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Michael We.

HAUS ARAFNA: All I Can Give

Das Maximale aus dem Minimalen


HAUS ARAFNA: All I Can Give
Genre: Industrial
Verlag: Galakthorrö
Erscheinungsdatum:
Mai 2013
Medium: Vinyl 7''
Preis: ~10,00 €
Kaufen bei: Labelshop


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"Haus Arafna haben kein Problem, ihre volle musikalische Bandbreite in nur vier Songs unterzubringen." Erklärt das zuständige Label GALAKTHORRÖ mit einem gewissen Selbstbewusstsein – welches es sich auch leisten kann! Zum einen handelt es sich bei den Labelmachern und bei HAUS ARAFNA um ein und dieselben Personen, die somit wissen, wovon sie reden. Zum anderen ist es seit jeher Politik der Braunschweiger, lieber zu reduzieren und in größeren Abständen immer wieder 'kleinere' Formate zu veröffentlichen, als alles rauszuhauen und mögliche Lücken mit mittelmäßigem Material zu füllen. Zu meinen Highlights gehört es zum Beispiel, dass der Kundenstamm gepflegt per Postwurfsendung und nicht per Massenmail über Neuigkeiten informiert wird; ein Verfahren, zu dem inzwischen auch einige weitere Labels mit ähnlicher Veröffentlichungspolitik konvertiert sind. Und so überrascht es nicht, dass auch die kurzen Produktbeschreibungen keine Luftblasen sind.

HAUS ARAFNA bieten auf ihrer neuen EP tatsächlich eine große Bandbreite an, obwohl 'nur' vier Stücke enthalten sind. War zuletzt eine gewisse Annäherung zwischen HAUS ARAFNA und NOVEMBER NÖVELET – dem poppigeren, zweiten Hausprojekt – zu spüren (etwa bei dem groovigen "Independent" auf "You"), geht der Opener genau in die andere Richtung. Zurück zu den ur-industriellen Anfangstagen. "Pain Loves Pain" (A1) ist eine stampfende, zischende und zerrende Maschine, die industrielle, noisige Drones auswirft. Die Vocals sind deutlich brutaler als zuletzt: fies, fast schreiend und jedenfalls weit entfernt von jeglichem Gesang. Hier wütet ein Stahlarbeiter. "Jiva" (A2) klingt dann schon etwas gemäßigter, liegt in der Schnittmenge zwischen Industrial und Angst Pop. Der Rhythmus ist zum Beispiel poppig, wird aber weiterhin von Stahlschlägen unterstützt. Zu der sehr minimalen, sehr eleganten Anmutung passt die rezitierende Stimme von Herrn ARAFNA, die etwas verhallt und sehr geheimnisvoll, beinahe lyrisch daherkommt.
"Lonely Lover" (B1) ist dann eindeutig der Popsong der EP. Eine minimale Synthiemelodie, weiterhin der stählerne Beat, allerdings hier in einer abgemilderten Variante. Dazu überraschend elegischer Gesang, verweht und noch eine Spur mystischer. Der Titeltrack schließlich, "All I Can Give" (B2), gehört in die Industrial-Disco. Das beatlastigste Stück des Vinyls, dessen Schläge im Verlauf immer massiver wummern, lebt ansonsten von der männlichen, nahezu unverfremdeten Stimme, überwiegend im Sprechmodus.

Die Qualität und Intensität der vier Stücke ist gewohnt hoch, die Synthesizer sind schön analog und unverkennbar ARAFNAesk. Wie immer macht das Duo das Maximale aus seinem kühlen Minimalismus. Besonders bemerkenswert an "All I Can Give" ist, dass die Single einer kleinen Werkschau gleichkommt, zwar mit durchweg neuen Stücken, die aber verschiedene Phasen im Verlauf der Geschichte von HAUS ARAFNA widerspiegeln. Weiter gefasst ließe sich auch sagen, dass hier verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt werden, die sich unter der Genrebezeichnung 'Industrial' bieten. Insofern einmal mehr, für Genre- und ARAFNA-Fans: ein Pflichtkauf.

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» die EP beim Label
» Hörbeispiel "Pain Loves Pain"
» Hörbeispiel "All I Can Give"

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Zusammenfassung
Die Qualität und Intensität der vier Stücke ist gewohnt hoch. Wie immer macht das Duo das Maximale aus seinem kühlen Minimalismus. Besonders bemerkenswert an "All I Can Give" ist, dass die Single - mit durchweg neuen Stücken - einer kleinen Werkschau gleichkommt.

Inhalt
* 7inch EP
* handnumeriert
* lim. 903 Stück
* Kartonhülle

A1 Pain Loves Pain
A2 Jiva
B1 Lonely Lover
B2 All I Can Give
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