimer Abend mit durchwegs natürlichen und sympathischen Musikern, der so manchen „Hänger" des Herren WAKEFORD vergessen ließ. Dennoch: Man hat ihn schon besser gesehen und ohne MATT HOWDEN hätte TONY eine schlechte Figur gemacht.
Die gute Nachricht zum Schluß: Die Mithras Garden-Reihe geht voraussichtlich am 8. März nächsten Jahres am selben Ort in die zweite Runde. Im Gespräch bis dato BEARER OF THE INMOST SUN.


 
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