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Michael We.

DEAD CAN DANCE: In Concert

Tolles Livealbum mit kleinen Fragezeichen


DEAD CAN DANCE: In Concert
Genre: Neo - Klassik
Verlag: Pias
Erscheinungsdatum:
22. April 2013
Medium: 2xCD
Preis: ~14,00 €
Kaufen bei: Amazon


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Endlich eine Live-CD von DEAD CAN DANCE! Es ist zwar nicht die erste, wie es in manchen Berichten fälschlicherweise heißt. Aber "Towards The Within" (1994) war ja kein Konzertmitschnitt, sondern eine einmalige Performance, bei der BRENDAN PERRY und LISA GERRARD eine Sammlung aus unveröffentlichten, seltenen oder neuen Stücken präsentierten. Diesen Eindruck einer Sammlung einzelner Stücke, um mit dem ersten kleinen Haken anzufangen, könnte man bei "In Concert" allerdings auch gewinnen.
Die Doppel-CD begleitet die noch laufende Welttournee von DEAD CAN DANCE und legt den Fokus vor allem auf das aktuelle, sehr erfolgreiche Album "Anastasis". Es gibt aber, soweit ich sehe, keine Informationen darüber, welche(s) Konzert(e) mitgeschnitten wurden. Die Pausen zwischen den einzelnen Tracks sowie das manchmal ein- oder ausgeblendet wirkende Publikum legen nahe, dass es sich um viele verschiedene, zusammengefügte Mitschnitte einzelner Stücke handelt. Auch scheint das Publikum oft seltsam zurückhaltend oder wurde einfach nur leise gepegelt. Zwischen den Stücken kann ich das zwar noch verstehen, weil die Atmosphäre auf DEAD CAN DANCE-Konzerten der von Klassik-Konzerten gleicht. Aber von der viel zitierten Euphorie hätte insgesamt ruhig ein bisschen mehr rüberkommen dürfen, zumal auch BRENDAN PERRY konstatiert: "I would say without hesitation that this has been the most rewarding tour that we have ever undertaken. On one level it has been an absolute pleasure to perform in such beautiful locations with such a wonderful band and crew, but also to be able to connect on a personal level with the many devoted admirers of our art both old and new."

Rund um die Musik selbst überwiegen aber ganz eindeutig die positiven Aspekte. Die meisten der Songs auf der ersten CD stammen aus "Anastasis", wie erwähnt. Live wirken die Stücke ungeheuer lebendig, viel weniger steril und hochglänzend als auf dem Studioalbum. Vor allem liegt das, meiner Meinung nach, an dem phänomenalen Schlagzeug (und der sonstigen Percussion), welches erdig klingt und recht stark im Vordergrund steht, aber nie störend, sondern eher antreibend daher kommt.
Wenn nachträglich nichts mehr geschönt wurde, dann alle Achtung! Neben dem hervorragenden Zusammenspiel der Musiker fällt die Sicherheit dieser unglaublichen, wirklich überirdischen Stimmen auf. Deren Performance ist kaum von den Studioaufnahmen zu unterscheiden. Voll, präsent und mit einem unglaublichen Volumen. Dazu kommt die überragende Produktion. Selbst mit normalen Stereo-Lautsprechern steht der Sound dermaßen im Raum, dass das Hören der CDs einem Konzertbesuch gleich kommt. "In Concert" ist eine der am besten produzierten Live-CDs, die ich kenne.
Auch die Songauswahl passt. Neben den aktuellen Stücken sind Klassiker wie "The Host Of Seraphim" oder "The Ubiquitous Mr Lovegrove" dabei, so dass das Doppelalbum durchaus als "Best Of ..." gelten kann, wie das Label schreibt. Auch zwei noch nicht auf Veröffentlichungen gebannte Stücke sind vertreten: Das mir bislang völlig unbekannte "Lamma Bada" – ein neuer Track? Deutet sich da vielleicht ein weiteres Album an? – und das schon von anderen Bands (THIS MORTAL COIL) bekannte und im DCD-Liverepertoire enthaltene "Song To The Siren", im Original von TIM BUCKLEY im Jahr 1970 geschrieben.

Viele Pluspunkte überwiegen die kleinen Merkwürdigkeiten bei Weitem. Fans kaufen sich das Album ohnehin, Ab-Und-Zu-Hörer freuen sich über den brillanten Sound, die perfekten Stimmen und die gute Songauswahl mit ein, zwei Bonbons. Bei dem günstigen Preis für eine Doppel-CD kann außerdem keiner meckern ...

(Unser NONPOP-Radio bietet übrigens dienstags um 6 Uhr und mittwochs um 16 Uhr einen Kanal mit Coverversionen von DEAD CAN DANCE-Songs an ...)

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» offizielle DCD-Seite
» BRENDAN PERRY
» LISA GERRARD

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Zusammenfassung
Viele Pluspunkte überwiegen die kleinen Merkwürdigkeiten. Fans kaufen sich das Album ohnehin, Ab-Und-Zu-Hörer freuen sich über den brillanten Sound, die perfekten Stimmen und die gute Songauswahl mit ein, zwei Bonbons. Bei dem günstigen Preis für eine Doppel-CD kann außerdem keiner meckern ...

Inhalt
1-1 Children Of The Sun (7:35)
1-2 Anabasis (6:43)
1-3 Rakim (6:16)
1-4 Kiko (8:07)
1-5 Lamma Bada (4:19)
1-6 Agape (6:16)
1-7 Amnesia (6:17)
1-8 Sanvean (5:27)

2-1 Nierika (4:37)
2-2 Opium (5:37)
2-3 The Host Of Seraphim (6:16)
2-4 All In Good Time (7:21)
2-5 The Ubiquitous Mr Lovegrove (5:49)
2-6 Dreams Made Flesh (4:25)
2-7 Song To The Siren (4:44)
2-8 Return Of The She-King (7:47)
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