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Michael We.

KEITH & MATT HOWDEN: Barley Top

Zweites Buch von MATT und seinem Vater


 KEITH & MATT HOWDEN: Barley Top
Genre: Literatur
Verlag: Redroom
Erscheinungsdatum:
Mai 2013
Medium: Buch & CD
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Runes (aus "Barley Top")

ab tells the moor's thigh
black boulder muscled
whose flex is seasons.

eb tells the vault's tears
whose fall from no face
speaks heaven’s absence.

ib tells blood whose curdle
at the sun's bandage
grows the bones’ wound.

ob tells the moor's eye
whose always staring
forbids the sun's escape.

ub tells flesh whose wound
by the sun's sickle
begets blood’s boroughs.

bu tells the moor's thought
whose substance no substance,
whose icon is wind.

bo tells night's ball, earth's soul
whose silver scar in void
is skin's lost search.

bi tells day's ball, earth's rod
erect whose muscle plunge
and spurt bays increase.

be tells the bones' hydraulic
palace and prison
whose prism is pain.

ba tells the cipher name
whose wound and sound
unsayable fuels the stars.


Nach "The Matter Of Britain" (2009, Besprechung) ist dies die zweite Zusammenarbeit mit seinem Vater KEITH, die MATT HOWDEN veröffentlicht. Wie im wunderschönen 2009er-Buch liefert KEITH HOWDEN Lyrik und Texte. Bilder sind, zumindest in der vorab zur Verfügung gestellten Version, keine zu sehen. MATT hat erneut für die beiliegende CD Musik um die Gedichte herum komponiert. Auch bei "Barley Top" handelt es sich um ein hochwertig aufgemachtes, gebundenes und gedrucktes Werk; kaum anders zu erwarten. Inhaltlich spielt wieder Lancaster eine Rolle. Auch im zweiten Teil von "The Matter Of Britain" ging es schon um die 'Zehn Hexen von Lancaster', einen der berühmtesten Hexenprozesse Englands. "Barley Top" ist offensichtlich autobiografischer, berichtet über das Leben in einer Arbeiterstadt, die umliegende Heidelandschaft, die schwierigen 30er-Jahre und die Nachkriegszeit.
"Barley Top" war übrigens der Name einer Farm, auf der Vorfahren von KEITH HOWDEN lebten. "I never knew it other than deserted and ruinous but the name has always been potent for me, largely because of the ambiguity and self-denial it proposes, barley holding its suggestion of fertility but the real meaning of bare lea with its acknowledgement of barrenness and infertility enclosing and denying it." So schreibt der 81jährige (!) im Vorwort. Er selbst wuchs in Burnley auf, einer Stadt, die in derselben Grafschaft (Lancashire) wie Lancaster liegt.

Die Stimme von KEITH HOWDEN ist einfach klasse: Klar, eindringlich und mit einer gehörigen Portion Lebenserfahrung ausgestattet. Dazu legt sich die Musik von MATT – fast noch mehr als auf "The Matter Of Britain" ganz sanft um die Gedichte. Im Opener und in vielen anderen Takes sind es einzelne Geigentöne, Drones, die sich erst in den Wortpausen zu elegischen, traurigen Melodien formen. Die Lyrik steht deutlich im Raum, auf den Wörtern liegt das Hauptaugenmerk, und die Musik wirkt wie eine umhüllende Decke, eine Landschaft, in der sich die Texte ausbreiten und entfalten können. So ergibt sich aus Musik und Gedichten eine gemeinsame 'Stimme', eine perfekte Einheit.
Dieses Mal kommen auch andere Instrumente zum Zuge, eine Orgel etwa (oder ein Fender Rhodes Piano?), welche drei wiederkehrende Töne zur Begleitung in "Uncle Tom & Auntie Lizzie" anstimmt. Oder schwebende Klavieranschläge in "Crackes Mary" sowie teilweise auch kaum hörbare, ganz dezente Field Recordings. Überwiegend spielt natürlich die Geige von MATT HOWDEN die Hauptrolle, gleichwohl sehr ruhig und zurückhaltend, träumerisch und größtenteils unverfremdet.
"The Sour Land Desolate", das letzte, 13minütige Stück kommt fast einer separaten Veröffentlichung gleich. Sinfonisch in der Anlage und mit Geigen, die ein ganzes Streichorchester abbilden; sehr getragen und majestätisch. Ausschnitte aus offensichtlich historischen Ansprachen tauchen ebenso auf wie kürzere Originaltöne, und ganz am Ende steht noch einmal die Stimme von KEITH HOWDEN.

Wenn das Verhältnis zwischen MATT und seinem Vater so ist wie das zwischen Wort und Musik auf "Barley Top" – dann muss es ein wunderbares sein. Noch einen Tick mehr als auf "The Matter Of Britain" – was zu meinen Lieblingswerken aus dem Hause HOWDEN gehört – verweben sich hier die Bestandteile zu einer starken Einheit, die enorm viel Flair ausstrahlt. Geschichten aus Englands Vergangenheit zum Anfassen und -hören. Prächtig!


KEITH HOWDEN (Foto: REGLINDIS DE RIDDER) und das Buch

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
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» MATT HOWDEN

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Zusammenfassung
Zweites Buch von MATT HOWDEN und seinem Vater. Fast noch mehr als auf "The Matter Of Britain" verweben sich hier die Bestandteile zu einer starken Einheit, die enorm viel Flair ausstrahlt. Geschichten aus Englands Vergangenheit zum Anfassen und -hören. Prächtig!

Inhalt
Buch und Audio-CD mit 14 Songs (ca. 59 min.)
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