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Tony F.

TWILIGHT CIRCUS MEETS EDWARD KA-SPEL:

800 Saints In A Day


TWILIGHT CIRCUS MEETS EDWARD KA-SPEL:
Genre: Experimental
Verlag: Tourette
Erscheinungsdatum:
Oktober 2013
Medium: CD
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Der Kanadier RYAN MOORE dürfte all denjenigen etwas sagen, die sich mit dem Klanguniversum rund um THE LEGENDARY PINK DOTS oder den Nebenprojekten von SKINNY PUPPYs CEVIN KEY wie THE TEAR GARDEN (mit EDWARD KA-SPEL und teilweise eben RYAN MOORE), DOWNLOAD oder dessen Solo-Aktivitäten auseinandersetzen. Auch bei DEAD VOICES ON AIR hat MOORE an dem hervorragenden „Piss Frond“-Album mitgewirkt. Der Bassist und Schlagzeuger betreibt zudem seit etlichen Jahren das Projekt TWILIGHT CIRCUS DUB SOUND SYSTEM. Nachdem gerade unter dem Namen DUBCON – TWILIGHT CIRCUS MEETS CEVIN KEY eine in Bezug auf seine musikalische Vergangenheit folgerichtige Platte erschienen ist, folgt nun zusammen mit seinem alten THE LEGENDARY PINK DOTS-Bandkumpel EDWARD KA-SPEL das Album „800 Saints In A Day“, auf dem ein recht experimenteller Sound irgendwo zwischen Kraut- und Psychedelic-Rock sowie Industrial und Elektronikfrickelei im Vordergrund steht.
Herausgekommen sind acht lange Stücke, die zum großen Teil instrumental bleiben. Nur im mit krautigen Gitarren und Elektrosounds sowie -gefiepe ausgestatteten „Lunar Moth“ sowie bei „Germ Patrol“ ist KA-SPELs Stimme – wie üblich irgendwo zwischen Gesang und Sprechgesang angesiedelt – zu vernehmen. „Germ Patrol“ ist dabei ein Stück mit groovenden und scheppernden Industrial-Beats, dem zwischendurch auch mal eine ruhigere Zwischenphase gegönnt wird, die letztlich wohl eine rückwärtsgespielte, verfremdete Reprise des vorherigen, ausufernd entspannten Stücks „In The Heat Of The Night“ ist.
Soundtechnisch wird ansonsten mit zurückhaltenden bis drängenden Rhythmus-Loops gearbeitet. Aber auch mit Basssequenzen, die durchaus mal ordentlich mit Delay belegt sind. Auch Sitar-Klänge und psychedelische Sounds („Saigon“) sind drin sowie das nach 60ies/70ies klingende, verwaschene „That 60s Show“, das mit drückenden, groovenden Drumloops und kratzigen E-Gitarren daherkommt.
Grundsätzlich klingt das erstmal alles ganz gut, wäre da nicht permanent das Gefühl, dass dem Ganzen ein ordentlicher Kreativitätsschub schon gut getan hätte. Zu oft wirkt es wie eine kurzfristig zusammengesponnene Studio-Session, wobei dem Album gegen Ende zudem auch definitiv die Luft ausgeht. Große oder zwingend gute Momente sind folglich eher Mangelware. Die Musik zerfasert insgesamt zu sehr in wahllose Stile und Spielarten bis Spielereien – etwas Ordnung und Kompaktheit hätte der Sache sicher geholfen. Kommt hier etwa mein Unbehagen gegenüber Bands und Musikern durch, die über Jahre eine schier unübersichtliche Zahl von Tonträgern raushauen? Definitiv ja! Nicht alles, was einem mal im Proberaum einfällt, muss auch veröffentlicht werden.
In diesem Sinne hat man es hier also eher mit einem ganz netten Album zu tun, bei dem man sich an die erste Hälfte halten sollte. Eine kompakte EP wäre vielleicht besser gewesen.

 
Tony F. für nonpop.de



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Inhalt
Lunar Moth
In The Heat Of The Night
Germ Patrol
Church Of Cheese '75
Saigon
The 60s Show
No Secrets
For Breakfast
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